LA Auto Show 2010: Messerundgang – UPDATE

Ford Mustang Boss Ford Mustang Boss

LA Auto Show 2010: Messerundgang – UPDATE

— 18.11.2010

Aufmarsch der Konzepte

Auf der LA Auto Show 2010 sind neue, spektakuläre Serienmodelle eher Mangelware. Im Mittelpunkt der Messe stehen Studien wie Nissan Murano Cross Cabriolet, Honda Fit EV oder Cadillac Urban Luxury Concept.

Die Ausgangssituation könnte unterschiedlicher nicht sein: Auf der größten Automesse der USA, der NAIAS, die jedes Jahr im Januar im kargen, grauen, spaßlosen Detroit im eiskalten Michigan stattfindet, wird jede noch so kleine Neuheit frenetisch gefeiert. Man gönnt sich ja sonst nichts. Auf der LA Auto Show hingegen, der zweitgrößten US-Messe im erfolgsverwöhnten, steinreichen, schrillen Los Angeles, müssen sich die Autobauer mächtig ins Zeug legen, um das öffentliche Interesse weg von Hollywood, Malibu oder Beverly Hills und hin ins Convention Center zu locken. Hier reicht keine Hubraumerweiterung, hier punktet man nicht mit PS-Geprotze. Hier müssen schrille Technologieträger oder flippige Konzepte auflaufen, die aussehen wie bunte Knallbonbons.

Sonderseite: Die Stars von Los Angeles

Um diesen Anforderungen zu genügen, hat Nissan seinem Murano eine echte Grausamkeit angetan: Das Japan-SUV zeigt sich in Los Angeles kopflos! Murano CrossCabriolet Concept heißt der automobile Geschmacksverirrer, der einer der Stars unterm Hollywood-Emblem und außerdem das erste Crossover-Cabrio der Welt ist. Dass die Studie in Serie gehen wird, beweist die Tatsache, dass Nissan schon einen Preis verkündet hat. Rund 46.000 Dollar soll das Murano Cabrio kosten, wenn es in den USA demnächst an den Start geht. Überhaupt sind es die Konzepte aus Asien, die die Blicke der Messebesucher auf sich ziehen. Zwei weitere Japaner haben interessante Studien mitgebracht: Subaru kündigt mit der viersitzigen Limousine Impreza Concept seine neue Strategie "Confidence in Motion" an. Unter der Haube steckt ein neuer Zweiliter-Boxermotor. Mit der einer Elektrovariante des Honda Fit (heißt bei uns Jazz) will Honda 2012 in Japan und den USA in Serie gehen. Die Reichweite des Fit EV Concept soll dank Lithium-Ionen-Paket rund 100 Kilometer betragen, das Aufladen Batterie dauert sechs bis zwölf Stunden. In dem kleinen Stromer sollen bis zu fünf Personen Platz finden.

Rückblick: Die Stars von Detroit 2010

Deutschlands Vertreter in LA zeigen sich überwiegend sportlich und setzen auf Leistungssteigerung. Porsche brettert mit einer scharfen Leichtbau-Version des Cayman Coupé nach Kalifornien: Der Cayman R leistet 330 PS, schafft 282 km/h Spitze und liegt 20 Millimeter tiefer über dem Asphalt als der Cayman S). Der Cayman R ist ab Februar 2011 zu haben und wird in Deutschland 69.830 Euro kosten. Mercedes lässt mit dem CLS 63 AMG das Raubtier der CLS-Klasse aus dem Käfig. Die Topversion des viertürigen Coupés hat einen neu entwickelten V8-Biturbo mit 525 PS (557 PS mit AMG Performance Package) unter der Haube. Als Kontrapunkt und für die deutsche Ökoquote hat Audi mit dem Q5 Hybrid den passenden Kandidaten dabei. Der kommt Ende 2011 auf den Markt und kombiniert einen Zweiliter-Turbovierzylinder (211 PS) mit einem 45 PS starken E-Motor. Die Systemleistung beträgt 245 PS. Drei Kilometer rein elektrisches Fahren sind möglich.

Aus der Rubrik "Ein Kessel Buntes" seien noch kurz drei Vertreter erwähnt. Saab zeigt eindrucksvoll, dass die Produktionsbänder wieder auf Volldampf laufen und greift mit dem 9-4X im kompakten SUV-Segment an, Lamborghini macht mit dem Kohlefaser-Cabrio Gallardo LP 570-4 Spyder Performante (was ein Name!) Jagd auf die kaufkräftigen kalifornischen Messebesucher. Der Performante ist noch stärker (570 PS statt 560 PS), noch agiler und noch leichter (1485 statt 1550 Kilo) als der LP 560-4 Spyder. Einen – zumindest für die USA – imposanten Messeauftritt legt ein weiterer Italiener hin: Der Fiat 500 erobert Nordamerika, nachdem Fiat in Los Angeles 27 Jahre mit Abwesenheit geglänzt hat. "America, meet Fiat", war am 17. November in einer großen Anzeige in den einschlägigen US-Gazetten zu lesen. Dieses Comeback und der Erfolg auf dem Hubraum-geprägten US-Markt darf mit Hochspannung beobachtet werden. 

Vorschau: Die Stars von Detroit 2011

Ami-Schnäpchen: Der Chevrolet Camaro soll als Cabrio in den USA rund 30.000 Dollar kosten. Zu uns wird er auch kommen – vermutlich mit happigem Aufschlag.

Und die Gastgeber? Die backen nach der schweren Krise vorerst kleine Brötchen und zeigen den neuen Jeep Grand Cherokee, den Chevrolet Camaro als Cabrio (in den USA ab rund 30.000 Dollar), die Serienversion des Elektro- bzw. Hybridautos Volt (bei uns Opel Ampera), den Sebring-Nachfolger Chysler 200 und die überarbeiteten Dodge Charger und Durango. Wirklich spannend ist die kleine Öko-Designstudie von Cadillac namens Urban Luxury Concept. Der Viersitzer mit den zwei riesigen Flügeltüren ist nur 3,84 Meter lang, soll im Innenraum jedoch die Ausstattungskriterien und den Komfort der Luxusklasse erfüllen. Angetrieben wird das flippige Kleinwagen-Konzept von einem Dreizylinder-Turbobenziner mit einem Liter Hubraum, der von einem Elektromotor unterstützt wird. Sollte dieses Fahrzeug nur annähernd so auf den Markt kommen, wäre das ein großes Ausrufenzeichen von Cadillac bezüglich einer neuen, umweltbewussten Strategie.

In der Bildergalerie: Die Stars von LA live auf der Messe!

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.