Auto fährt mit Augen-Steuerung

Künstliche Intelligenz

— 28.04.2010

Auto fährt mit Augen-Steuerung

Augen auf im Straßenverkehr: Forscher der Freien Universität Berlin haben ein System entwickelt, mit dessen Hilfe ein Auto allein mit den Blicken des Fahrers gesteuert werden kann.

Schau mir in die Augen – und lies darin meine Wünsche ab. Informatikprofessor Raúl Rojas und sein Team von der Freien Universität Berlin haben einen Dodge Grand Caravan aus dem Jahr 2000 mit derart komplexer Elektronik ausgerüstet, dass das Auto dieser Aufforderung gerne nachkommt. Unter Beweis gestellt haben die Forscher das jetzt auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof in Berlin. Grundlage des Ganzen ist die Software Eye-Driver, die die Augenbewegungen des Fahrers erfasst und in Steuersignale für das Lenkrad umwandelt. Und so funktioniert dieser Vorgang: Der Fahrer trägt einen umgebauten Fahrradhelm auf dem Kopf, an dem zwei Kameras und eine Infrarot-LED installiert sind.

Eine Kamera für ein Auge des Fahrers, eine für seine Perspektive

Eine Kamera ist nach vorne gerichtet und filmt somit aus der Perspektive des Fahrers. Die zweite Kamera filmt eins seiner Augen. Darin wird sie von dem Infrarotlicht unterstützt, dass ebenfalls auf das Auge gerichtet ist. Damit die Kamera dem Fahrer aber nicht die Sicht versperrt, ihn aber trotzdem in einem günstigen Winkel anvisieren kann, kommt ein transparenter Spiegel zum Einsatz, der nur das Infrarotlicht reflektiert. Die ermittelten Daten werden an einen Laptop übertragen, wo die Software die Position der Pupille erfasst und berechnet, wohin der Fahrer momentan schaut. Diese Koordinaten werden dann in regelmäßigen Abständen an den Bordcomputer übermittelt. Mittels EyeDriver verwertet er die Informationen zur Steuerung des Lenkrads. Der Fahrer hat dabei sogar die Wahl zwischen den Einstellungen "Freie Fahrt" und "Wegewahl".

Mit dem Handy geht's auch: Steuerung per iPhone-App

Im ersten Fall ist die Blickposition direkt an den Lenkrad-Motor gekoppelt. Je weiter der Fahrer nach rechts oder links schaut, desto weiter dreht sich auch das Lenkrad. Die Geschwindigkeit wird separat gesteuert und diesem Fall vorher eingestellt und dann solange beibehalten, wie die Kamera den Blick des Fahrers erfassen kann. Kann sie das nicht – etwa weil der Fahrer die Augen schließt – bremst das Auto ab. Im Modus "Wegewahl" fährt das Auto meist autonom. An Kreuzungen fragt es seinen Fahrer mittels Sprachausgabe, wie es weiter gehen soll. Die Antwort übernmittelt er, indem er drei Sekunden in die entsprechende Richtung schaut. So muss sich der Fahrer nur an den entscheidenden Stellen konzentrieren. Raúl Rojas: "Man kann den Blick auf gerader Strecke schon mal schweifen lassen."

Autor: Stephanie Kriebel

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.