Bilder: Diebstahl von Lkw-Ladung auf Autobahnen

Ladungsdiebstahl bei LKW

— 05.01.2012

Im Visier der Schlitzer

Der Schaden geht in die Milliarden: Parkplatz-Schlitzer stehlen immer häufiger Ladungen direkt vom LKW, auch in Deutschland. Die Täter gehen dabei äußerst raffiniert, brutal und organisiert vor.

Eine neue Form von Verbrechen beschäftigt die Polizei in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern: Parkplatz-Piraten machen Jagd auf die Ladung von Lastwagen. Dabei gehen die Diebe immer nach gleichem Muster vor: Zunächst kundschaften sie auf Autobahn-Raststätten ihre Opfer aus. Mit einem Schnitt in die Plane sichten sie dann die Ladung. Und wenn die Lkw-Fahrer schlafen, kehren die Verbrecher mit Lieferwagen zurück, reißen die Plane ganz auf und rauben die Transporter aus.

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"Deutschland liegt als Transitland im Visier der Schlitzer", sagt Frank Federau vom Landeskriminalamt Niedersachsen.

Auf dem mittelfränkischen Autohof Ansbach an der A6 erbeutete eine Diebesbande auf diese Weise ein Dutzend Flachbildfernseher im Wert von rund 12.000 Euro. Kein Einzelfall: Laut einer Studie des EU-Parlaments finden auf Europas Fernstraßen jedes Jahr rund 90.000 Angriffe auf Lkw-Fahrer oder deren Fahrzeuge statt. In fast 57.000 Fällen wird Ladung gestohlen. Und die Planenschlitzer sind besonders erfolgreich. "Einfach, aber brutal und sehr gut organisiert", beschreibt Sicherheitsexperte Thorsten Neumann, Vorsitzender der Transported Asset Protection Association (Tapa), den Tätertyp. Dessen Jagdreviere befinden sich vor allem auf deutschen Autobahnen. Frank Federau, Kriminalhauptkommissar beim Landeskriminalamt Niedersachsen, erklärt: "Besonders Deutschland liegt als Transitland im Visier der Schlitzer." Nirgendwo in Europa sind mehr Lkw unterwegs als auf deutschen Straßen.

Mehr Infos: Osteuropäische Banden demontieren Lkw

Die hohe Fahrzeugdichte und schlecht beleuchtete Abstellplätze erleichtern Diebesbanden die Arbeit. "Hierzulande summieren sich Ladungsdiebstähle jährlich auf einen Gegenwert von rund 1,5 Milliarden Euro", sagt LKA-Mann Federau. Er und seine deutschen Kollegen arbeiten EU-weit mit Ermittlungsbehörden zusammen, um die in der Regel osteuropäischen Banden zu zerschlagen. In ganz Europa beläuft sich der Wert der gestohlenen Waren auf mehr als 8,2 Milliarden Euro.

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