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Lada-Hersteller droht die Pleite

— 20.10.2009

Rettung nur durch Rubel

Mehr als 1,4 Milliarden Euro Schulden lähmen den Lada-Hersteller AvtoVAZ. Die Fertigungszahlen halbierten sich. Dennoch kündigte die Firmenleitung für 2010 ambitionierte Pläne an.

(dpa) - Russlands größter Autobauer AvtoVAZ (Lada) schließt trotz staatlicher Hilfsprogramme eine Insolvenz nicht mehr aus. Grund seien die angehäuften Schulden in Höhe von derzeit rund 62 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro). Avtovaz will bis 2012 etwa 27.000 seiner derzeit rund 100.000 Stellen streichen. Mindestens 5000 Beschäftigte sollen noch 2009 gehen. Das Unternehmen werde zahlungsunfähig, sollte der Versuch scheitern, die Verbindlichkeiten umzuschulden, sagte Avtovaz-Vizepräsident Oleg Lobanow. Zudem wolle man eine Anleihe von 50 Milliarden Rubel (1,15 Mrd Euro) auflegen. Laut Komarow sollen die Verbindlichkeiten bis zum Jahresende auf 75,2 Milliarden Rubel weiter ansteigen. Die wichtigsten Gläubiger des kriselnden Konzerns sind Russlands größtes Geldhaus Sberbank sowie die Entwicklungsbank VEB.

AvtoVAZ-Arbeiter fordern Rücktritt der Werksführung

Jüngst hatte ein Teil der AvtoVAZ-Belegschaft bei einer Demonstration in Togliatti unter anderem eine Erhöhung der Löhne durchgesetzt. Bei dem Protest verabschiedeten die Demonstranten außerdem eine Erklärung an Regierungschef Wladimir Putin, in der unter anderem der Rücktritt der Unternehmensleitung sowie eine Erhöhung des Monatslohns auf 25.000 Rubel (rund 570 Euro) gefordert wurde. Die Gewerkschaft "Einheit" sprach von 1000 Demonstranten, die Polizei schätzte die Zahl auf 700. Am Freitag (16. Oktober 2009) hatte Russlands größter Autobauer mitgeteilt, dass das Unternehmen mit seinem französischen Partner Renault rund 240 Millionen Euro in das Werk investieren will. Doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Nach Angaben der Zeitung "Wedomosti" braucht AvtoVAZ dringend eine Finanzspritze von insgesamt 70 Milliarden Rubel (rund 1,6 Mrd Euro).

2010 sollen fünf neue Modelle auf den Markt kommen

Renault war 2008 beim russischen Marktführer für eine Milliarde Dollar eingestiegen. AvtoVAZ sollte saniert werden. Doch 2009 ist der russische Markt von 2,9 auf 1,4 Millionen Autos geschrumpft, und vor allem die Lada-Produktion ist im freien Fall. Das Unternehmen hatte am Freitag mitgeteilt, der Existenzkrise im kommenden Jahr mit einer Produktionserhöhung von derzeit 300.000 Fahrzeugen auf 445.000 trotzen zu wollen. Zudem werde man fünf neue Modelle bauen: zwei für Lada sowie eins für Nissan und zwei für Renault. Vertreter des französischen Unternehmens wollen laut Moskauer Medien im November 2009 mit Putin über die Krise beraten.

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