Lada Niva 1.7i Autogas

Lada Niva 1.7i Autogas Lada Niva 1.7i Autogas

Lada Niva 1.7i Autogas

— 22.11.2004

Ein Russe gibt Gas

Der Lada Niva 1.7i Autogas hat zusätzlich zum Benzin- auch einen Gastank im Heck. Den Umbau gibt’s zum Aufpreis von 1900 Euro.

Karrosserie und Antrieb

Der gute alte Lada. Wie oft ist sein baldiges Ende schon herbeigeredet oder herbeigeschrieben worden. An den neuen Niva glauben wir erst, wenn wir ihn mit echter deutscher Betriebserlaubnis testen können. Einstweilen offeriert Lada Deutschland den Allrad-Klassiker mit Flüssiggasantrieb – sozusagen als Dieselersatz für Spritkostensparer.

Karosserie und Qualität Man sitzt etwas froschartig auf schweißtreibenden Stühlen. Der Fahrer muß zu einem hoch stehenden Lenkrad greifen. Hinten halten es Erwachsene nur auf Kurzstrecken aus. Aber der Niva ist schließlich kürzer als ein VW Polo. Qualität? Gegenfrage: Warum muß russischer Kunststoff so penetrant stinken?

Fahrfreude und Antrieb Wir haben nachgemessen: Wenn man auf Gasbetrieb umschaltet (was ganz einfach auch während der Fahrt per Tastendruck funktioniert), wird der Niva etwas langsamer. Subjektiv merkt man das aber kaum. Der Motor läuft ohnehin stets etwas zäh. Vorbildlich ist der permanente Allradantrieb.

Fahrleistungen und Kosten

Fahrleistungen Zum Mitschwimmen im Verkehr reicht es allemal – auch im Gasbetrieb. Im fünften Gang legt der Niva nur zäh zu.

Fahrwerk und Sicherheit Geradeauslauf und Kurventempo können überzeugen. Aber die miserablen Bremsen ohne ABS stempeln den Niva zum Oldtimer.

Geländetauglichkeit Hier fühlt sich der Niva wohl. Er klettert wie eine Ziege immer weiter. Wegen des geringen Gewichts auch auf morastigem Untergrund. Der Gastank stört nicht, hängt nicht unten raus.

Komfort Die Federung arbeitet akzeptabel. Aber Motordröhnen und Getriebejaulen summieren sich zu einem abenteuerlichen Radau.

Preis und Kosten 1900 Euro kostet der Flüssiggasumbau mit Eintrag in die Papiere und Garantie (2 Jahre). Das Gas selbst ist rund 60 Cent billiger als Normalbenzin. Bei 5000 km/Jahr amortisiert sich der Umbau erst nach knapp sechseinhalb Jahren. Aber wer 10.000 km/Jahr fährt, kommt nach gut drei Jahren ins Plus, bei 15.000 km/Jahr bereits nach zwei Jahren, trotz 1,4 Liter Mehrverbrauch im Gasbetrieb. Eine Liste der Gastankstellen findet man im Internet unter www.dvfg.de.

Fazit und technische Daten

Fazit Gasfahren lohnt sich – auch und gerade beim Lada Niva. Denn es gibt keine Dieselversion. Wer also mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr fährt, kommt mit dem Gas-Niva schnell ins Plus. Auch deshalb, weil der Gasumbau mit dem 60-Liter-Zusatztank preisgünstig ist und den Raum nicht einschränkt. Die Frage ist nur: Will man überhaupt Niva fahren? Schließlich muß einem klar sein: Dies ist ein Oldtimer, ohne ABS, ohne Airbags, mit miserablen Bremsen und höllischer Geräuschkulisse.

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