Le Mans Vorschau Michelin

Le Mans Special: Michelin Teil 2

20. Le Mans-Sieg in Folge im Visier

Triumphale Erfolge, dramatische Rennen und Helden für die Ewigkeit: Der Mythos Le Mans lebt seit 1923. Michelin versorgt seine Partnerteams in allen vier Klassen mit Hochleistungsreifen, die dem anspruchsvollen Marathon-Rennen gewachsen sind.

Geschätzt 250.000 Motorsportfans aus aller Welt reisen nach Frankreich und fiebern dem Spektakel entgegen.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans stellt für die teilnehmenden Rennfahrer, Teams und Hersteller die größte Herausforderung des Jahres dar. Geschätzt 250.000 Motorsportfans aus aller Welt reisen nach Frankreich und fiebern dem Spektakel auf dem 13,629 Kilometer langen Asphaltband – mehr als neun Kilometer hiervon sonst gewöhnliche Landstraße – entgegen. Michelin versorgt seine Partner mit modernstem Reifenmaterial, damit sie unter allen Bedingungen für die 24-stündige Tortur bestmöglich gerüstet sind. Denn fast schon traditionell spielen auch die häufig wechselnden Witterungsbedingungen bei diesem Langstreckenklassiker eine wichtige Rolle. Ganz gleich ob Sonne, Regen, Temperaturschwankungen: Die Reifen des französischen Herstellers ermöglichen bei allen Verhältnissen Top-Performance. Das 24-Stunden-Rennen zählt als dritter Lauf auch für die Sportwagen-Weltmeisterschft WEC (World Endurance Championship). Die Besonderheit: In Le Mans werden doppelt so viele Punkte an Teams und Fahrer verteilt wie bei den sonst üblichen Sechsstundenrennen des WM-Kalenders. Die siegreichen Teilnehmer erhalten somit zum Beispiel 50 statt 25 Zähler.

Die Sportwagen-Elite aus der Langstrecken-Welt trifft sich in Le Mans

2016 konnte sich der Porsche 919 Hybrid des Trios Lieb, Jani und Dumas auf den letzten Metern noch an die Spitze setzen.

Aus eigener Kraft heraus können sich den Gesamtsieg in Le Mans nur die technisch besonders anspruchsvollen Hybrid-Prototypen der LMP1-Kategorie sichern. Obwohl Wettbewerb unter den Reifenherstellern zugelassen ist, haben sich die beiden in der höchsten Klasse vertretenen Werksteams für Michelin als Partner entschieden. Den Grundstein für diese Serie legte übrigens 1998 der Le Mans-Erfolg des Porsche 911 GT1.
Mit zwei Saisonsiegen im Rücken reist das Toyota-Werksteam als WEC-Tabellenführer zu den "24 Heures du Mans". Der auf Reifen von Michelin rollende TS050 Hybrid von Anthony Davidson (GB), Kazuki Nakajima (J) und Sébastien Buemi (CH) liegt auf Platz eins vor dem bestplatzierten 919 Hybrid von Timo Bernhard (D), Brendon Hartley und Earl Bamber (beide NZ) und dem Schwester-Porsche von Weltmeister Neel Jani (CH), André Lotterer (D) und Nick Tandy (GB). Dieses Trio vereint insgesamt fünf Le Mans-Siege auf sich, allesamt errungen auf Pneus aus Clermont-Ferrand.

Während sich die Zuffenhausener – anders als noch 2015 – auf zwei Rennwagen konzentrieren, gehen ihre japanischen Konkurrenten in diesem Jahr "all-in": Neben dem für die WEC gesetzten zweiten TS050 für Mike Conway (GB)/Kamui Kobayashi (J)/José Maria Lopez (ARG) rollt in Le Mans ein drittes Auto an den Start. Es war bereits in Spa-Francorchams mit der Fahrerkombination Stéphane Sarrazin, Nicolas Lapierre (beide F) und Juji Kunimoto (J) mit von der Partie. Da Lopez in Belgien nach seinem schweren Silverstone-Unfall jedoch pausieren musste, änderte Toyota auch für das 24-Stunden-Rennen nochmal die Aufstellung: Der Argentinier übernimmt den dritten Wagen mit der Startnummer 9, während Motorsport-Tausendsassa Sarrazin zu Conway und Kobayashi in die Nummer 7 aufsteigt. Auch der in Greding bei Nürnberg beheimatete Rennstall ByKolles, einziger Teilnehmer in der LMP1-Privatteam-Wertung, setzt auf Rennreifen von Michelin. Im Enso CKM P1/01-Nismo nehmen der Österreicher Dominik Kraihamer sowie Oliver Webb und James Rossiter (beide GB) Platz.

Fortschrittliche Reifen für alle Witterungsbedingungen

Michelin bringt über 5.000 Reifen an die Rennstrecke. Im Fahrerlager steht ein eigenes Zelt mit 800 m2 als Reifenlager bereit, während 45 Mechaniker in einem zweiten 600-Quadratmeter-Zelt im Schichtbetrieb für die Montage und Demontage sorgen.

29 der 60 teilnehmenden Rennwagen setzen 2017 in Le Mans auf Reifen von Michelin. Die französische Premiummarke bringt etwas mehr als 5.000 Reifen an die Rennstrecke, 35 bis 40 Prozent davon sind Regenspezialisten – inklusive des offiziellen Vortests werden rund 2.500 Pneus zum Einsatz kommen. Im Fahrerlager steht ein eigenes Zelt mit 800 Quadratmetern Grundfläche als Reifenlager bereit, während 45 Mechaniker in einem zweiten 600-Quadratmeter-Zelt im Schichtbetrieb für die Montage und Demontage sorgen. 25 Techniker halten den Kontakt zu den Partnerteams von Michelin, 15 Reifeningenieure stehen für die Analyse der Pneus und ihrer Performance zur Verfügung. Insgesamt schickt die Premiummarke 90 Teammitglieder zum "Circuit des 24 Heures".
Dabei gilt für die LMP1- und LMP2-Klasse ebenso wie für die GTE Pro- oder GTE Am-Wertung: Michelin stellt seinen Partnern ein Rennreifenprogramm zur Verfügung, das auf drei verschiedenen Slick-Pneus für trockene Bedingungen basiert. Zum leichteren Verständnis haben sie für die aktuelle Saison neue Bezeichnungen erhalten: "Soft", "Medium" und "Hard". Sie decken jeweils unterschiedliche Temperatur-Arbeitsbereiche ab. Das Spektrum reicht von glühender Hitze zur Mittagszeit über die gemäßigten Abendstunden bis hin zu kühleren Nachtgraden. Dass sich die Temperaturfenster überlappen, erleichtert den Teams die Reifenwahl. Hinzu kommt: Dank RFID-Technologie können Fans und Aktive fortan über eine Monitoranzeige genau nachvollziehen, auf welchen Pneus die einzelnen Fahrzeuge auf der Strecke sind und wie viele Runden die Reifen bereits abgespult haben.

Sollte der Himmel seine Schleusen öffnen, stehen in allen vier Kategorien zwei verschiedene Regenspezialisten zur Wahl: Der "Wet Tire" kommt bei normalem Niederschlag zum Einsatz und der "Full Wet", wenn es wirklich wie aus Eimern schüttet. Er kann pro Reifen bis zu 120 Liter Wasser von der Straße verdrängen – pro Sekunde!

Noch immer revolutionär: Der "Slick-Intermed" für LMP1-Autos

Besonderheit für die LMP1-Klasse: der 2012 eingeführte "Hybrid"-Reifen von Michelin. Als Spezialist für gemischte Bedingungen und abtrocknende Straße übernimmt er die Aufgaben eines typischen "Intermediate"-Pneus, kommt aber dank seiner besonders innovativen Konstruktion und einer sehr weichen Laufflächenmischung wie ein Slick ohne Negativprofil aus. Sorgte das ungewöhnliche Konzept anfänglich noch für Staunen, so hat der "Slick-Intermed" bei Teams und Fahrern längst viele Fans gefunden. Notiz am Rande: Ein LMP1-Hinterreifen bringt ohne Felge im Durchschnitt zwölf Kilogramm auf die Waage, ein Regenreifen rund zwei Kilogramm mehr. Die Fertigung eines Pneus dauert circa 30 Minuten. Das Rezept zur Herstellung umfasst 200 Zutaten, zum Beispiel natürlicher und synthetischer Kautschuk, Textilfasern wie Nylon und Polyester, Harz, Schwefel, Wachs und vieles mehr.

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