Kurztest MKB R 63/8

MKB R 63/8 MKB R 63/8

Kurztest MKB R 63/8

— 23.10.2008

Schluss-Spurt

Die Mercedes E-Klasse steht kurz vor der Ablösung. Tuner MKB beschert ihr mit dem E 63/8 einen besonders heißen Abgang. Satte 567 PS und 674 Newtonmeter Drehmoment lehren der Sportwagen-Konkurrenz das Fürchten.

Die noch aktuelle E-Klasse 63 AMG setzt angesichts des Modellwechsels im kommenden Frühjahr zum Schluss-Spurt Richtung Rente an. Tuner MKB setzt das gereifte Topmodell nicht aufs Altenteil, sondern sorgt noch einmal für ein heißes Comeback. Die AMG-Vierrohrauspuffanlage und -Styling-Paket kündigen die V8-Urgewalt ab Werk unaufdringlich-elegant an. "Gut so", befindet MKB und tauscht lediglich die 18-Zoll-Serienräder gegen hauseigene 19-Zöller aus. "Was haben die mit diesem Auto gemacht!?", fragt ein beeindruckter Kollege. Die Kraftkur aus geänderter Motorelektronik, Fächerkrümmer, Sportluftfilter und angepassten Hosenrohren bringt 53 Mehr-PS, 44 Zusatz-Newtonmeter – und spürbar mehr Sportlichkeit. Geradezu giftig reagiert der 6,2-Liter-V8 aufs Gas und dreht noch gieriger bis 7200 Touren als die an sich agile Serienversion.

Die MKB-E-Klasse fährt der Konkurrenz davon

Ein starke Marke: Der MKB R 63/8 bringt satte 6,3-Liter-Hubraum auf's Parkett.

Fahrleistungen: Bestwerte erfordern eine sorgfältige Anfahrtechnik: Bremspedal treten, Drehzahl im Stand auf etwa 1200 Touren erhöhen, dann Bremse lösen und das Gas feinfühlig dosieren. Nach 4,4 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho – ein Zehntel schneller als beim gemessenen Serienmodell. Bis 200 km/h erdonnert sich der MKB 1,1 Sekunden Vorsprung. 250 km/h erreicht der getunte AMG nach 22,8 Sekunden. Damit distanziert er sich nicht nur deutlich vom Ausgangsprodukt E 63 AMG (26,5 Sekunden), sondern überholt auch die E 55 AMG-Tuningableger Carlsson CK 55 RS (24,3 Sekunden) und Väth V58K (25,1 Sekunden). Die magische 300-km/h-Marke durchbricht der MKB nach 43,3 Sekunden und prescht dank effizienter Werksaerodynamik weiter bis auf per GPS ermittelte 331 km/h. Im normalen D-Modus erweist sich die Siebenstufenautomatik als Bremsklotz. Bei 275 km/h wechselt sie in die sehr lang übersetzte sechste Fahrstufe und entschleunigt den Run auf den Topspeed – zumindest gemessen an 567-PS-Maßstäben. Abhilfe: der manuelle Schaltmodus. Da die fünfte Stufe bis genau 300 km/h reicht, rennt der MKB dann deutlich entschlossener auf die magische Marke zu, obwohl die Schaltleuchte bereits zum Übersetzungswechsel rät.

Selbst bei 300 km/h bleibt der MBK-Benz spurtreu

Der bärenstarke MKB lenkt locker und stabil um die Kurve.

Fahrwerk/Komfort: Ein elektronisches Tieferlegungsmodul drückt die Karosserie 30 bis 40 Millimeter näher an den Asphalt. Ohne nennenswerte Komforteinbußen pfeilt der luftgefederte Tuning-AMG selbst bei 300 km/h spurtreu durch Autobahnkurven. Bei ausgeschaltetem ESP schwänzelt das Heck lässig-befreit und macht Kurven zur Driftarena – die Lamellensperre mit 45-prozentiger Sperrwirkung steigert den Mitlenkwillen der Hinterachse deutlich. Auch die Kombination von serienmäßiger Verbundbremse und Michelin-Pilot-Sport-2-Pneus überzeugt: Aus 200 km/h bremst der MKB 5,4 Meter kürzer als Serie.

Preis/Kosten:
Die Leistungsspritze wirkt nachhaltig, liegt aber preislich in der absoluten Spitzenliga – wie auch alle übrigen Komponenten. Dafür schluckt der getunte V8 mit 16,2 Litern nicht mehr als das AMG-Serienauto (16,3 l/100 km).

Autor: Frank Wiesmann

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