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Le Mans: Neue Regeln ab 2020

— 16.06.2017

So sieht die Zukunft von Le Mans aus

Auf der alljährlichen Pressekonferenz des Le-Mans-Veranstalters ACO wurde das Reglement für die Jahre 2020 bis 2024 verkündet. Evolution statt Revolution.

Der Audi-Ausstieg aus der Sportwagen-WM stürzt die LMP1-Klasse in die Krise. Mit Toyota und Porsche sind nur noch zwei Werksteams am Start, das private Kolles-Team ist als letzter Privatier nur noch bis zum Nürburgring dabei. Peugeot zeigt zwar Interesse, wieder zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans zurückzukehren, macht das aber auch von den Kosten abhängig.

Inzwischen steht das neue Reglement für die Jahre ab 2020 fest. Es soll Porsche und Toyota zum Verbleib animieren, Peugeot zur Rückkehr. Auf den ersten Blick ist es aber eine Evolution statt eine Revolution.

Die Basis des Effizienz-Reglements bleibt bestehen. Heißt: Es sind weiterhin zwei Hybridelemente erlaubt. Porsche fährt mit einem Bremsenergierückgewinnungssystem sowie einem Energierückgewinnungssystem am Abgastrakt. Toyota setzt zwei Systeme an der Bremse ein. Porsche-LMP1-Chef Fritz Enzinger zu ABMS: „Uns war wichtig, dass wir bei der Technik keinen Rückschritt haben werden. Daher ist dieser Schritt absolut richtig.“

Wohin geht die Reise für die 24 Stunden von Le Mans?

Trotzdem sollen die Kosten ab 2020 deutlich gesenkt werden. Die Entwicklungsfreiräume werden eingeschränkt. Wie das im Detail aussehen wird, muss in den nächsten Monaten noch ausgearbeitet werden. Denkbar ist, dass ein Hersteller nur noch einzelne Fahrzeugbereiche anfassen darf, also entweder Motor, Chassis, Hybridsystem oder Bodywork. Darüber hinaus dürfen die Teams ab 2020 nur noch ein statt wie bisher zwei Aerodynamik-Kits entwickeln. Dafür gibt es mehr Verstellmöglichkeiten bei Front- und Heckflügel.

Außerdem soll auch der operative Einsatz günstiger werden. Dafür werden die Windkanalstunden von 800 auf 600 Stunden pro Jahr reduziert, die Testfahrten von 40 auf 30 Tage, das Personal vor Ort von 65 auf 50 Mann. Dazu sind nur noch vier statt wie bisher fünf Motoren pro Saison erlaubt. Enzinger: „Wir haben bei Porsche errechnet, dass wir dadurch etwa zehn Prozent der Kosten sparen.“

Er schränkt aber auch ein: „Da haben wir noch nicht die neuen Elektro-Regeln mit eingerechnet. Da wird die Entwicklung sicherlich auch Geld kosten.“ Gemeint ist der neue Vorstoß des ACO, dass die Batterien im Auto künftig an der Box geladen werden können und eine bestimmte Strecke allein mit der Elektro-Power zurückgelegt werden muss.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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