Lack-Spezial

Lack-Spezial

Lack-Spezial

— 26.05.2004

Neues vom Lack

Die Lackforschung arbeitet auf Hochtouren. Ein Besuch bei Bayer zeigt, was bald kommt.

Entwicklungszeit fünf bis acht Jahre

Für Laien sind Fortschritte in der Lackentwicklung selten spürbar. Gut, vor vielen Jahren kam Metallic auf das Blech, doch der wurde selbstverständlich. Hinter den Kulissen der Industrie läuft die Entwicklung weiter, wenn auch das Tempo etwas langsamer als etwa bei Autos ist.

"Eine absolute Neuentwicklung wie der Nanolack beansprucht etwa fünf bis sechs Jahre", wie Dr. Lothar Kahl von Bayer MaterialScience in Leverkusen aus der Praxis verrät. Bayer produziert Rohstoffe für die Lackindustrie und ist in der Forschung tätig. Und da passierte in den letzten Jahren ganz schön viel: Rot bleibt rot, auch nach mehreren Jahren. Klarlack löst sich nicht mehr großflächig ab, weiße Flächen wirken auch nach starker Sonneneinstrahlung nicht wie Kreide.

Dennoch mag es den Laien wundern, dass der Mensch zwar zum Mars fliegen kann, Vogelkot auf Lack aber noch immer ein Drama ist. "Es gibt keinen Lack, der alles kann", so Lothar Kahl. Manche Eigenschaften wie Kratzfestigkeit und Säurebeständigkeit sind sogar gegenläufig. Dazu muss der Lack auch der Mode entsprechen.

Stimmt es eigentlich, dass ...

Momentan gefragt ist der Wet-Look, der wie eine nasse, polierte Oberfläche wirkt; für diesen Effekt sind Polyurethan-Klarlacke (PUR) verantwortlich. Auf diesen Klarlack setzen die Forscher in der Zukunft, denn dank der starken Molekülvernetzung kann er eine besonders harte Schutzschicht bilden. Dennoch wird er dabei nicht spröde, sondern kann bei sommerlichen Temperaturen kleine Kratzspuren wieder zufließen lassen. Sozusagen ein selbstheilender Lack. Für die nächste Neuwagen-Bestellung gibt Bayer-Chemiker Markus Mechtel einen Tipp: "Besser auf einen hellen Farbton setzen, hier fallen kleine Kratzer nicht sofort ins Auge."

Stimmt es, dass ... rote Autos schneller rosten? Nein, diese alte Stammtischweisheit löste bei den Bayer-Chemikern nur Kopfschütteln aus.

... Autos an der Sonne ausbleichen? Ein wichtiges Thema der Lackforschung, doch in Mitteleuropa seit etwa zwanzig Jahren eine Seltenheit.

... Nanolack nicht zerkratzt werden kann? Leichte Kratzer kann der Lack schon ab (z. B. Schlüsselspuren rund um das Schloss), doch gegen Chaoten mit einem Nagel in der Hand ist auch der neue Lack chancenlos.

... nur Autos mit Metallic-Lack eine Klarlackschicht haben? Nein, mittlerweile sind alle Fahrzeuge mit mindestens einer Klarlackschicht geschützt.

... Kunststoff-Teile nicht glänzend eingefärbt werden können? Ja, durchgefärbte Kunststoffteile können nie so glänzen wie lackierter Kunststoff.

... UV-Beständigkeit noch immer im Freien getestet wird? Trotz modernster Labortechnik verzichtet Bayer nicht auf Langzeitbeobachtungen unter der "echten" Sonne in Jacksonville (USA).

... Modetrends gut geplant sind? Welche Farben unsere Autos in der Zukunft zieren, steht meist zwei Jahre im Voraus fest.

... sich schwarze Autos stark aufheizen? Ja, in Deutschland kann die Blech-Oberfläche im Sommer bis zu 70 Grad erreichen.

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Autolack

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