Le Mans Vorschau Michelin

Le Mans Special: Michelin

— 09.06.2017

Sieg Nummer 26 in Arbeit

Mehr als die Hälfte aller Starter beim 24h-Rennen von Le Mans vertrauen auf Reifen von Michelin. Das legendäre 24-Stunden-Rennen verspricht Hochspannung pur.

Ferrari 488 GTE (v.), Sieger in Spa, und Ford GT,
Gewinner beim Saisonauftakt in Silverstone, sind die Le-Mans-Favoriten in der Klasse LMGTE Pro.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Michelin – das gehört einfach zusammen. Wer das vielleicht härteste, sicher aber bedeutendste Langstreckenrennen der Welt gewinnen will, kommt an den Reifen aus Clermond Ferrand kaum vorbei. Mittlerweile 25 Gesamtsiege haben Michelin-Kunden eingefahren, die letzten 19 davon in Folge. Zudem feierten Michelin-Kunden unzählige Erfolge in den kleineren Klassen bei den Rennen im französischen PS-Mekka, das rund 210 Kilometer südwestlich von Paris am Fluss Sarthe liegt. Gesamtsieg Nummer 26 wird in diesem Jahr folgen. Denn obwohl anders als in anderen Top-Serien wie etwa der Formel 1 oder DTM in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) keine Einheitsreifen vorgeschrieben sind, vertrauen in der Top-Le-Mans-Klasse LMP1 seit Jahr und Tag nahezu alle Teilnehmer auf Michelin-Reifen. Warum das so ist, erklärt Pascal Vasselon, Technischer Direktor bei Toyota Motorsport: "Michelin ist seit Langem der Maßstab für Reifen im Langstreckensport. Ganz besonders in Le Mans, wo Michelin seit 1998 ununterbrochen gewonnen hat. Als Toyota 2012 nach Le Mans zurückkehrte und in die Langstrecken-WM eingestiegen ist, war Michelin deshalb für uns die logische Wahl." Nach dem Werks-Rückzug von Audi aus der WM am Ende der vergangenen WEC-Saison ist Toyota bei der 85. Auflage des 24-Stunden-Rennens in Le Mans in diesem Jahr der einzige echte Herausforderer von Porsche, die den Klassiker in den letzten beiden Jahren für sich entschieden haben.

Neues Jahr, neue Herausforderungen

Reifenservice im 3-Schicht-Betrieb: Michelin ist mit einem 100-Mann-Team und 6000 Pneus im Le-Mans-Einsatz.

Porsche und Toyota vertrauen 2017 auf die schon im Vorjahr eingesetzten Autos. Porsche auf den 919 Hybrid mit einem V4-Turbomotor (zwei Liter Hubraum, 500 PS an der Hinterachse) sowie einem Elektromotor (400 PS an der Vorderachse). Toyota auf den TS050 (2,4-Liter-V6-Biturbo mit 500 PS sowie 500 PS Elektropower und kombiniertem Vorder- und Hinterradantrieb). Beide Autos wurden jedoch weiterentwickelt. Und jede Veränderung an Antrieb und Fahrwerk verändert die Charakteristik eines Rennwagens und damit auch die Anforderung an die Reifen. Seit jeher arbeitet Michelin deshalb eng mit den Herstellern zusammen. "Wir bekommen von der frühesten Phase einer Entwicklung an den Autos Informationen für die Reifen. Das versetzt uns in die Lage, Reifen auf höchstem Niveau mit der notwendigen Kombination aus Sicherheit, Schnelligkeit, Vielseitigkeit und Langlebigkeit zur Verfügung stellen zu können", beschreibt Michelin-Motorsport-Direktor Pascal Couasnon die Michelin-Philosophie. In zahlreichen Einzeltests und mit viel Feinarbeit entwickelt Michelin dann Reifen, die perfekt zu den technischen Anforderungen der jeweiligen Rennautos passen. Aber nicht nur deswegen hatten die Michelin-Ingenieure in diesem Jahr viel Arbeit.

WEC: neue Regeln 2017

Mit Beginn dieser Saison hat sich das Reifenreglement in der WEC geändert. Die neuen Pneus müssen jetzt noch länger durchhalten. Statt wie bisher 24 ist jetzt nur noch der Einsatz von 16 Trockenreifen in Qualifikation und Rennen erlaubt. Für Le Mans wird dieses Limit zwar erhöht (28 Reifen für freies Training und Qualifying, 48 Reifen für das Rennen sowie vier Ersatzreifen für das Wochenende), dennoch kommt dem Reifenmanagement große Bedeutung zu. Schon in den vergangenen Jahren absolvierten die Teams Vierfach-, teilweise sogar Fünffach-Stints. Um die Standzeit in der Box zu minimieren, wurden also nur bei jedem fünften oder sechsten Stopp die Reifen gewechselt. Die LMP1-Boliden legten so mehr als 700 Kilometer auf einem Satz Reifen zurück. Und das bei Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h. Durch den wegen der ausgefeilten Aerodynamik der Rennautos entstehenden hohen Anpressdruck von rund 250 Kilogramm wächst die Belastung für die Reifen noch einmal enorm. Pascal Vasselon: "Bei diesen Mehrfach-Stints muss die Reifenleistung über viele Runden konstant stark sein. Deshalb ist der richtige Umgang mit den Reifen ein wichtiger Punkt, der viel Einfluss auf den Ausgang eines Rennens hat."

Reifen für alle Bedürfnisse

Toyota, zweifacher Saisonsieger (l.), gegen
Titelverteidiger Porsche heißt das Duell um den Le-Mans-Sieg 2017.

Nach Michelin-Simulationen könnten mit den neuen Pneus theoretisch sogar Sechs- bis Siebenfach-Stints möglich sein. Also eine Distanz von rund 1200 Kilometern. Das entspricht im Vergleich vier Formel-1-Grands-Prix. Das sind allerdings kaum mehr als theoretische Gedankenspiele, weil dabei die maximal erlaubte Fahrzeit eines Fahrers überschritten würde. Bei den profillosen Trockenreifen, den Slicks, können die Teams aus drei verschiedenen Mischungen wählen. Deren Namen hat Michelin für diese Saison vereinfacht. Sie heißen nun schlicht soft, medium und hart. Weil die jeweils auf einem Auto aufgezogene Mischung auch bei den TV-Übertragungen eingeblendet wird, ist es für die Fans so einfacher, die gerade gefahrenen Zeiten einzuordnen. Ähnlich heiß wie in der LMP1 geht es im Kampf um Rennsiege in der WEC auch in der Top-GT-Klasse LMGTE Pro zu. Favoriten für Le Mans sind hier die Werksteams von Ford (Sieger beim Saisonauftakt in Silverstone) und Ferrari (Sieger beim zweiten Saisonlauf in Spa), die ebenfalls auf Michelin-Pneus vertrauen. Mit Aston Martin, Chevrolet und Porsche machen sich in dieser Klasse drei weitere Hersteller Hoffnungen auf den Sieg in Le Mans. Auch in dieser Klasse, in der seriennahe Supersportwagen mit bis zu 500 PS (Hubraum bis 4000 cm³ für Turbo-, bis 5500 cm³ für Saugmotoren) fahren, stellt Michelin seinen Kunden speziell auf die Bedürfnisse der Rennautos zugeschnittene Rennreifen zur Verfügung. Und wenn es in Le Mans regnet, hält Michelin zwei ganz besondere Spezialisten parat. Bei Mischbedingungen oder leichterem Regen sorgt der mit seiner Profillosigkeit einem Slick ähnelnde Intermediate-Reifen mit spezieller Konstruktion und besonders weicher Mischung für optimalen Grip. Bei starken Niederschlägen kann der Michelin-Regenpneu "Full Wet" bis zu 120 Liter pro Sekunden kanalisieren und ableiten. Mit den französischen Reifen sind die Teams beim französischen Klassiker also perfekt auf alle Eventualitäten vorbereitet.

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