Land Rover Freelander (ab 1998)

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Land Rover Freelander (ab 1998)

— 02.10.2003

Rost und Reiter

Letzteren wünschen sich Freelander-Fahrer von Zeit zu Zeit als Abschlepphilfe. Der Rost kommt ganz automatisch.

Elektrik und Motor

Land Rover. Kein anderer Hersteller verkörpert Freiheit, Fernweh und Abenteuer so wie die Traditionsmarke aus dem englischen Solihull. Beim jüngsten Spross liegt die Betonung aber leider vor allem auf "teuer": Der 1998 eingeführte Freelander gilt als wenig zuverlässig.

Interessanterweise sind es vor allem längst vergessen geglaubte englische Unarten, die beim Freelander für Verdruss sorgen – wie zum Beispiel Ölverlust. Kurz gesagt: Wo Öl drin ist – also Motor, Getriebe und Lenkung –, sucht und findet es seinen Weg nach draußen. Ärgerlich, denn neben der Umwelt leidet unmittelbar das Bankkonto: Abdichtungsmaßnahmen sind stets lohnintensive Arbeiten.

Auch mit der Elektrik stehen die Briten von jeher auf Kriegsfuß. Wo nicht sofort sichtbar, sind die Kabel im Freelander teilweise abenteuerlich verlegt, offene Stecker der Feuchtigkeit schutzlos ausgeliefert. Störungen an den elektrischen Fensterhebern wundern da nicht weiter, auch die Zündanlage der Benziner gilt als anfällig. Dort sind Zündkabel und Zündspule potenzielle Fehlerquellen.

Beim Diesel fehlen diese naturgemäß, dafür ist bei den Selbstzündern das Risiko eines Motorschadens am höchsten: Ihr Zahnriemen macht Probleme, der Turbolader ebenfalls. Wenn dessen Innereien bei hohen Drehzahlen auseinander fliegen, können die Brösel auch den Motor schwer beschädigen. Davon betroffen sind in erster Linie die älteren Diesel mit 72 kW/97 PS. Der Ende 2000 eingeführte Td4 – der auch den BMW 318d antreibt – gilt als solider, schon weil eine Kette die Nockenwelle antreibt.

Technik und Karosserie

Etwas zu sparsam dimensioniert sind auch einige Komponenten des Fahrwerks: Der TÜV muss häufiger Spiel in der Lenkung auf seinen Prüfbögen ankreuzen, das seine Ursache in ausgeschlagenen Spurstangenköpfen, zum Teil aber auch in abgenutzten Zahnstangen des Lenkgetriebes hat. Außerdem zeigen die Traggelenke der vorderen Radaufhängung früh Verschleiß, hinten verschlechtern poröse Gummimetallbuchsen der einzelnen Streben und Lenker den Geradeauslauf des Freelander. Die Hinterachse verdient auch wegen konstruktiver Besonderheiten Beachtung: Die aus dünnen Rohrprofilen bestehenden Querlenker haben nur wenig Bodenfreiheit. In tiefen Spurrillen können sie aufsetzen und abknicken.

Aber für grobes Gelände ist der Freelander auch gar nicht gedacht, das wird schon beim Betrachten des Schalthebels deutlich: Es gibt keine Untersetzung für langsames Fahren mit voller Zugkraft, stattdessen eine gelbe Taste. Die aktiviert die Hill Descent Control, damit krabbelt der Freelander elektronisch gebremst steilste Abhänge hinunter. Elektronik verhindert auch das Durchdrehen einzelner Räder, allerdings strich diese Traktionskontrolle bei unserem Testwagen schon nach ein paar Runden in der Sandgrube die Segel und warnte blinkend vor überhitzten Bremsen.

Wir würden es mit dem Geländebetrieb ohnehin nicht übertreiben, denn damit steigt auch das beim Freelander erhebliche Rost-Risiko. Das Auto auf den Fotos ist zwar erst knapp drei Jahre alt und hat 40.000 Kilometer in zarter Frauenhand zurückgelegt, rostet aber wie Dünnblech-Höhlen der Siebziger. Kein Falz und keine Blechkante am Unterbau, die nicht schon angegriffen wäre. Auch am Fahrwerk überwiegt die böse Farbe Braun. Da stellt sich natürlich die Frage, wie dieses Auto wohl in zwei, drei Jahren aussieht. Vielleicht beginnt dann das Abenteuer Freelander erst richtig.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/98 Einführung in drei Karosserieversionen: als Fünftürer mit festem Blechdach und als Dreitürer mit festem Dach aus Kunststoff oder klappbarem Zeltdach. Motoren: 1,8-l-Benziner/120 PS und 2,0-l-Turbo-Diesel-Direkteinspritzer/97 PS 5/99 Diesel auch im Dreitürer lieferbar 8/00 Neuer 2,5-l-V6-Benziner mit 177 PS 10/00 Td4 (112 PS) ersetzt 2.0 Di, 1,8-l-Benziner nun mit 117 PS 8/02 Facelift, geänderte Ausstattungsversionen 10/03 Modellüberarbeitung

Schwachstellen • Radaufhängung vorn wird oft vom TÜV beanstandet, wegen Spiel in den Führungsgelenken, den Spurstangen und dem Stabilisatorgestänge • die Manschetten der Antriebswellen können von Offroad-Einsätzen zerstört sein • Kupplung leidet unter hohem Verschleiß, dazu kommen Defekte an Geber- und Nehmerzylinder der hydraulischen Betätigung • Motoren sind sehr häufig undicht, bei den Benzinern kommt es gelegentlich zu Überhitzungsschäden wie durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen • auf die Diesel beschränken sich Totalschäden wegen gerissener Zahnriemen sowie defekte Turbolader • Zündanlage der Benziner zeigt sich vereinzelt widerspenstig

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Land Rover Freelander 2.0 Di, 72 kW/97 PS, Bj. 1998. Karosserieteile sind teuer, auch die Lichtmaschine sprengt den Rahmen. Bei zahlreichen freien Land-Rover-Händlern sind solche Teile billiger zu haben.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Land Rover Freelander gehört bei der Hauptuntersuchung zu den Kummerkindern. Motor und Antriebsstrang sind fast immer ölfeucht, Lenkung und Radaufhängungen haben oft unzulässiges Spiel in den Gelenken. Und die Mängelquote der Auspuffanlage liegt um das Vierfache über dem Durchschnitt. Positiv fällt nur die Bewertung der Bremsen aus: Fußund Handbremse sowie die Bremsleitungen und -schläuche sind meist gut in Schuss." Gunnar Dahm Gutachte, TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Land Rover Freelander 2.0 Di (72 kW/97 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 296 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 7,7 Liter, gemessen 10,1 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (19/1000 Euro SB): 981 Euro. Teilkasko (32/300 Euro SB): 270 Euro. Haftpflicht (21): 1103 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 200 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren nur rund 29 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1500 Euro Verlust

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