Le Mans Vorschau Michelin

Le Mans: Nachbericht Michelin

— 21.06.2016

Michelin macht 25. Le Mans-Sieg komplett

Nach den vermutlich dramatischsten Schlussminuten in der Geschichte des Langstreckenklassikers hat Michelin zum 25. Mal die 24 Stunden von Le Mans gewonnen.

Das Werksteam von Toyota sah mit dem TS050 Hybrid von Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima bereits wie der sichere Sieger aus, als der japanische Klasse-1-Prototyp in der vorletzten Runde auf der Start-Ziel-Geraden kraftlos ausrollte. So konnte sich der Porsche 919 Hybrid des Trios Marc Lieb, Neel Jani und Romain Dumas, der sich mit beiden Toyota seit der sechsten Rennstunde ein faszinierendes Duell um die Führung geliefert hatte, buchstäblich auf den letzten Metern noch an die Spitze setzen. Für Porsche war es nach dem Erfolg des Vorjahres der 18. Le Mans-Sieg. Michelin ist seit 1988 auf dem "Circuit des 24 heures" ungeschlagen.

Dramatische letzte Minuten

Nach dem bravourösen Duell mit Toyota hatte sich Vorjahressieger Porsche schon mit Rang zwei angefreundet, dann gelang dem Michelin Partnerteam doch noch der 18. Le Mans-Gesamtsieg.

Das Mitgefühl aller Motorsportfans auf der Welt ist Toyota nach dem so sehnsüchtig angestrebten, aber erneut unglücklich verpassten Le Mans-Triumph sicher. Dabei schien der Angriff auf den ersehnten Le Mans-Sieg für das in Köln-Marsdorf beheimatete Werksteam endlich zum Happy End zu führen – eine Runde vor Schluss nahm das Rennen für die Japaner jedoch die Züge einer griechischen Tragödie an. Den vermeintlich sicheren Sieg vor Augen, verlor der Toyota TS050 Hybrid mit der Startnummer 5 nur wenige Minuten vor Ablauf der 24 Rennstunden an Leistung. Schlussfahrer Kazuki Nakajima rollte vor der Boxengasse aus und musste machtlos mit ansehen, wie Neel Jani im Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 2 vorbeifuhr und die letzte Runde zum Triumphzug der deutschen Vorjahressieger geriet. Ebenfalls bitter: Da das Auto von Nakajima/Davidson/Buemi die letzte Runde nicht in der vorgeschriebenen Mindestzeit absolvieren konnte, wurden die Drei nicht gewertet.

Alle drei LMP1-Partnerteams von Michelin auf dem Podium

Dass der andere Toyota-Prototyp als Zweiter durchs Ziel fuhr, konnte die japanisch-deutsch-französische Werksmannschaft nicht trösten. Auf Rang drei lief mit zwölf Runden Rückstand der erste Audi R18 Hybrid ein, gesteuert von Lucas die Grassi, Benoit Tréluyer und Loïc Duval. Reifenspezialist Michelin war damit an der Seite aller drei LMP1-Partnerteams auf dem Siegerpodest vertreten.

GTE-Klassen: Ferrari und Ford duellierten sich auf Michelin-Reifen

Triumphale Rückkehr: Genau 50 Jahre nach dem historischen Dreifacherfolg der Marke gewann Michelin Partner Ford mit dem neuen Ford GT auf Anhieb die LM GTE Pro-Kategorie.

Ihre Le Mans-Ziele erreicht hat die französische Premiummarke auch in beiden GTE-Klassen. In der Pro-Kategorie überquerte nach 24 Stunden der brandneue Ford GT von Dirk Müller, Joey Hand und Lokalmatador Sébastien Bourdais die Ziellinie als Erster – gefolgt vom ebenfalls neu entwickelten Ferrari 488 GTE den Davide Rigon, Sam Bird und Andrea Bertolini steuerten. Da gegen beide Fahrzeuge aber noch Proteste eingelegt wurden, besitzt das Ergebnis noch vorläufigen Charakter. Ford will mit dem Klassensieg an den Dreifacherfolg von 1966 erinnern, auch damals kam der große Gegner aus Maranello. In der Am-Wertung rollte der Ferrari 458 Italia von William Sweedler/Towsend Bell/Jeffrey Segal auf Reifen von Michelin zum Klassensieg.

Komplette Rennreifen-Produktpalette von Michelin im Einsatz

Sieger der Herzen: Mit maximaler Effizienz und hervorragender Nutzung der Michelin Rennreifen bestimmte Toyota die Pace – und blieb nach dem Last-Minute-Defekt der Startnummer 5 doch ohne den ersehnten Le Mans-Sieg.

Michelin hat mehr als 6.000 Reifen nach Le Mans gebracht, 35 bis 40 Prozent davon waren Regenspezialisten – von denen die Teams in den zumeist verregneten Trainings- und Qualifyingsitzungen sowie beim Start, der aufgrund heftiger Niederschläge hinter dem Safety-Car erfolgte, reichlich Gebrauch machten.
Inklusive des offiziellen Vortests kamen rund 2.500 Pneus zum Einsatz. Im Fahrerlager diente ein 800-Quadratmeter-Zelt als Reifenlager, 50 Mechaniker sorgten in einem zweiten Zelt gleicher Größe im Schichtbetrieb für die Montage und Demontage. 25 Techniker hielten den Kontakt zu den Partnerteams von Michelin, 15 Reifeningenieure standen für die Analyse der Pneus und ihrer Performance bereit. Insgesamt schickte die Premiummarke 100 Team-Mitglieder nach Le Mans.

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