Alle Rennwagen vom 24h Rennen in Le Mans 2017

Alle Rennwagen vom 24h Rennen in Le Mans 2017

Le Mans: Porsche und Toyota patzen

— 18.06.2017

Porsche-Sieg nach 18 Runden Rückstand!

Bei nur noch fünf Werks-LMP1-Rennwagen war das fast zu erwarten: Beinahe wäre es in Le Mans zum sensationellen Sieg eines LMP2 gekommen!

Was für ein verrücktes 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Favoritensterben am laufenden Band. Toyota schafft auch im 19. Anlauf nicht den Sieg beim Langstreckenklassiker. Trotz Rundenrekord im Qualifying und schnellstem Auto. Und Porsche hätte davon beinahe nicht profitieren können. Der Sieger-Porsche von Timo Bernhard, Brendon Hartley und Earl Bamber lag im Rennen zwischenzeitlich fast 20 Runden zurück!

Die Fakten: Der 19. Sieg von Porsche an der Sarthe ist gleichbedeutend mit dem ersten für Brendon Hartley. Der Neuseeländer ist der 132. Sieger in Le Mans. Für Landsmann und Teamkollege Earl Bamber (nach 2015 mit Nico Hülkenberg im Porsche) und Timo Bernhard (nach 2010 für Audi) ist es bereits der zweite Le-Mans-Gesamtieg.

Am Ende feierte wieder Porsche, diesmal mit der #2

"Für mich wird ein Traum wahr, hier mit Porsche zu gewinnen. Das ist unglaublich", sagte Bernhard nach der Zieldurchfahrt bei Europsort: "Hier in Le Mans kann man das schlimmste oder das schönste Rennen überhaupt haben. Es ging für uns um jede Runde, jede Sekunde. Ich bin jetzt sehr glücklich."

Denn selbst als heute Morgen die Sonne aufging, hatte das Porsche-Trio noch nicht an einen Erfolg glauben können. Ein frühes Problem am Hybridsystem an der Vorderachse sorgte für eine lange Stand- und Reparaturzeit. 18 Runden betrug der Rückstand zwischenzeitlich.

Doch es war der LMP1-Rennwagen, der noch am wenigsten Probleme hatte. Der private Kolles-LMP1 aus Deutschland kam nur sieben Runden weit. Schon vor dem Rennen wurde dort drei Mal der Motor gewechselt.

Toyota brachte auch nur einen LMP1 durchs Rennen: Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Anthony Davidson erreichten Platz neun, hatten das exakt selbe Problem wie der Sieger-Porsche. Doch bei Toyota wurde auch noch die Batterie in Mitleidenschaft gezogen. Die Reparatur dauerte länger, zehn Runden exakt.

Freudentaumel: Bamber und Hartley jubeln

Der schnellste Toyota war der von Kamui Kobayashi, Mike Conway und Stéphane Sarrazin. Aber um Mitternacht platzten alle Sieghoffnungen: Ausfall wegen eines Kupplungsschadens. Ursache war wohl eine Gelbphase, in der Kobayashi an der Box zwei Mal anfahren musste, weil die Boxengasse währenddessen geschlossen war. Das schmorte die Kupplung durch. Der dritte Toyota sollte als Sicherheit genau für diesen Fall von Problemen an beiden Vollzeit-Toyotas einspringen. Aber eine Kollision mit dem LMP2-Fahrer Simon Trummer machte auch diese Hoffnung zunichte. Ausfall.

Nach den Toyota-Problemen hatten André Lotterer, Nick Tandy und Neel Jani über zehn Runden Vorsprung auf die Verfolger. Um 11:10 Uhr rollte plötzlich Lotterer aus. Probleme mit dem Öldruck. Er versuchte den wunden Porsche 919 Hybrid noch an die Box zu schleppen – aber vergebens. „Wir waren sehr konservativ unterwegs. Plötzlich fiel der Öldruck. Der Ausfall ist hart. So ist Le Mans.“

Lange Zeit lag dann eine Sensation in der Luft: Der Gesamtsieg eines LMP2-Prototyp. Der Oreca-Gibson des Teams um Hollywood-Legende Jackie Chan, führte bis gut eine Stunde vor Rennende das Rennen an. Aber Porsche holte in den letzten Stunden mehr als zwei Runden auf. Timo Bernhard überholte Ho-Pin Tung 67 Minuten vor Rennende.

Tung aber feierte als Zweiter wenigstens den Sieg in der LMP2-Klasse. In der GT-Pro-Wertung setzte sich in einem 24 Stunden langen Sprintrennen Aston Martin mit Jonathan Adam, Daniel Serra und Darren Turner durch. Bis zur letzten Sekunde wurde hier um den Sieg gefightet. Es war die umkämpfteste Klasse des gesamten Rennens. In der GT-Amateurwertung siegte der JMW Ferrari mit Dries Vanthoor, Will Stevens und Rob Smith.

Ergebnis - 24h von Le Mans 2017:

1. Porsche LMP Team (Timo Bernhard/Homburg, Earl Bamber, Brendon Hartley/beide Neuseeland) 367 Runden
2. Oreca/Jackie Chan DC Racing (Tung/China, Laurent/Frankreich, Jarvis/Großbritannien) 366
3. Oreca/Vaillante Rebellion (Piquet Junior/Brasilien, Heinemeier Hansson/Dänemark, Beche/Schweiz) 364
4. Oreca/Jackie Chan DC Racing (Cheng/China, Gommendy/Frankreich, Brundle/Großbritannien) 363
5. Alpine/Signatech Alpine Matmut (Panciatici, Ragues/beide Frankreich, Negrao/Brasilien) 362
6. Ligier/United Autosports (Owen/USA, De Sadeleer/Schweiz, Albuquerque/Portgual) 362

Das ganze Rennen noch einmal zum Nachlesen gibt es hier in unserem Ticker:



Die komplette Starterliste der 24 Stunden von Le Mans 2017 gibt es hier in der Übersicht.
Für App-User: Direktlink zum Live-Ticker des 24h-Rennens hier.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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