Le Mans Vorschau Michelin

Le Mans: Vorschau Michelin

— 10.06.2015

Brechen die historischen Rekorde?

Das 24-Stunden-Rennen verspricht spannenden Motorsport auf höchstem Niveau. Das Besondere 2015: Es könnte das schnellste Le Mans-Rennen aller Zeiten werden.

Eines steht seit dem offiziellen Le Mans-Testtag Ende Mai bereits fest: Die weit mehr als 200.000 Zuschauer, die entlang des "Circuit des 24 heures" erwartet werden, dürfen sich auf ein Rennen der Extraklasse freuen. Mit Audi, Toyota, Porsche und Nissan stellen sich gleich vier Werksteams in der Topkategorie LMP1 dem Kampf um Platz 1 und schicken elf der wohl über 1.000 PS starken Hybrid-Prototypen an den Start. Ein ähnliches Spektakel hat es in Le Mans schon lange nicht mehr gegeben. So unterschiedlich die technischen Konzepte der einzelnen Boliden auch sein mögen, eines verbindet alle: Die vier Hersteller setzen alle auf Hightech-Produkte von Michelin. Rund 7.000 Reifen – davon sind allein 2.500 für die LMP1-Klasse vorgesehen – bringt die französische Premiummarke mit 15 Sattelschleppern an die Strecke. Im Fahrerlager steht ein eigenes Zelt mit 900 Quadratmetern Grundfläche als Reifenlager bereit, während Mechaniker in einem zweiten 800-Quadratmeter-Zelt im Schichtbetrieb für die Montage und Demontage sorgen. 25 Techniker halten den Kontakt zu den Partnerteams von Michelin, 15 Reifeningenieure stehen für die Analyse der Pneus und ihrer Performance zur Verfügung.

In diesem Jahr könnten Le Mans-Rekorde geknackt werden

Brendon Hartley erzielte mit Porsche und Michelin die Bestzeit beim Le Mans-Testtag.

Und noch eines hat der Le Mans-Testtag gezeigt: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Hybrid-Rennwagen deutlich schneller geworden. Die Bestzeit von 3.23,094 Minuten, die Sébastien Buemi 2014 an gleicher Stelle während der Testfahrten mit dem Toyota TS030 Hybrid aufgestellt hatte, wurde bereits nach kurzer Zeit unterboten. Neel Jani legte im schwarzen Porsche 919 Hybrid mit der Nummer 17 bereits am Morgen eine Zeit von 3.21,945 Minuten vor. Am Nachmittag nutzte Teamkollege Brendon Hartley eine kurze Regenpause, um die 13,629 Kilometer lange Strecke mit dem roten Nummer-17-Porsche in 3.21,061 Minuten zu umrunden. Gutes Wetter vorausgesetzt, könnten in diesem Jahr zahlreiche Le Mans-Rekorde verbessert werden – von der schnellsten Rundenzeit (3:13,6 Minuten, 1971 am Testtag aufgestellt von Jackie Oliver) über die höchste Qualifying-Durchschnittsgeschwindigkeit (251,815 km/h, erzielt von Hans-Joachim Stuck 1985) und die schnellste Rennrunde (3.18,4 Minuten, ebenfalls Jackie Oliver 1971) bis hin zum Distanzrekord (5.410,713 km, gefahren 2010 von Timo Bernhard/Mike Rockenfeller/Romain Dumas).

Schmalere Rennreifen mit präziser definierten Arbeitsfenstern

Als amtierender Langstrecken-Weltmeister will sich Michelin Partner Toyota den Traum vom Sieg erfüllen.

Neben den LMP1-Teams hat auch Michelin über den Winter intensiv an Verbesserungen gearbeitet. Das Ergebnis sind neu entwickelte Rennreifen, die fünf bis sechs Zentimeter schmaler sowie gut zwei Kilogramm leichter sind als die im Vorjahr genutzten Exemplare. Nachteile in puncto Performance oder Haltbarkeit nehmen sie deswegen nicht hin. Zur Wahl stehen die beiden Regenexperten "Wet" und "Full Wet" – letzterer kann bei starken Niederschlägen, wenn viel Wasser auf der Strecke steht, bis zu 120 Liter pro Sekunde kanalisieren. Zusätzlich gibt es drei profillose Slick-Typen mit präziser definierten Arbeitsfenstern. So eignen sich die beiden weicheren "Soft"-Laufflächenmischungen für Asphalt-Temperaturen unter 18 Grad Celsius ("Low Temperatures") beziehungsweise 15 bis 40 Grad ("High Temperatures"). Wärmt sich der Teer bei sommerlichem Sonnenschein auf mehr als 35 Grad Celsius auf, kommt die "Medium"-Mischung in Betracht.

Eine kleine Revolution stellt der 2012 eingeführte "Hybrid"-Reifen von Michelin dar. Als Spezialist für gemischte Bedingungen und abtrocknende Straße übernimmt er die Aufgaben eines typischen "Intermediate"-Pneus, wie ein Slick kommt er aber dank seiner besonders innovativen Konstruktion und einer sehr weichen Laufflächenmischung ohne ein Negativprofil aus. Sorgte das ungewöhnliche Konzept anfänglich noch für Staunen, so hat der "Hybrid"-Slick bei Teams und Fahrern längst viele Fans gefunden.


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