Lancia Ypsilon 1.3 Multijet 16v

Lancia Ypsilon 1.3 Multijet 16v Lancia Ypsilon 1.3 Multijet 16v

Lancia Ypsilon 1.3 Multijet 16v

— 30.06.2003

Lancias Lichtblick

Finstere Zeiten für Lancia: Absatzzahlen im Keller, die Mutter Fiat angeschlagen. Doch es gibt ein Fünkchen Hoffnung. Der kleine Ypsilon kann ein ganz Großer werden.

Zwischen Retro und Moderne

Für Lancia sieht es im Moment wirklich düster aus. Die kleine, feine Marke im Fiat-Konzern baute 2002 nur noch knapp 100.000 Autos, so viel wie vor zwanzig Jahren auch schon. Im Jahr 2000 waren es noch 70.000 mehr.

Bei uns sackte Lancia im letzten Jahr auf Platz 35 der Bestenliste ab, verkaufte gerade mal 3054 Autos. Dahinter tummeln sich nur noch Außenseiter wie Lada oder Exoten wie Ferrari. Aber Krisen sind ja immer auch Chancen für einen Neubeginn. Und was wie eine banale Politiker-Weisheit klingt, scheint sich bei Lancia gerade wieder zu bewahrheiten.

Denn erst wagten sie mit dem Thesis einen mutigen neuen Anlauf in der Oberklasse. Jetzt starten sie mit dem Nachfolger des seit 1995 gebauten Y einen vielversprechenden Neuanfang bei den Kleinwagen. Und mag die Form des Thesis auch umstritten sein, beim Ypsilon (ab sofort bitte ausschreiben, das soll die neue Wertigkeit betonen) gibt es keinen Zweifel: bildschön. Ein Design-Meisterstück zwischen Retro und Moderne, wie es nur aus Italien kommen kann. Angefangen beim knuddeligen Teddybär-Gesicht bis zum verschmitzt-kugeligen Heck – diesen Kleinen möchtest du glatt in den Arm nehmen.

Innen ist Luxus angesagt

Innen gibt es dann überraschend viel Platz, selbst Nordeuropäer können vorn aufrecht und bequem sitzen. Hinten ist die Sitzbank längs verschiebbar, die Neigung der Lehne verstellbar. Passagieren hilft das nicht viel, der Kofferraum wächst so aber von 215 auf 290 Liter.

Wie ernst Lancia den Anspruch nimmt, den luxuriösesten Kleinen zu bauen, zeigt sich bei der Sorgfalt in der Verarbeitung und bei den Materialien: Kleinwagenmäßig ist hier außer der Größe gar nichts mehr.

Auch nicht bei der Ausstattung: Es gibt hier – je nach Version – viele Dinge, die auch eine Klasse höher noch etwas Besonderes sind: ESP, sechs Airbags, Lichtautomatik, Regensensor, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, Hi-Fi-Soundsystem, Alcantara und so weiter und so fort. Die Lüftungsdüsen zum Beispiel lassen sich genauso raffiniert verschließen wie beim Siebener-BMW.

Technische Daten und Preise

Ganz so hoch kann der kleine Lancia dann natürlich doch nicht hinaus; er basiert ja schließlich auf dem Fiat Punto. Von dem kommen auch die beiden Einstiegsmotoren ein 1,3-Liter-Diesel mit 70 PS. Der arbeitet nach dem Multijet-Verfahren, einer raffinierteren Art der Common-Rail-Direkteinspritzung. In den Ypsilon passt dieser Diesel optimal: hellwach, drehfreudig, weich und geschmeidig laufend. Er macht aus dem Lancia viel mehr als einen quirligen Stadtwagen – zumal der Ypsilon auch deutlich komfortabler federt als bisher. Das gefühlte Temperament liegt jedenfalls weit höher, als es die Werksangaben versprechen.

Bis zur Markteinführung im Oktober werden die Details der drei Ausstattungen – Ypsilon, Argento, Platino – feststehen, auf den Fotos ist der Platino in Italo-Version zu sehen. Die Preise werden wohl knapp höher liegen als beim derzeitigen Modell. Los geht es also bei etwa 11.000 Euro für den 1,2-Liter mit 60 PS.

Technische Daten Vierzylinder-Diesel • 4 Ventile je Zylinder • Common-Rail-Multijet-Direkteinspritzung • Hubraum 1251 cm3 • Leistung 51 kW (70 PS) bei 4000/min • maximales Drehmoment 180 Nm bei 1750/min • Frontantrieb • Fünfgang • Einzelradaufhängung vorn • Verbundlenkerachse hinten • Kofferraum 215 bis 290 l • Tank 47 l • Länge/Breite/Höhe 3778/1704/1530 mm • Leergewicht 1045 kg • 0 bis 100 km/h 15,1 s • Spitze 165 km/h • Verbrauch 4,6 Liter/100 km • Preis (Testwagen) ca. 14.500 Euro.

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