LA Auto Show 2011: US-Hersteller — 18.11.2011
Power statt Innovation
Zu Hollywood gehören Blockbuster, zur LA Auto Show kräftige Ami-Schlitten. Das ist 2011 nicht anders. Dafür lassen Ford, Chevrolet und Co fast jede Innovation vermissen – leider.
So ganz langsam kommt die USA wieder in Fahrt. Der US-Automarkt scheint aus seiner Lethargie erwacht zu sein. Vor allem der Mittelstand kauft wieder ein. Wurde ja auch Zeit. Mit einem Durchschnittalter von 10,7 Jahren hat die US-Fahrzeugflotte mittlerweile den höchsten Wert seit Jahrzehnten erreicht. Wer sich jetzt auf der Suche nach neuem Blech auf der
LA Auto Show 2011 umguckt, bekommt allerdings nicht viel Inspirierendes zu sehen. Gerade die Lokalmatadoren setzen wieder einmal auf Power statt Innovation.
Der Camaro ZL 1 ist mit 587 PS das stärkste Cabrio, das Chevrolet ja baute, aber auch etwas für ewig Gestrige.
Traditionell lassen die Amis im LA Convention Center die Muskeln spielen. Allen voran
Ford mit dem heißesten
Mustang aller Zeiten. Zur Vorstellung des 650 PS starken
GT 500 aus der Shelby-Schmiede reiste Pate und Rennlegende Carroll Shelby, mittlerweile 88 Jahre alt, höchstpersönlich an. Da ließ sich
Chevrolet nicht lange bitten und zog das Tuch vom
Camaro ZL1, mit 587 PS aus 6,2 Litern Hubraum das stärkste Cabrio, das die GM-Tochter je gebaut hat. Tusch – und ab dafür ins Kabinett der ewig Gestrigen.
Der Cadillac XTS kommt im Frühjahr mit einem neuen V6-Direkteinspritzer, 300 PS und vielen technischen Helferlein.
Gleich neben Chevrolet versucht
Cadillac sein Glück. Frei nach dem Motto Klasse statt Rasse präsentiert der Pionier aller Luxusmobile seinen neuen Ich-kann-alles-Dampfer. Der
XTS soll – mal wieder – die Renaissance Cadillacs einläuten, natürlich die komplette DNA der Detroiter Luxusmarke im Gebälk tragen und überhaupt
S-Klasse und Siebener ganz fürchterlich das Fürchten lernen. Im Frühjahr geht die 5,13 Meter lange Limousine mit einem neuen 300-PS-V6-Direkteinspritzer und verbessertem Allradantrieb an den Start. Zu den Feinheiten zählen dann neben dem serienmäßigen adaptiven Dämpfersystem Magnetic Ride Control, laut Cadillac das schnellste der Welt, jede Menge elektronischer Wächter und Helferlein. Im Innenraum soll der Caddi mehr Platz als ein
A6 bieten, mit 509 Liter Kofferraumvolumen zudem die komplette deutsche Autoelite düpieren. Ob und wann der XTS zu uns kommt, steht noch nicht fest, ebenso wenig der Preis.
Wer sich in den Hallen der LA Auto Show nach eher bodenständigem US-Blech umschaut, muss zwar suchen, findet es aber. Zum Beispiel bei Chevrolet, die den Kleinwagen
Spark nun auch auf dem US-Markt anbieten, aber auch bei Ford, die mit
Fiesta ST und
Focus ST gleich zwei Kölner Kompaktmodelle ins US-Programm aufnehmen. Amerikas bürgerliches Lager darf sich zudem über den aufgehübschten Kombi-Van Ford Flex freuen, der ab sofort mit dezentem Facelift und 20 Mehr-PS vorfährt. Und natürlich über die Neuauflage des
Ford Escape. Das in den USA extrem erfolgreiche Kompakt-SUV (über zwei Millionen Mal verkauft) wird im Herbst 2012 als neuer
Kuga auch zu uns kommen. Das Design entstand unter Leitung von Martin Smith in Köln. Und der erklärt uns im Gespräch, dass der
neue Kuga vor allem den Wunsch vieler Kunden nach mehr Kofferraum erfülle. Die sieben Zentimeter Längenzuwachs würden bei identischem Radstand fast vollständig dem Gepäckfach zugeschlagen. Zudem sei, so Smith, in die Materialqualität im Innenraum investiert worden.
Zusätzliche Höhepunkte verkneift sich diese überschaubare Messe, die in der milden Herbstsonne Kaliforniens ein weiteres Zeugnis der Orientierungslosigkeit (oder ist es Ignoranz) der US-Autobauer ablegt. Da ist nichts, was auf dem Weltmarkt von Bedeutung sein dürfte. Durchschnittliche, überwiegend rückwärts gewandte Blechware, die in erster Linie eines signalisiert: Wenn der US-Markt jetzt wieder Fahrt aufnimmt, ist das eine Riesenchance für alle anderen, die Antworten geben, statt Fragen zu stellen.
Kommentare zum Artikel (19)
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Mich nervt schon seit Jahrzehnten wie subjektiv viele deutsche Autozeitschriten bewerten. Ich finde es total lächerlich, dass Modelle deutscher Autohersteller (insbensondere vom VW Konzern) so drastisch und vor allem auch offensichtlich bevorzugt werden. Da lese ich lieber meine neutrale Automobil Revue aus der Schweiz.
Der Verfasser Tomas Hirschbergerscheint doch arge, seelische Probleme zu haben. Schön dass noch interessante Autos gebaut werden. Nur scheint es manchem nicht zu schmecken, dass das vor allem in den USA passiert :D
Hallo Herr Verfasser dieses Artikels,
meiner Meinung nach ist Ihre Meinung Müll.
Gruss
Man ist das ein Drecksartikel ... berichtet doch bitte in Zukunft wieder etwas neutraler über diese tollen Ami-Schlitten. Ich steh auf die Autos. Die ganzen Öko-Gurken und Elektrokocher interessieren mich nicht. Wenn's dem Redakteur nicht gefällt, setzt Ihn in diese Autobild Greencars Redaktion ... da kann er ja einen Baum heiraten und an einer Karotte knabbern. Sowas überhebliches und arrogantes, ist ja nicht auszuhalten.
tomas hirschberger ihre berichterstattung ist eine verzweiflung autos schlecht zu schreiben, die immer mehr kunden bevorzugen !!! jeder gekaufter mustang oder camaro ist ein verlohrener kunde für vw und co und da können sie nichts daran ändern :))