Alle Rennwagen vom 24h Rennen in Le Mans 2017

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Le Mans: Steigt Porsche aus?

— 16.06.2017

„Müssen wissen, ob wir das noch wollen!“

Der Ausstieg von Porsche aus der Langstrecken-WM ist ein realistisches Szenario geworden. Porsche-Teamchef Fritz Enzinger erklärt die Hintergründe.

Hunderttausende Fans sind schon am Quali-Donnerstag und am rennfreien Freitag vor Ort. Keine Frage: Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist noch immer ein großes Highlight des Rennsports. Die rund 1000 PS starken Prototypen von Porsche und Toyota begeistern die Zuschauer. Trotzdem steckt die LMP1-Kategorie in der Krise. Mit nur noch zwei Herstellern ist der WM-Status in Gefahr, als potenzieller Einsteiger ist nur Peugeot interessiert. Die Zukunft der LMP1 wackelt.

Mit dem heute vom Le-Mans-Veranstalter ACO präsentierten neuen Reglement sollen sowohl Porsche, Toyota als auch Peugeot gelockt werden. Eine Entscheidung, ob Peugeot zurück nach Le Mans kommt, steht aber noch aus. Laut-Porsche-Angaben spart das neue Reglement rund zehn Prozent der Kosten. Reicht das, um Peugeot zu ködern? Porsche-LMP1-Teamchef Fritz Enzinger dazu auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT: „Wir erwarten jetzt eine schnelle Entscheidung von Peugeot. Schon kurz nach Le Mans.“

Dann soll auch die Zukunft von Porsche in der LMP1 geklärt werden. Ein Rückzug ist nicht unrealistisch. Enzinger: „Wenn Peugeot ja sagt, dann kommen sie auch nicht vor 2020 oder 2021. Dann müssen wir uns natürlich überlegen, ob wir noch zwei oder drei Jahre nur zu zweit in Le Mans fahren wollen. Das kann ich jetzt aber noch nicht einschätzen.“

Soll heißen: Selbst, wenn Peugeot kommt, ist ein Verbleib von Porsche nicht garantiert. Heißt auch: Kommt Peugeot nicht, könnte die LMP1-Klasse erst Recht vor dem Aus stehen. Wie AUTO BILD MOTORSPORT in der heute erscheinenden Ausgabe berichtet, ist Porsche an einem Einstieg in die Formel E interessiert. Enzinger unterstreicht das Interesse: „Momentan sind die technischen Freiheiten noch nicht so groß, wie das von Porsche gewünscht wird. Aber die Formel E hat viele Pläne für die Jahre bis 2025 und da wird die Technik stückweise freigegeben. Das schauen wir uns an. Prinzipiell ist die Formel E aber auf jeden Fall interessant.“

Ein Hintertürchen für den Verbleib von Porsche in der LMP1 könnten Kundenprogramme sein. Das amerikanische Penske-Team will seit Jahren mit einem Kundenwagen nach Le Mans. Bisher zeigten ihm aber sowohl Porsche als auch Audi die kalte Schulter. Das könnte sich ändern: „Das darf jedenfalls kein Tabu mehr sein“, erklärt Enzinger. „Wir müssen uns halt anschauen, wie viel Werkssupport für die komplexen Rennwagen noch nötig wäre.“

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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