Land Rover Defender V8 (2018): Works V8, Motor, Preis, Test

Land Rover Defender V8 (2018): Works V8, Motor, Preis, Test

Land Rover Defender V8 (2018): Works V8, Motor, Preis, Test

Defender kehrt mit V8 zurück!

Zum 70. Jubiläum des Defenders bringt Land Rover den Defender mit V8 und 405 PS zurück. Nur 150 Stück werden gebaut. AUTO BILD hat alle Infos. Plus Fahrbericht!

Der V8-Sauger hat fünf Liter und 405 PS, kommt aber ohne Kompressor aus. 

5,6 statt bislang 15,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – dafür muss man sonst in einen Rage Rover Sport wechseln. Ab sofort klappt das auch im Land Rover Defender! Denn wenn man diesen Defender anlässt, zittern die Wände, und die Straße wirbelt ihren Staub auf. Aber das ist auch nicht irgendein Defender. Wir sitzen in einem von nur 150 Exemplaren des Geländewagens, das die Briten zum 70. Geburtstag der Legende zurückgekauft und kräftig getunt haben. Ein dezenter Hinweis ist die Plakette Works V8, die der Dinosaurier zurecht trägt. Schließlich steckt unter der kantigen Haube des Klassikers der fünf Liter große Achtzylinder aus Range Rover & Co. Zwar fehlt dem Triebwerk der Kompressor, doch auch als Sauger leistet er 405 PS, entwickelt irrwitzige 515 Nm und stempelt unseren kurzen Station Wagon in seinem unschuldigen Weiß nicht nur zum stärksten, sondern auch zum schnellsten Defender aller Zeiten.

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405 PS statt zuletzt 122 PS im Defender

Entsprechend beherzt tritt der Defender an. Wo man beim Serienmodell mit einem zuletzt 122 PS starken Diesel versucht war, auszusteigen und anzuschieben, bäumt sich der Landy dank 405 PS jetzt beim Kickdown ganz kurz auf, dann verzahnen sich alle vier Reifen mit dem Asphalt, und er stürmt davon wie ein Rhinozeros in Rage. Und selbst wenn alle anderen SUV-Fahrer über eine Spitzengeschwindigkeit von 171 km/h nur milde lächeln, ist man darauf im Defender stolz wie Bolle. Denn erstens fühlt sich das in einem Auto wie diesem an, als würde eine Dampflok plötzlich auf ICE-Tempo beschleunigen, und zweitens war früher schließlich schon bei 145 km/h Schluss.

Der Landy fährt kann jetzt auch Kurven

Aber die Experten von JLRs SVO-Abteilung bauen nicht nur ein starkes Spenderherz samt der aktuellen Achtgang-Automatik und auf Wunsch ESP ein, sondern bringen gleich auch noch das Fahrwerk auf Vordermann. Neue Bremsen und ein Handlingkit mit anderen Federn, Dämpfern und Stabilisatoren beamen den Klassiker zumindest ein Stückchen Richtung Neuzeit. Das Ergebnis ist ein Fahrverhalten, wie man es im Defender noch nie erlebt hat.

Der Innenraum wurde mit feinstem Windsor-Leder und Sportsitzen aufgewertet.

Natürlich wird aus dem Defender damit noch immer keine Luxuslimousine und erst recht kein Sportwagen. Doch endlich fährt das Auto auch mal geradeaus, wenn man die Hände zwei Sekunden vom Lenkrad lässt. In Kurven folgt es auch jenseits der Schrittgeschwindigkeit dem vorgegebenen Kurs, und die Federung ist jetzt so gutmütig, dass man nicht jeden Kanaldeckel gleich im Kiefergelenk spürt. Ach ja, und auch die sportlich tief geschnittenen Ledersitze im hübsch ausgekleideten Innenraum sind keine Angeberei, sondern erfüllen durchaus einen Zweck. Denn zum ersten Mal taugt der Defender nicht nur für Kletterpartien, sondern auch für Kurven.

Land Rover Defender V8 (2018): Works V8, Motor, Preis, Test

Tanknadel fast so fix wie der Drehzahlmesser

Zwar bewegt sich die Tanknadel fast so schnell wie der Drehzahlmesser, doch wo man mit dem alten Defender gar nicht schnell genug ankommen konnte, möchte man aus dem Works V8 gar nicht mehr aussteigen und ewig weiterfahren. Das haben sie bei SVO offenbar vorausgesehen und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Nicht umsonst prangen im klassischen Gesicht nun neumodische LED-Scheinwerfer: Wo man im Original mit seinen Halogen-Funzeln in der Nacht so blind war wie ein Maulwurf am Tag, sieht man so selbst bei Tempo 150 noch, wo man hinfährt. Vom Rentner zum Raser – diese Entwicklung ist beeindruckend. Und die hohe Nachfrage nach den maximal 150 Exemplaren beweist, dass die Fangemeinde des Klassikers riesig ist und der Defender genau wie die G-Klasse es längst vom Arbeitstier zum Luxusspielzeug geschafft hat. Aber sie ist zugleich auch eine Mahnung an die Mannschaft von Designern und Entwicklern, dass sie sich mit dem Nachfolger nicht mehr ganz so lange Zeit lassen sollten – und ihn besser verdammt nah am Original halten. Sonst kaufen die Leute einfach weiter den Alten – schließlich sind davon noch über zwei Drittel aller je gebauten Autos auf der Straße, sodass der Nachschub an gebrauchten so schnell nicht ausgehen wird. Egal ob mit V8-Motor oder ohne. Übrigens ist der V8-Defender kein Schnäppchen: In Großbritannien startet der Defender V8 ab rund 169.000 Euro.

Gebrauchtwagen-Test Land Rover Defender/Kia Soul

Autor: Timo Gohler

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