Weibliche Fahrer bei den 24h von Le Mans

Le Mans: Kommentar zum Porsche-Sieg

— 18.06.2017

Das muss die Formel 1 von Le Mans lernen

Die 24 Stunden von Le Mans 2017 waren eines der verrücktesten Rennen aller Zeiten. Es hatte genau die Zutaten, die für spannende Rennen wichtig sind.

So geht Rennsport. Die 24 Stunden von Le Mans, das sind rund 36.000 PS zwei mal rund um die Uhr. 60 Autos, 180 Fahrer. Und jeder erlebt in den 24 Stunden seine ganz eigene Geschichte. Amateure gegen Profis, Träumer gegen Titanen, No-Names gegen ehemalige GP-Sieger. Und Le Mans, das bedeutet 24 Stunden lang Drama.

Le Mans: Das ist immer auch großes Drama

Das Rennen zeigt, wie Rennsport geht. Zugegeben, in den 24 Stunden haben wir auch in Le Mans gähnende Menschen gesehen. Nicht nur aus Müdigkeit. Es kam zwischenzeitlich auch Langweile auf. Erst war der Toyota-Sieg quasi schon unter Dach und Fach. Dann der Porsche-Sieg der Startnummer eins. Aber eben: jedes Mal wieder kam es zu dramatischen Wendungen. Überraschungen. Paukenschläge. Achterbahnfahrten der Gefühle. Das ist Rennsport, das ist Sport.

Le Mans ist nicht berechenbar. Wenn ein Fahrer gewinnt, der zwischenzeitlich mal 18 Runden zurücklag, dann sagt das alles über das Rennen. Wenn ein Team aus der zweiten Klasse, im Besitz einer Schauspiellegende, bis in die letzte Stunde hinein plötzlich um den Sieg kämpft, dann sagt das alles über die Emotionen, die in diesem Rennen drinsteckten. Der Kampf David gegen Goliath, der Kampf fünf Millionen Euro Budget gegen 140 Millionen Euro Budget. Der Kampf 600 PS gegen 1000 PS. Wann hat denn das letzte Mal in der Formel 1 ein Fahrer gewonnen, der nicht für ein Topteam fuhr? Pastor Maldonado 2012 für Williams in Spanien, dank der Pirelli-Reifenlotterie. Davor Sebastian Vettel für Toro Rosso in Italien, dank grandioser Leistung im Regen.

Fast gab es die Sensation durch ein LMP2-Auto...

In Le Mans wurden plötzlich Fahrer wie Thomas Laurent zum Helden, die gestern maximal eingefleischten Rennsportfans ein Begriff waren. Ein 19-jähriger kämpft in seinem ersten Le-Mans-Rennen gegen die ganz Großen dieses Sports.

Keine Frage: Auch in der Sportwagen-WM und damit in Le Mans ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wenn Porsche den Hattrick als Basis zum Ausstieg nimmt - und diese Stimmungen sind hier durchaus als realistisches Szenario zu vernehmen - ist die LMP1-Klasse tot. Schlimmer noch: Sie überlebt, wird aber mit Toyota als Solo-Akteur ein Schattendarsein führen. Interesse für die dreistellige Millionenschlacht gibt es maximal von Peugeot.

Hamilton gegen Vettel sorgt für Spannung in der F1

Trotzdem haben die Macher der Formel 1 das Rennen hoffentlich verfolgt. Die Formel 1 braucht auch wieder dramatische Wendungen, überraschende Ausfälle oder Fahrfehler, emotionale Achterbahnfahrten. Die Fans wollen überrascht werden und nicht lediglich Start und Boxenstopp verfolgen müssen um zu wissen, wer gewinnt. In Le Mans dachte man an diesem Wochenende drei Mal zu wissen, wer gewinnt. Und es wurde ein anderer. Einer, der abgeschrieben war.

Mit dem Zweikampf Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton ist die Formel 1 2017 auf dem richtigen Weg dorthin. Keiner weiß heute, wer Aserbaidschan gewinnt. Das war vor einem Jahr noch ganz anders. Kein Fahrer hat 2017 zwei Rennen in Folge gewonnen. Aber jetzt braucht die Formel 1 auch noch Autos, die nicht sieben Rennen halten müssen, sondern am Limit sind. Strecken, auf denen die Fahrer nicht endlose Freiheiten für Fehler haben, sondern bei Fehlern bestraft werden. Und kleine Teams, die zwar nicht ständig, aber doch immer wieder zumindest mal die Chance haben mit den Großen mitzuhalten. So wie in Le Mans.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung