Range Rover in der Botanik.

Lacktöne der Saison

— 28.07.2009

Tarnfarben für Ökoautos

Es wird Herbst - zumindest auf dem Blech. Farbhersteller BASF glaubt, dass in Kürze Natur-Farbtöne unsere Autos verzieren werden. Ursache ist das Bedürfnis nach mehr Individualität; aber im Einklang mit der Umwelt. Soso.

Auf den Straßen wird es herbstlich, zumindest was die Farbwahl der Deutschen für ihr Auto anlangt. "Natürliche warme Erdtöne" sind im Kommen, so behauptet es zumindest der Chemiegigant BASF: "Das können sinnliche Brauntöne sein wie auch ein vergrautes Apricot oder ein gelbfarbenes Beige", schwärmt Farbdesignerin Eva Höfli vom Autolack-Spezialisten BASF Coatings. Spitzenreiter blieben zwar weiter Silber- und Schwarztöne: "Aber hier sind Effekte, Glitzerpartikel oder Nuancen ganz wichtig. Die Farbpaletten werden breiter, die Lacktöne weicher anders als in Asien, wo es zukünftig grell bunt sein darf." Laut Höfli nimmt bei den Deutschen zumindest die Experimentierfreude zu: "Auch das Auto soll individuell sein, man möchte sich abheben." Aber nicht nur mit Spoilern oder Fuchsschwänzen: Das tut man auch mit Grau-Rosé, Apricot und Dunkelgrün ("satte Farbigkeit mit goldenem Highlight und dunklem Flop"). Abgesehen davon, dass uns "Flop" auf unseren Autos gerade noch gefehlt hat, fällt vor allem die Wortwahl auf: Lacke sind auf einmal mit Schattierungen von "dunklem Honig bis Schokolade" versehen.

Paten der Erde verbinden Umweltschutz mit Lifestyle

Auch die Umweltbewegung hat BASF ironischerweise als Einflussgeber ausgemacht und sich daraus buchstäblich eine Zielgruppe gemalt: "Paten der Erde" nennt der Hersteller entsprechend dieser ominösen meinungsführenden Schicht auch seine neuen Farb-Schichten, die ab sofort, spätestens aber im Herbst größte Beliebtheit bei der Wahl der Autolackierung finden sollen. Die Paten der Erde sind hervorgegangen aus den Umweltbewegten von einst, aber sie sind im Hier und Jetzt angekommen. Sprich: Sie tragen zwar Öko-Klamotten, aber nicht selbstgestrickt, sondern von der teuren Bio-Boutique von nebenan. Naturschutz ist für sie Lifestyle geworden. Umweltbewusstsein verbinden diese Realos mit Individualismus und Komfortbedarf; für sie muss Ökologie nicht zwingend zu einem Leben ohne Luxus und Lampenschein führen. "Heute kann eine ökologische Einstellung auch luxuriös und elegant sein", erklärt Gutjahr den gesellschaftlichen Sinneswandel. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

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Autolack

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