Fraunhofer-Laserscanner

Laserscanner misst Straßenschäden

— 08.04.2013

Straßen vermessen mit 100 Sachen

Straßenschäden zu erfassen war bisher umständlich und teuer. Ein neuer Laserscanner soll die Messung jetzt schneller, genauer und günstiger machen.

Witterung und Verschleiß schaden den Asphalt- und Betonbelägen von Deutschlands Straßen. Doch wie lassen sich der aktuelle Zustand und der Wert einer Straße ermitteln? "Ein wichtiger Faktor ist die Qualität der Oberfläche, genauer gesagt, der Grad ihrer Ebenheit", erklärt Dr. Alexander Reiterer, Leiter der Forschungsgruppe "Laser Scanning" am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg. Er und sein Team haben den ersten Laserscanner entwickelt, den die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zur Messung der Straßenebenheit zugelassen hat.

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Die Technologie soll den Angaben des Wissenschaftlers zufolge schneller, genauer und kostengünstiger als die bisher angewandte Methode arbeiten. So würde bereits ein einzelner hochauflösender Laserscanner genügen, um die Fahrbahnoberfläche auf einer Breite von vier Metern mit einem Laserstrahl abzutasten und zu vermessen. Wie Reiterer weiter mitteilt, ist der Scanner nicht größer als ein Schuhkarton und wird in drei Metern Höhe am Messfahrzeug befestigt. In dessen Innern rotiert ein achtseitiger Spiegelkörper, der den Laserstrahl quer zur Fahrtrichtung über die Straße lenkt. Ein Öffnungswinkel von 70 Grad reiche aus, um die komplette Straßenbreite auf vier Metern Breite abzutasten – und dies bei normaler Fahrzeugbreite.

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Das Signal werde vom Asphalt zurück auf den Scanner reflektiert und träfe dort auf einen speziellen Detektorchip. Aus der Laufzeit des Laserlichts ließe sich dann die Distanz zwischen Scanner und Straßenoberfläche bestimmen. Die Genauigkeit läge dabei zwischen 0,15 und 0,3 Millimeter. "Die Messung ist unabhängig von äußeren Lichteinflüssen und kann bei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erfolgen", beschreibt Reiterer die Vorteile. Erste Praxistests hat der "Pavement Profile Scanner PPS" des IPM bereits bestanden. Deutschlandweit insgesamt 15.000 Kilometer Autobahnen und Bundesstraßen wurden seit dem Sommer 2012 gescannt. Im Frühjahr 2013 sollen die Start- und Landebahnen des Hamburger Flughafens unter die Lupe genommen werden.

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Fotos: Lehmann und Partner GmbH

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