Laika Ecovip 300 im Wohnmobil-Test

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Laika Ecovip 300: Wohnmobil-Test

— 07.10.2016

Ganz schön lecker, dieser Florentiner

Schöne Autos kommen aus Italien, gut verarbeitete aus Deutschland – ein Vorurteil, das Laika mit dem Ecovip 300 eindrucksvoll widerlegt.

Dolce Vita auf nur sechs Metern? Wie geräumig kann ein so kurzes Wohnmobil denn sein? Ganz schön geräumig, wenn man den Platz clever nutzt! Laika, ansässig in der Nähe von Florenz, zaubert auf diesem begrenzten Raum gleich drei Betten, ein geschmackvolles Bad und eine ordentliche Heckgarage. Das kann sich sehen lassen! Ohnehin ist die Optik ein wichtiges Argument dieses gut gebauten Italieners, dessen GFK-Formteile einen perfekten Übergang zwischen Fahrerhaus und Wohnaufbau schaffen: Er wirkt nicht wie der Fiat, sondern eher wie der Alfa Romeo unter den Teilintegrierten.

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Außen kurz, innen geräumig und hochwertig eingerichtet

Hier wird kuscheln zur Pflicht: Im nur 1,34 m breiten Heckbett liegt man recht eng beieinander.

Das ist er: Clever und durchdacht wie ein Schweizer Offiziersmesser. Der Laika vereint viele Funktionen auf kleinem Raum und gefällt mit seiner stilsicheren, gut verarbeiteten Inneneinrichtung: helles Holz, satinierte Griffe und sandfarbene Bezüge. Im Heck schläft man auf einer bequemen Latexmatratze. Leider ist die so schmal geschnitten wie die schönen italienischen Schuhe: 1,34 Meter Breite reichen für zwei erwachsene Teutonen nicht aus. Etwas knapp auch das im Prinzip geniale elektrische Hubbett (1266 Euro) in der Mitte. Es misst einen Meter in der Breite und lässt sich mit Trennnetzen sichern, wenn kleine Kinder mitreisen. Das Problem: Die Matratze ist zu dünn gepolstert und liegt direkt auf dem harten Untergestell. Gut: Dicke, blickdichte Vorhänge separieren die Betten ein wenig. Und es gibt eine dritte Schlafmöglichkeit: Sie entsteht, wenn man es schafft, aus dem Polster-Puzzle der Sitzgruppe eine Liegefläche zu basteln. Richtig bequem ist das allerdings auch nicht – und auch der Sitzkomfort leidet, je mehr Personen sich um die große, verstellbare Tischplatte gruppieren. Aber okay: Wenn sich alle eng zusammenkuscheln, reicht der Platz für sechs. Nicht vergessen: Das hier ist ein Sechs-Meter-Mobil! Vermisst haben wir allerdings einen richtigen Kleiderschrank zum Aufhängen von Jacken und Hemden. Deckenfächer sind dagegen reichlich vorhanden.
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Der Laika lässt sich gut fahren und leicht beherrschen

Das hohe, unübersichtliche Heck des Ecovip 300 macht eine Rückfahrkamera wünschenswert. Sicher ist sicher.

So fährt er: Locker und leicht wie eine Vespa wieselt der Laika durch den dichten Stadtverkehr. Klar, das Auto ist kurz, auch der Hecküberhang hält sich in Grenzen. Das hilft. Geld für eine Rückfahrkamera (699 Euro) sollte man aber trotzdem ausgeben. Sicher ist sicher und das Heck eher unübersichtlich! Apropos Sicherheit: Der Laika stürmt trotz seines vergleichsweise hohen Aufbaus völlig problemlos durch den Hütchen-Parcours. Auch der scharf gefahrene Ausweichtest bringt den Italiener nicht aus der Fassung. Das Mobil wankt zwar deutlich spürbar, fährt davon abgesehen aber ähnlich gutmütig wie ein Kastenwagen. Auch die Bremswerte sind völlig in Ordnung. Weniger Vertrauen weckt die Befestigung der beiden Gasflaschen: Beim Ausweichtest rissen die Halter ab. Liebe Laika-Leute, so was darf nicht passieren! Im Testwagen war der für ein Sechs-Meter-Mobil eher üppige 148-PS-Diesel eingebaut – für 2832 Euro Aufpreis. Wer's übrig hat, bekommt Fahrleistungen, die gut zum agilen Wesen des Laika passen. Einschränkungen beim Blick auf den Verkehr gibt's für groß gewachsene Fahrer ab 1,80 Meter Körpergröße: Der Rahmen der Frontscheiben-Verdunkelung liegt voll im Sichtfeld.

Laika Ecovip 300 im Wohnmobil-Test

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Die Serienausstattung kann sich sehen lassen

Das hat er: einen selbstbewussten Preis. Los geht es erst bei 55.300 Euro – mit dem mauen 115-PS-Diesel, den wir schon wegen des Fünfganggetriebes nicht empfehlen mögen. Aber immerhin packen die Laika-Leute ordentlich Serienausstattung ein: Fahrer- und Beifahrer-Airbag, ESP, Traction+, Klimaanlage, Tempomat und Panoramadach sind mit drin. Allerdings hält die Preisliste noch so manche praktische Verlockung bereit, etwa ein Radio (381 bis 1691 Euro), Aluräder (357 bis 965 Euro), Luftfederung (625 Euro), Komfort-Fahrerhaussitze (2083 Euro) oder gar die italienische Lederpolsterung (2814 Euro). Wir lernen: Feines Design kostet. Und: Klein muss nicht zwangsläufig günstig sein.
Fahrzeugdaten Laika Ecovip 300
Motorisierung Fiat Multi Jet 150
Motor/Bauart/Zylinder/Einbaulage Diesel/in Reihe/vier/vorn quer
Hubraum 2287 ccm3
kW (PS) bei U/min 109 (148) bei 3600
Nm bei U/min 350 bei 1500
Höchstgeschwindigkeit 145 Km/h
Getriebe Sechsgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/75R16 CP
Reifentyp Michelin Agilis Camping
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 120 l
Anhängelast gebr./ungebr. 2000/750 Kg
Länge/Breite/Höhe 5990/2300/2920 mm
Radstand 3450 mm
Aufbau
Außenmaterial Wand/Dach/Boden Alu/GFK/GFK
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden Styrofoam/Styrofoam/Styrofoam
Wandstärke Wand/Dach/Boden 35/40/55mm
Fenster 5
Dachhauben 5
Max. Innenhöhe/Innenbreite 2105/2170mm
Bettenmaß Front (L x B) 1890 x 1500 mm
Bettenmaß Hubbett(L x B) 1910 x 1000 mm
Bettenmaß Heck (L x B) 2125 x 1335mm
Herd 3 Flammen
Kühlschrank 100/9l
Modell Toilette Thetford Kassette
Sitzplätze/mit Dreipunktgurten 4/4
Heizung Truma Combi 6
Steckdosen 12/230 V 3/2
Leuchten 15
Aufbaubatterie 100Ah
Frischwassertank 100l
Abwassertank 110l
Gasvorrat 2 x 11kg
Preise
Grundpreis (mit Basismotor) 55.300 Euro
Testwagenpreis 60.101 Euro


Axel Sülwald

Axel Sülwald

Fazit

Der Laika Ecovip 300 ist ein kurzer, aber überraschend geräumiger und komfortabler Reisebegleiter. Unstimmigkeiten im Wohnmobil wie der eingeschränkte Schlafkomfort, die im Test herausgerissenen Gasflaschen-Halterungen und der hohe Preis verhindern am Ende eine noch bessere Bewertung.

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