Weibliche Fahrer bei den 24h von Le Mans

Le Mans: Frauen und Damenteams

— 17.06.2017

Schon 57 Frauen in Le Mans

Mit Christina Nielsen ist 2017 nur eine Dame am Start des 24-Stunden-Rennens von Le Mans. Es gab Zeiten, da war das ganz anders. Bilder und Stories.

Ihre langen blonden Haare bindet sie zu einem Zopf zusammen. Sie zieht sich den Helm und die Handschuhe an. Dann steigt sie in den über 500 PS starken Ferrari 488 GTE und düst los. Christina Nielsen, 25 Jahre alt, aus Dänemark – sie ist die einzige Frau im 180 Fahrer starken Feld des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 2017. Aber als etwas Besonderes sieht sie sich trotzdem nicht: „Ich bin keine Frau, die Rennen fährt. Ich bin ein Rennfahrer, der eine Frau ist.“
Le Mans ab 2020: So sieht die Zukunft aus

Anders als in der Formel 1 sind Frauen in Le Mans wirklich keine Besonderheit. 57 davon nahmen den Langstrecken-Klassiker schon in Angriff. Sie bringen es auf insgesamt 127 Rennen. 21 davon waren reine Damenteams.

Besonders in den 30er und 70er Jahren fuhren viele Frauen in Le Mans

Viele Le-Mans-Starterinnen kommen aus Frankreich. Hier wurden schon in den 30er Jahren weibliche Rennfahrerinnen gefördert. Etwa mit einer reinen Damen-Rallye. Kein Wunder, dass mit zehn weiblichen Startern der Rekord schon ins Jahr 1935 zurückreicht.

Odette Siko und Marguerite Mareuse nahmen die Hatz 1930 in einem Bugatti Type 40 als erste Frauen auf sich. Rang sieben ist das bis heute beste Resultat eines reinen Damenteams. Und das beste Resultat einer Dame in Le Mans schaffte ebenfalls Siko: Rang vier 1932 im Alfa Romeo 6C, gleichbedeutend mit dem Klassensieg in der Zwei-Liter-Kategorie.

Anne-Charlotte Verney hat mit zehn Starts den weiblichen Fleiß-Rekord aufgestellt. Ihr Vater Louis war einer der Drahtzieher hinter dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ihre Le-Mans-Teilnahme war aber nicht nur Vettern-Wirtschaft: Auch bei der Rallye Dakar war sie dabei – unter anderem mit Mark Thatcher, dem Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher.

Aus Deutschland kam bisher nur eine Frau: Claudia Hürtgen, die jahrelang auch als deutsche Formel-1-Hoffnung galt, sich dann aber bei einem Formel-3-Crash in Monaco 1993 schwer an der Hand verletzte.

Weibliche Fahrer bei den 24h von Le Mans

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance; Getty Images; DPPI/Picture-alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung