Land Rover Discovery 2003

Land Rover Discovery 2003 Land Rover Discovery 2003

Land Rover Discovery 2003

— 30.07.2002

Mehr Schein als Sein?

Hierzulande ist der Discovery zuletzt kräftig abgerutscht. Ein Facelift und kleine Verbesserungen sollen ihn wieder auf Kurs bringen.

In den letzten Jahren ist der Discovery der zweiten Generation arg ins Hintertreffen geraten. Jedenfalls aus deutscher Sicht. Denn seit seiner Markteinführung im Jahre 1999 sind die Verkaufszahlen des aufrechten Briten um beängstigende 63 Prozent abgestürzt. Da bestand akuter Handlungsbedarf. Doch ob das nun als Modelljahr 2003 deklarierte Facelift ausreicht, um den Verkauf wieder nennenswert anzukurbeln, ist fraglich. Der Turbodieselmotor bleibt beispielsweise unverändert. Aus 2,5 Liter Hubraum holt der von Land Rover selbst entwickelte Direkteinspritzer mit Pumpe-Düse-Technik nach wie vor 137 PS. Das wird von der Kundschaft heutzutage einfach als etwas dürftig eingestuft, zumal Klassenkameraden vom Schlage eines Toyota LandCruiser D-4D, Isuzu Trooper DTI oder Mitsubishi Pajero DI-D mit ihren rund 160 PS starken Maschinen hier einiges mehr bieten.

Verkaufszahlen um 63 Prozent abgestürzt

Nix ist umsonst: Luxus wie Ledersitze, Klimaautomatik oder elektrisch verstellbare Vordersitze kosten extra.

Dennoch gibt es Neuerungen am 2003er Discovery. Dazu gehören die auffälligen Scheinwerfer mit verlängerter Reichweite, die zur Verbesserung der Geländetauglichkeit höher angesetzten Stoßfänger, die nach oben verlegten Blinker hinten, die überarbeiteten Bremsen, die nun dickere Dachreling und die diversen Maßnahmen zur Steigerung des Geräuschkomforts. Beim letzten Punkt betrieben die Briten einigen Aufwand: Neue Türdichtungen, neue Gummilager, ein zweiter Ansaug-Geräuschdämpfer, eine andere Verzahnung im Verteilergetriebe mit nun verripptem Gehäuse – all das führt zu einer leichten Senkung des Geräuschpegels im Innenraum. Der Discovery wirkt in diesem Punkt nun seiner Preisklasse angemessen.

Im Gelände glänzt der Discovery

Richtig spürbar sind die nun deutlich spontaner ansprechenden Bremsen. Hier tat Verbesserung allerdings auch Not, denn Bremswege von über 43 Meter aus 100 km/h sind heutzutage kaum mehr vertretbar. Neue Bremssättel und -beläge, ein überarbeiteter Hauptbremszylinder und eine neue Programmierung des ABS-Rechners versprechen da Besserung. Mal sehen, ob im späteren Test die Bremswerte überzeugen können.

Nach wie vor über jeden Zweifel erhaben ist die Geländetauglichkeit des Discovery. Die Effektivität seines permanenten Allradantriebs wird im Gelände nun durch eine zusätzliche manuelle Sperre für das Zentraldifferenzial gesteigert. Jetzt muss der Discovery die Sperrwirkung im Gelände also nicht mehr mühsam ausschließlich über die Kraft fressende Schlupfregelung herbeiführen.

Was auch 2003 bleibt, sind die teigige Lenkung und die recht dürftigen Fahrleistungen. Eine Beschleunigung von 15,3 Sekunden für den Standardsprint auf Tempo 100 reicht in der aktuellen 35.000-Euro-Klasse nur für hintere Plätze. In Verbindung mit der Viergang-Automatik verlängert sich dieser Wert obendrein auf 17,1 Sekunden. Und das, obwohl Land Rover dem Turbodieselmotor in der Automatikversion per höherem Ladedruck 340 statt 300 Newtonmeter Drehmoment entlockt. Auch die ab Werk angegebene Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h ist offenbar erst nach sehr langem Anlauf erreichbar und wird von uns demnächst nachgemessen.

Ausstattungen und Technische Daten

Neu sind die Ausstattungsversionen des Discovery 2003: Das Grundmodell ohne Klimaanlage, ohne hintere Luftfederung und ohne empfehlenswerte Seitenneigungsregelung heißt nun schlicht E. Die Sensation im Zeitalter des Euro: Das Grundmodell kostet 30.800 Euro – damit hat Land Rover Deutschland den Preis für den verbesserten Modelljahrgang nicht erhöht, sondern sogar um 900 Euro gesenkt! Höher rangierende Ausstattungsstufen mit Klimaautomatik, hinterer Luftfederung mit Höhenverstellung und Luxus-Extras wie Lederausstattung oder elektrisch verstellbaren Vordersitzen heißen S (34.550 Euro), SE (36.550 Euro) und HSE (39.150 Euro).

Hierzulande wird die 185 PS starke Benziner-Version mit dem alten 4,0-Liter-V8 nur eine Außenseiterrolle spielen. Sie ist ausschließlich mit Automatikgetriebe zu haben und kostet gegenüber dem Turbodiesel 2700 Euro Aufpreis. Die zum Ford-Konzern gehörende Marke Land Rover verspricht mit der Einführung des 2003er Discovery ab August 2002 erneut wesentliche Qualitätsverbesserungen. Hoffen wir also auf klapperfreie und öldichte Zeiten.

Technische Daten 5-Zylinder-Reihen-Turbodieselmotor • el. Pumpe-Düse-Direkteinspritzung • Hubraum 2495 cm3 • Leistung 101 kW (137 PS) bei 4200/min • max. Drehmoment 300 Nm (mit Automatik 340 Nm) bei 1950/min • 5-Gang-Schaltgetriebe (a.W.: 4-Stufen-Automatik) mit Geländereduktion • permanenter Allradantrieb mit manuell sperrbaren Zentraldifferenzial (v:h 50:50) • el. Schlupfregelgelung durch Bremseneingriff v/h • vorn Starrachse, Schraubenfedern • hinten Starrachse, Schraubenfedern (a. W.: Luftfedern mit Niveauregulierung/Höhenverstellung) • Länge/Breite/Höhe 4705/1885/1940 mm • Radstand 2540 mm • Leergewicht 2255 kg • Zuladung bis 630 kg • Anhängelast 3500 kg • Reifen 235/70 R 16 • Bodenfreiheit 221 mm • Tankinhalt 93 l • Normverbrauch 9,4l/100 km • Höchstgeschwindigkeit 157 km/h • Preis ab 30.800 Euro.

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