24h von Le Mans 2016

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Le Mans: Vorschau - LMP1

— 16.06.2016

Kampf der Konzepte

Die drei Hersteller Porsche, Audi und Toyota sind sich einig: Am Wochenende werden die 24 Stunden von Le Mans über die Zuverlässigkeit entschieden.

Das Entwicklungstempo in der bis zu 1000 PS starken Topkategorie LMP1, die am Wochenende den Gesamtsieg bei den legendären 24 Stunden von Le Mans (Samstag, ab 14.15 Uhr, Eurosport) auskämpft, ist extrem hoch: Die Bestzeit von Audi-Pilot Lucas di Grassi beim Vortest (244 km/h im Rundendurchschnitt) war nur drei Zehntelsekunden langsamer als die schnellsten Runden 2015 – obwohl die Hersteller mit acht Prozent weniger Kraftstoff über die 13,629 Kilometer kommen müssen – was einem Zeitverlust von mehr als vier Sekunden entspricht!
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Video: Le Mans (2016) Vorschau

Ausblick auf das 24 h Rennen

Diesen Verlust haben alle Teams aufgefangen. Das hat seinen Preis: Die Zuverlässigkeit bereitet Sorgen. Weltmeister Timo Bernhard (35) orakelt daher im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT: „Mein Gefühl sagt mir, dass zunächst alles sehr eng sein wird. Dann kommt die Haltbarkeit ins Spiel, denn Le Mans ist anstrengend für Mensch und Material.“

Porsche setzt vorsichtshalber wieder die alten Batterien ein. Über den Winter ließ man neue Zellen im Lithium-Ionen-Akku entwickeln, die mehr Energie speichern können. Es war eines dieser Details, mit denen Porsche den 919 Hybrid weiterentwickelt hat. Denn anders als Audi und Toyota bringen die Titelverteidiger keine Neukonstruktion an den Start. Es bleibt beim 2-Liter-V4-Turbo mit Elektropower aus der Brems­energie an der Vorderachse sowie aus dem Abgasstrahl. Aber: Das Fahrzeug wurde um 15 Kilogramm abgespeckt.

Audi will dieses Jahr in der LMP1 zurückschlagen

Audi ist mit dem R18 nach dem Sieg in Spa und der Bestzeit beim Vortest in den engen Favoritenkreis aufgerückt. „Wir haben am R18 versucht, das Abtriebsniveau gleich zu halten, aber den Luftwiderstand zu reduzieren“, erklärt der technische Leiter Jörg Zander (52). Dazu wurde vor allem die Luftströmung zwischen den Radhäusern verbessert, die Nase nach oben gesetzt und der Heckflügel optimiert. Die Ingolstädter setzen zudem auf ein vernetztes Fahrwerk. Das heißt: Die Vorder- und Hinterachse stehen in Verbindung, sodass die Aerodynamik bei allen Fahrzuständen gleich bleibt. Der 4,0-Liter-V6-Dieselmotor ist Standard, allerdings ist Audi in die 6-MJ-Klasse aufgestiegen, auf der Geraden nun genauso schnell wie Porsche (340 km/h). Deshalb der Wechsel zu Batterien, die 35 Kilo schwerer sind als der Schwungradspeicher.

Bei Toyota gab es in Spa Schäden am neuen 2,4-Liter-V6-Biturbo. Das lag aber an der Kompression in der berühmten Eau-Rouge-Kurve. In Le Mans gibt es solche Kräfte nicht. Dank zwei KER-Systemen (Bremsenergie) kann Toyota bis zu 500 PS Hybrid­power generieren – das sind etwa 50 mehr als die anderen beiden Hersteller. Der Nachteil ist das höhere Gewicht. Nick Heidfeld (39) hofft auf Pro­bleme bei den Werksteams. Nur dann hat der Deutsche im privaten LMP1 von Rebellion, angetrieben von einem V6-Biturbo von Motorbauer AER, eine Siegchance.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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