Lancia Lybra Station Wagon 1.9 jtd LX

Lancia Lybra Station Wagon 1.9 jtd LX Lancia Lybra Station Wagon 1.9 jtd LX

Lancia Lybra Station Wagon 1.9 jtd LX

— 12.02.2002

Edel kombiniert

Der Lybra Station Wagon kommt nicht nur in edler Verpackung, sondern auch mit Spar-Diesel.

Elegant und praktisch

Rassige Coupés, bildschöne Cabrios, heiße Sportwagen - für jeden von uns fährt irgendwo ein Traumauto. Von dem wir uns meist verabschieden dürfen, wenn sich Nachwuchs einstellt. Dann muss bella màcchina nämlich nicht mehr nur schön, sondern auch noch praktisch sein - edel Kombi(-niert) eben. Ein Spagat, den jetzt auch der neue Lancia Lybra Station Wagon 1.9 jtd LX hinzukriegen versucht.

Der eher schlicht gezeichnete Bruder des Alfa 156 zeigt dabei durchaus modernen Schwung, ohne die eigene Historie zu verleugnen. Rundscheinwerfer im Chromrand, innen liegende Knopfblinker und der typische Lancia-Grill prägen die Front. Hinten setzen die bis in die fächerförmigen Rückleuchten gezogenen Dachschienen den Akzent. Dazwischen spannt sich auf 4,47 Meter Länge die gefällige Kombi-Karosserie.

Was die schöne Hülle erahnen lässt, belegt der erste Urlaub. Lancia zielt eher auf Lifestyle-Laster wie A4 Avant und Dreier touring als auf Packesel à la Passat. Der Gepäckraum (420 Liter, 30 Liter mehr als Audi, 75 Liter kleiner als VW) ist mit vier großen Koffern komplett ausgebucht, die Ladekante innen (13 cm) erschwert das Packen. Immerhin gehören eine Skiluke, Verzurrösen, die Gepäckraumabdeckung und geteilt klappbare Rücksitze zum Serienumfang. So verschwinden im Heck bis zu 1300 Liter, können Kinderkarre und Pampers doch noch mit.

Wer den Lybra aber öfter bis unters Dach füllt und die Zuladung von 415 Kilo ausnutzt, sollte die automatische Niveauregulierung (980 Mark) nicht vergessen. Das Heck lässt sich bei schweren Transport-Aufgaben ziemlich hängen. Souverän meistert der Lybra dagegen plötzliche Ausweichmanöver. Leer benimmt er sich so brav wie ein Kleinkind direkt nach der Fütterung. In schnellen Kurven schiebt er harmlos geradeaus, die hintere Partie bleibt blitzsauber in der Spur.

Common-Rail-Diesel mit 105 PS

Erst voll bepackt kann Bewegung ins Heck kommen, reagiert der Lybra im Extremfall ungeduldig wie ein Baby mit vollen Windeln. Wer dann nicht schnell genug reagiert und beherzt gegenlenkt, muss mit tänzelndem Heck und dem Unmut seiner Familie rechnen.

Besänftigend wirken da die ausgewogene Federung, die nur auf schlechten Pisten ins Stolpern gerät, und die bequemen Sitze, die im Lederdress (2100 Mark, inklusive Sitzheizung) aber mit Seitenhalt geizen. Sparsam auch der Verstellbereich der Vordersitze. So bleibt hinten zwar erfreulich viel Knieraum, vorn fühlen sich große Fahrer aber hinter dem verstellbaren Lenkrad etwas eingeengt.

Trotz leichter Abgas-Schwäche (nur Euro 2) bildet der Common-Rail-Diesel mit 105 PS die motorische Vernunft-Variante. Angenehm laufruhig und eher gemütlich als sportlich versieht er seinen Dienst. Im Sprint bis Tempo 100 verliert der Direkteinspritzer immerhin 1,3 Sekunden auf einen A4 Avant TDI mit 110 PS. Doch was soll es? Kraft besitzt der 1,9-Liter genau da, wo Familien sie brauchen: beim Überholen oder beim Ziehen eines Anhängers. Mit 255 Newtonmeter Drehmoment bei 2000 Touren (A4: 235 Nm bei 1900/min) lässt er dem Audi im Zwischenspurt keinen Vorsprung. Und bleibt mit 6,5 Litern auf 100 Kilometer Sieger an der Zapfsäule (A4: 6,9 l).

Den familiären Finanzausschuss überzeugt der Lybra außerdem mit Vertrauen erweckend langen Wartungsintervallen (20.000 km) und seiner üppigen Ausstattung. Für 46.400 Mark verwöhnen im LX neben E-Fenstern und Alus auch Alcantara, Bose-Soundsystem und Klimaautomatik. Talente, die den Lybra glatt zum Traumauto machen könnten – und zwar zu einem, das auch der harten Familien-Realität standhält.

Bewertung und Fazit

Karosserie und Innenraum Kein Raumwunder, besonders vorn und im Kofferraum nur durchschnittlich, dafür mit großzügigem Fond und variabel. Feine Materialanmutung, solide Verarbeitung.



Motor und Getriebe Diesel-Direkteinspritzer mit harmonischer Kraftentfaltung und angenehmer Laufkultur. Nicht sehr spritzig, aber durchzugsstark und sparsam. Das Getriebe lässt sich sauber schalten.

Fahrwerk und Sicherheit Exakte Lenkung und braves Fahrverhalten, nur voll beladen kann das Heck im Grenzbereich ausbrechen. Sicherheitsausstattung o. k., Bremsweg verbesserungsfähig.

Komfort Ordentliche Federung mit leichten Schwächen bei groben Schlägen, luxuriöse Ausstattung. Sitze groß und bequem, gut sortiertes Cockpit, hohe Übersicht.

Preise und Kosten Angesichts der üppigen Ausstattung geht der Preis in Ordnung. Teure Versicherung, mäßiger Wiederverkauf, günstiger Unterhalt wegen langer Wartungsintervalle.

Fazit Mit dem Lybra Station Wagon fügt Lancia den Lifestyle-Lastern eine ansprechende, vor allem preiswerte Alternative ohne gravierende Schwächen hinzu.

Technische Daten und Ausstattung

Technik Motor 4-Zylinder Diesel • Hubraum 1910 ccm • Leistung 77 kW (105 PS) • bei Drehzahl 4000/Min • Drehmoment 255 Nm bei 2000/Min • Getriebe 5-Gang manuell • Antrieb Front • Bremsen (vo./hi.) Scheiben/Scheiben • Bereifung 195/65 R 15 H • Kofferraum 420/1300 l • Tankinhalt 60 l • Länge/Breite/Höhe 4466/1743/1470 mm • Wendekreis 10,5 m • Leergewicht 1460 kg • zul. Gesamtgewicht 1875 kg • Zuladung 415 kg • Anhängelast (gebremst) 1400 kg

Serienausstattung • ABS • vier Airbags • E-Fenster • E-Spiegel • Bose-Soundsystem • Zentralverriegelung fernbedient • Nebelleuchten • 15-Zoll-Aluräder • Alcantara-Innenausstattung • Lederlenkrad und -schaltknauf • Klimaautomatik • E-Zusatzheizung • fünf Kopfstützen/Dreipunktgurte • Skiluke

Extras Gepäck-Sicherungsnetz 270 Mark • E-Schiebedach 1450 Mark • Metalliclack 990 Mark • CD-Wechsler 700 Mark • Navigations-System und Telefon 3950 Mark • Leder inkl. Sitzheizung vorn 2100 Mark • Dachträger 450 Mark

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