Land Rover Discovery Sport (2015): Fahrbericht

Land Rover Discovery Sport Land Rover Discovery Sport Land Rover Discovery Sport

Land Rover Discovery Sport (2015): Fahrbericht

— 12.12.2014

Erste Fahrt im Discovery Sport

Die zukünftige Modellpalette des Land Rover Discovery soll für Funktionalität stehen. Wie es um seine Offroadeigenschaften und seine Leistungen bestellt ist, klärt der Fahrbericht.

Nach gleich drei neuen Range-Rover-Modellen ist der Discovery Sport der erste komplett neue Land Rover seit mehr als zehn Jahren und wird Ende Februar 2015 den Freelander beerben. Das neue Modell überragt den Vorgänger in der Länge um zehn Zentimeter und hat acht Zentimeter mehr Radstand. Nur das Flair von Freiheit und Abenteuer bleibt ein bisschen auf der Strecke: Kanten und mit ihnen Charakter sucht man an der rundgeschliffenen Karosserie vergebens.
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Der Kofferraum fasst bis zu 1698 Liter

Nur für Kleingewachsene: Die Sitze in der dritten Reihe sind eher ein Notbehelf.

Obwohl bei knapp 4,60 Metern Länge noch knapp im Segment der kompakten Geländewagen, bietet der Discovery Sport anders als direkte Konkurrenten wie BMW X3 oder Audi Q5 und im Gegensatz zum Freelander gegen Aufpreis (1300 Euro) eine dritte Sitzbank. Selbst wenn man die nicht bestellt, weil dort jenseits des Grundschulalters nun wirklich keiner bequem sitzen kann, stempelt ihn das neue Format zum Praktiker: Der Kofferraum fasst stattliche 981 bis 1698 Liter und vor allem lässt sich die Rückbank um bis zu 16 Zentimeter verschieben. Möglich macht das eine neue, besonders platzsparende Mehrlenker-Hinterachse, die technisch den einzigen Unterschied zum Evoque ausmacht.

Land Rover Discovery Sport: Sitzprobe in Paris 2014

Keine Kompromisse außerhalb von befestigten Straßen

Die leicht abfallende Dachlinie erinnert an den Range Rover Sport.

Dass sich der Discovery Sport hinter dem Steuer trotzdem ganz anders anfühlt als sein verführerischer Vetter, liegt ansonsten vor allem an der anderen Sitzposition: Ein paar Millimeter höher, viel aufrechter als im Evoque und mit besserem Ausblick fühlt man sich buchstäblich über den Dingen und lässt es entsprechend entspannt angehen. Das Fahrwerk ziemlich komfortabel abgestimmt, die Lenkung hinreichend präzise und die Neunstufenautomatik mittlerweile nicht mehr ganz so nervös. Und wie es sich für einen Land Rover gehört, macht der Discovery Sport außerhalb befestigter Straßen keine Kompromisse: Wer nicht die Spritsparvariante mit Frontantrieb bestellt, bekommt einen echten Abenteurer, der auch dort noch weiter kraxelt, wühlt oder watet, wo den Fahrer längst der Mut verlassen hat. Nicht umsonst sind jede Menge elektronischer Helfer vom erweiterten Terrain-Response-System bis zum intelligenten Wasserstandsmelder an Bord.

Klare Instrumente, einfache Bedienung

Das Cockpit ist klar gegliedert, alles ist gut ablesbar. Nur wenige Schalter und Knöpfe lenken vom Fahren ab.

Einen Beitrag zur Entspannung leistet das neue Interieur. Denn anders als der Evoque nimmt sich der Discovery Sport buchstäblich ein wenig zurück, lässt den Passagieren in der ersten Reihe spürbar mehr Freiraum und beeindruckt mit einer aufgeräumten Schlichtheit: Für wichtige Anzeigen gibt es erstmals in dieser Klasse ein optionales Head-Up-Display, die Instrumente sind an Klarheit kaum zu überbieten und ein sehr ordentlicher Touchscreen mit einem nagelneuen Multimedia-System ersetzt die meisten Taster und Drücker. Was doch noch direkt angesteuert wird, ist entsprechend übersichtlich, groß und griffig.

Range Rover Evoque eD4 Fahrbericht

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Ausgerechnet die Motoren sind eher Durchschnitt

Mit einer technischen Ausstattung wie Rangierhelfer, einer automatischen Notbremsfunktion oder dem ersten Fußgängerairbag im Segment auf der Höhe der Zeit, sind ausgerechnet die Motoren allenfalls Durchschnitt. Denn der Discovery Sport bedient sich nicht aus der neuen Triebwerksfamilie, die für den Jaguar XE entwickelt wurde, sondern startet mit den vertrauten Aggregaten aus dem Evoque. Es gibt deshalb die Wahl zwischen einem 2,2 Liter großen Diesel mit 150 oder 190 PS und einem Turbo-Benziner, der aus zwei Litern Hubraum 240 PS schöpft. Dabei mangelt es den jeweils stärkeren Aggregaten freilich nicht an Elan, insbesondere der Diesel ist angenehm leise und passt mit seinem bulligen Drehmoment von 420 Nm gut zum Charakter des Dauerläufers.

Im Herbst kommt ein sparsamer 150-PS-Diesel mit Frontantrieb

Auch abseits befestigter Wege macht der Land Rover Discovery Sport eine gute Figur.

Aber auch wenn Land Rover viel Aluminium und Magnesium eingesetzt und so das Gewicht gedrückt hat, wiegt der Discovery Sport noch immer 1,8 Tonnen und wird seinem Beinamen deshalb nicht wirklich gerecht. Selbst der stärkste Motor braucht schließlich 8,2 Sekunden von 0 auf 100 und stößt bei 200 km/h an seine Grenzen. Damit kann man sich natürlich gut arrangieren. Denn für gemeinhin sitzen im Geländewagen ja doch eher die gemütlichen Gesellen. Doch was bleibt an Kritik, das ist der Verbrauch: Selbst wenn man es betont gelassen angehen lässt, stehen für den 190-PS-Motor schnell neun oder zehn Liter Diesel auf dem Display und der Benziner gönnt sich noch zwei bis drei Liter mehr. Die Normwerte sind da nur ein schwacher Trost: 8,0 Liter für den Si4-Benziner und 6,3 Liter für den SD4 jeweils mit Automatik – das kann die Konkurrenz besser. Immerhin reichen die Briten im Herbst noch einen 150-PS-Diesel mit Frontantrieb nach, der auf politisch korrekte 4,5 Liter kommt und die Konkurrenz tatsächlich aussticht.

Die Preise beginnen zunächst bei 34.400 Euro

Weil der Discovery Sport größer, moderner und besser ausgestattet ist als der Freelander, wird er auch deutlich teurer und startet zunächst bei 34.400 Euro für den 150-PS-Diesel, 41.000 Euro für den Selbstzünder mit 190 PS und 43.500 Euro für den starken Benziner. Zwar sinkt der Einstiegspreis mit dem Fronttriebler im Sommer auf 32.250 Euro. Doch gab es den Freelander zuletzt auch ohne üppigen Nachlass schon immer für deutlich unter 30.000 Euro. Aber keine Sorge: Nicht umsonst spricht Land Rover von einer ganzen Discovery-Familie. Und zu der zählt nicht nur der Nachfolger für das große Modell. Sondern dazu könnte auch ein kurzer Disco mit fünf Sitzen und einem bürgerlichen Preis zählen.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Kompakt-SUV SUV

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