Lamborghini Murciélago LP640 von Edo

— 26.06.2007

Edocation

Ein schnelles Auto noch schneller zu machen, das ist für Profis Tagesgeschäft. Edo Competition hat sich allerdings den Supersportler Murciélago zur Brust genommen – keine leichte Übung.



Hand an einen Supersportler wie den Lamborghini Murciélago LP640 zu legen, das ist selbst für die Spezialisten von Edo Competition eine Gratwanderung. Vielleicht etwas leichter machen, die Aerodynamik effektiver gestalten und irgendwie noch ein paar PS aus dem sowieso schon potenten Motor kitzeln – alles mit großem Fingerspitzengefühl. Schließlich soll der Wagen nach den Modifikationen nicht allzu übertrieben wirken, und die Leistungswerte tatsächlich gesteigert, nicht verschlechtert werden. Letzteres kommt bei getunten Motoren nicht selten vor.

Um den so genannten Abtrieb (Bodenhaftung) an der Hinterachse zu erhöhen, setzt die Edo-Mannschaft auf einen Heckflügel, der über eine individuell einstellbare Lippe verfügt. Wie in der Formel 1 kann so je nach Fahrstrecke die Kurvengeschwindigkeit (oder bei flacher Lippe die Top-Speed) erhöht werden. Durch den Einbau eines Edelstahl-Sportendschalldämpfers heben die Ahlener Spezialisten um Edo-Geschäftsführer Christian Heitgreß das Soundportfolio des wilden Stieres in erweiterte Tonlagen. Das Gebrüll eines davonziehenden Lamborghini ist in Serie schon eine Versuchung, mit Hilfe der Edo-Anlage aber eine Sensation. Wer das Heck des Zwölfzylinders in modifizierter Ausführung bestaunen darf, der lugt auf zwei Motor-Lüftungsklappen, die zwar Serienstandard sind, von Edo aber neu eingestellt wurden und auf Wusch per Fernbedienung ausgefahren werden können. "Function follows Show" sei an einem derartigen Powergerät ausnahmsweise erlaubt.

In Parkstellung wirkt der graue Murciélago wie ein Kampfjet.

Das eigentliche Kunststück, das die Ahlener Edel-Tuner vollbracht haben, ist jedoch die Tatsache, dem 640-PS-Aggregat zusätzliche 23 Stierstärken zu entlocken. Der Hubraum von 6,5-Liter wurde dabei nicht weiter verändert – die Motorelektronik und eine optimierte Abgasanlage samt Sportluftfilter zeichnen sich für den Leistungszuwachs verantworltich. Die Bezeichnung des Boliden "LP640" hat übrigens historische Wurzeln: Der Countach LP400 trug 1974 schon einmal die Kombination LP (longitudinale posteriore) im Namen, was längs eingebauter Motor bedeutet. Lamborghini-Kenner entdecken darin keine Besonderheit. Die Abgrenzung zur ersten Serie des Murciélago wird laut Hersteller so jedoch eindeutig. Im Gegensatz zu seinem berühmten Ahnen mit 361 Nm maximalem Drehmoment hat der Murciélago LP640 von Edo satte 314 Nm mehr an Hebelkraft. Diese wird beim Sprint auf 100 km/h in sagenhaften 3,4 Sekunden eindrucksvoll zum Einsatz gebracht. Der Vortrieb des wilden Stieres findet schließlich bei 348 Stundenkilometer sein Ende, dann siegt der Luftwiederstand über die Motorleistung.

Während dem Murciélago-LP640 der Fahrtwind entgegenwirkt, baut sich vor interessierten Käufern eine finanzielle Hürde von zirka 32.000 Euro auf; für den Edo-Umbau wohlgemerkt. Der Basispreis des V12-Sportlers liegt bei etwa 255.000 Euro. Summa summarum stehen so knapp 290.000 Euro auf der Rechnung. Da der wilde Stier aber in der selben Kategorie wie ein Bugatti EB 16.4 Veyron spielt, ist er fast schon wieder ein Schnäppchen.

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