Laserstrahlen gegen Rost

Laserstrahlen gegen Rost

— 14.09.2016

Strahlend sauberes Blech

Er ist der Feind Nummer eins eines jeden Autoliebhabers: Rost. Mit Laserstrahlen kann er wirkungsvoll bekämpft werden. Allerdings gibt es ein paar Haken.

Da hüpft das Herz des Rost-Hassers: Mit leichter Hand geführt gleitet der gebündelte Lichtstrahl eilig übers Blech und lässt die braune Pest wie von Geisterhand verschwinden. Was hier scheinbar mühelos einen erfolgreichen Kampf gegen den Autofeind Nummer eins führt, sind Laserstrahlen. Der kurz gepulste Strahl, wie Experten sagen, lässt mit hoher Frequenz die Oxidations- und Schmutzschicht auf dem Metall verdampfen. Das Basismaterial hingegen transmittiert oder reflektiert die Strahlen – zurück bleibt eine glatte, saubere Fläche. Rückstände: deutlich weniger als beispielsweise bei der Sandstrahlreinigung. Gefahr der erneuten Rostbildung: geringer als vorher.

Durchbruch im Kampf gegen Korrosion?

Ist dies die Lösung im Kampf gegen Korrosion? Die Rettung für leiderprobte Schätzchen-Hüter? "Leider ist die Sache nicht ganz so einfach", sagt Carsten Johnigk. Der Diplom-Physiker vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT) in Aachen kennt sich aus, hat selbst schon mit Laserreinigern gearbeitet. Das Procedere funktioniere zwar und sei im Übrigen schon ein paar Jahre alt. "Für eine Werkstatt-Revolution in der Automobilbranche wird es aber vermutlich nicht reichen", so Johnigk.
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Störfaktoren Kosten und Sicherheit

Türen, Bremsen, Rahmen, Unterboden: Rost lauert bei manchen Modellen an fast jeder Stelle.

Hauptgrund seien die Kosten. Ein sogenannter Rucksack-Laser mit einer verhältnismäßig geringen Leistung von 50 Watt mittlerer Lichtleistung kostet bereits um die 50.000 Euro. Ein Hochleistungsgerät mit bis zu einem Kilowatt Strahlkraft liege "auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich", so Johnigk. Hinzu komme die Sicherheit, so der Physiker. "Der Raum muss gekapselt werden, und das Laser auf keinen Fall in die Augen kommen", sagt der Forscher. Zudem funktioniere das Verfahren nur bei reinem Metall, "bei gemischtem wird's schwierig", so Johnigk. Ungeahnte Reaktionen könnten entstehen. Teilweise könne Gas abströmen, das sei nicht ungefährlich. Außerdem dürfte Rost in abgelegenen Bereichen wie zum Beispiel Hohlräumen schwer zu bestrahlen sein.

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Deutscher Umweltpreis

Das Unternehmen cleanLASER aus Herzogenrath bei Aachen, von zwei ehemaligen ILT-Mitarbeitern gegründet, stellt bereits seit mehreren Jahren Laserstrahl-Reinigungssysteme her. 2010 gab's zur Belohnung sogar den Deutschen Umweltpreis für die Entwicklung des umweltschonenden Verfahrens. Die Firma beliefert neben der Luftfahrt- und Kunststoffindustrie auch die Autobranche. Allerdings würden die Maschinen eher von Großunternehmen in der Fertigung eingesetzt, sagte eine Firmensprecherin AUTO BILD. Für mittelständische Werkstätten oder Auto-Restaurationsbetriebe sei eine Anschaffung "wirtschaftlich kaum darstellbar".

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