Lada Niva: Gebrauchtwagentest — 10.01.2012

Der ruppige Russe

Der Lada Niva zählt zu den billigsten Neuwagen. Lohnt sich da noch der Kauf eines Gebrauchten? Wir haben ein sieben Jahre altes Modell getestet und stellen weitere Allradler vor, die gebraucht für weniger als 5000 Euro zu haben sind.

7990 Euro – so viel kostet ein nagelneuer Lada Niva vom Grauimporteur. Wem das noch zu viel ist für einen waschechten Geländewagen, der sollte sich auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Ab 2500 Euro beginnen die Gebrauchtwagen-Angebote für fahrbereite Niva mit zwei Jahren TÜV. Gut angelegtes Geld? Ja, aber nur, wenn der Käufer sich im Klaren darüber ist, dass er einen Oldie kauft, der in sein 36. Produktionsjahr geht. Lada hat den Niva in den letzten Jahrzehnten kaum weiterentwickelt. Die umfangreichste Modellpflege war 1995: Ein 1,7-Liter-Benziner mit Einspritzung ersetzte den Vergaser-Motor, neue Instrumente und Sitze bemühen sich seitdem um mehr Behaglichkeit, neu gestaltete Rückleuchten ermöglichten eine niedrigere Ladekante.

Unser Testwagen: Lada Niva

Unser Testwagen soll 4499 Euro kosten. Wenig für einen sieben Jahre alten Geländewagen mit einer Laufleistung von 78.300 Kilometern. Viel jedoch für einen Lada Niva, der als Neuwagen 2004 nur 9990 Euro gekostet hat.

Lada Niva 1 von 6
2010 gab es ein Mini-Facelift mit neuen Außenspiegeln, Blinkern und einer neuen Armaturentafel. Doch moderne Sicherheits- und Komfortmerkmale fehlen bis heute. ABS, Airbag, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber? Gibt's nicht. Und echte Niva-Fans wollen das auch nicht. Sie schätzen die kompakte Karosserie und die Kraxel-Talente: Permanenter Allradantrieb, eine Geländeuntersetzung und ein sperrbares Zentraldifferenzial sorgen auch da für Durchkommen, wo moderne Kompakt-SUV kläglich versagen. Um es mal deutlich zu sagen: Der Niva macht ungeheuren Spaß. Nicht nur wegen seiner guten Gelände-Eigenschaften. Besonders die Einfachheit des kantigen Russen wirkt heute sympathisch. Wer ihn fährt, steht in ungewohnt direktem Kontakt zur Mechanik. Die jedoch verschleißt bei häufigem Geländeeinsatz recht schnell, spätestens nach 100.000 Kilometern stehen diverse Reparaturen an. Klarer Fall: Neben Jägern und Förstern sind es vor allem leidensfähige Offroad-Fans mit einer Vorliebe für Oldtimer, die den Niva heute schätzen. Oben in der Bildergalerie zeigen wir, auf welche Schwächen beim gebrauchten Lada Niva zu achten ist, und stellen günstige Alternativen vor.

Lada Niva im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

Kosten für die getestete Motorvariante 1.7i (60 kW/82 PS)
Unterhaltskosten
Testverbrauch – CO2 11,0 l N/100 km – 260 g/km
Inspektion 150 bis 400 Euro
Haftpflicht (Typklasse 14)* 435 Euro
Teilkasko (Typklasse 13)* 78 Euro
Vollkasko (Typklasse 17)* 579 Euro
Kfz-Steuer (Euro 4) 114 Euro
*Online-Tarif der HUK24-Versicherung, Zulassung in Hamburg, Fahrer: Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Beitragssatz 100 Prozent.
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine 227 Euro
Anlasser 284 Euro
Wasserpumpe 119 Euro
Zahnriemen entfällt, Steuerkette
Endschalldämpfer 94 Euro
Kotflügel vorn (verschweißt), lackiert 792 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 217 Euro
** Inklusive Lohnkosten und 19 Prozent Umsatzsteuer.
Technische Daten
Motor Vierzylinder/vorn längs
Ventile/Nockenwellen 2 pro Zylinder/1
Hubraum 1690 ccm
kW (PS) bei U/min 60 (82)/5000
Nm bei U/min 128/4000
Höchstgeschwindigkeit 137 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 17,0 s
Getriebe/Antrieb Fünfgangschaltung/Allrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 45 l/Normal
Länge/Breite/Höhe 3720/1680/1640 mm
Kofferrauminhalt 263-982 l
Leergewicht/Zuladung 1210/400 kg


Das Gebrauchtwagenkauf-Dossier enthält viele Informationen und Ratschläge, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.

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Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Der Niva ist nur etwas für Furchtlose, die einen billigen Allradler suchen: Seine Technik ist von vorvorgestern. Rad- und Getriebelager verschleißen schnell, Ölverlust ist ein Dauerthema. Und Grauimporten fehlt oft die vor Rost schützende Hohlraumkonservierung.

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Kommentare zum Artikel (5)

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Hans
24.01.2012, 12:08Uhr

ich würde mir gerne diesen kaufen aber zu viel Verbrauch, dafür bekommt der die grüne Plakette?
Als Diesel würde ich ihn sofort nehmen. Fahre selbst Samurai Diesel und werde bei der Steuer bestraft obwohl der Verbrauch bei 6 Liter liegt.

Andreas
18.01.2012, 19:21Uhr

Teil 2

Ach ja und fahre selber einen 11/11 gebauten Niva und hatte von 87-90 zwei Stück. Kenne also auch noch den 1600, die beiden haben wirklich viel verrücktes Zeug mitgemacht.
Kupplung und Verteilergetr. ist, wenn man im Acker fahren kann weniger das Problem, sondern eher die Kardanwellengelenke. Deswegen oberste Pflicht abschmieren.

Bild muss ja kräfig getestet haben so sauber wie er in den Bildern ist. grins

Aber in einem haben sie recht man muss schon wissen das er sich auf der Straße bewegt wie'n Panzer, aber im Acker dafür wie'n Porsche.

Andreas
18.01.2012, 19:18Uhr

Teil 1
Quatsch
"Was für Furchtlose"
Eher was für Leute die richtig Offroad Fahren wollen.
Es gibt meiner Meinung nach nur 2-3 Jeeps die im schweren Gelände mit können und das ist der kurze G-Benz, der Defender und evtl. der kurze Land Rover. Alles andere ist Pipi Fax für die Hausfrau die zum Bio Markt fährt.
Außerdem gab es 2011 nochmal eine Überarbeitung, mit neuen Türverkleidungen und etwas anderer I.raumgestaltung.

Christopher
14.01.2012, 19:46Uhr

Typisch AutoBlöd, die Ersatzteilpreise sind sowas von falsch:

Neupreis / Ersparnis gegenüber falschen AutoBlöd Preisen
Anlasser 150 €/ ca 130 €
Lichtmaschine 145 €/ ca 80 €
Endschalldämpfer 30€/ ca 60 €
2 Bremsscheiben+4Klötze 50 €/ ca 160€

Aron22
10.01.2012, 21:50Uhr

Lada Niva fährt auch problemlos mit E85 :)
Der Liter kostet nur €1.06.-, also €10 auf 100 Km

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