24h von Le Mans 2016

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Le Mans: René Rast im Interview

— 16.06.2016

"LMP2 im Verkehr noch schwieriger"

Nach nur einem Jahr muss René Rast zurück in die kleinere LMP2-Prototypenklasse, weil Audi sein Aufgebot reduziert hat. Er vergleicht die beiden Klassen.

Herr Rast, Sie sind schon LMP1 und LMP2 in Le Mans gefahren. Was sind für Sie als Fahrer die zentralen Unterschiede?

René Rast: Im Grunde genommen sind die beiden Autos relativ ähnlich vom Fahrverhalten. Die Kurvengeschwindigkeiten sind ähnlich, die Bremspunkte sind ähnlich. Die LMP1 sind halt in der Beschleunigung noch einmal eine andere Hausnummer, dank Allradantrieb und 500 PS mehr. Man muss im LMP1 viel mehr Knöpfe bedienen, hat mehr Einstellmöglichkeiten aufgrund des Hybridsystems, aber auch vom Fahrwerk her. Das Im LMP2 musst du einfach nur fahren und ein bisschen mit den Ingenieuren sprechen.

Ein zentrales Thema in Le Mans ist das Überrunden der langsameren Fahrzeuge. Ist das im LMP2 schwieriger?

Im LMP1 sind die Geschwindigkeits-Unterschiede natürlich größer zu den langsamen Autos, gerade in der Beschleunigung. Deswegen tut man sich im LMP1 weniger schwer beim Überholen. Im LMP2 ist das schwieriger: Die GT-Autos sind auf den Geraden ähnlich schnell wie wir.

Der Deutsche René Rast geht in der LMP2-Kategorie als Favorit in Le Mans an den Start

Und der Kampf innerhalb der Kategorien: Ist das die LMP2 noch härter?


Man hat viel mehr Konkurrenzkampf, weil es viel mehr Autos gibt. Es sind aber auch viele Profi-Lineups am Start, weil die Klasse einfach recht eng beisammen und attraktiv ist. Das wird also nicht leicht zu gewinnen. Das wird wahrscheinloch ein Sprintrennen über 24 Stunden werden.

Wie stehen die Chancen auf einen Le-Mans-Sieg nach dem bisherigen Saisonverlauf?

Von der Pace her waren wir eigentlich immer dabei, wir hatten in Silverstone und in Spa die Pole und im Rennen immer das schnellste Auto. Aber bis jetzt haben wir es im Rennen nie geschafft zu gewinnen – weil mein Teamkollege zu viel Kontakt hatte mit den GT-Autos. Das führt dazu, dass das Bodywork kaputt ist und man einen Boxenstopp einlegen muss, der da drei oder vier Minuten kostet und das holt man während des Rennens nicht mehr auf. Du kennst die 24 Stunden von Le Mans und die 24 Stunden am Nürburgring. Wie kann man diese beiden Langstreckenklassiker miteinander vergleichen?

Nürburgring ist ein ganz anderes Rennen als Le Mans. Da ist alles etwas verrückter. Das Flair hat was von Kartsport, ist familiärer. Aber das Rennen ist auf der Strecke trotzdem professionell. Dadurch dass die Strecke so schwierig ist und man wenig Auslauf hat, ist es auch sehr gefährlich und es passieren viele Unfälle. In Le Mans gibt es weniger Autos, die Geraden sind länger, man hat mehr Auslaufzonen. Das heißt, man kann sich in Le Mans vielleicht auch mal den einen oder anderen Fehler erlauben und man ist als Fahrer nicht immer so angespannt wie am Nürburgring. Es ist vom Kopf her entspannter, aber weil die Geschwindigkeiten höher sind, muss man sich auf eine andere Art und Weise besser konzentrieren.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images

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