Le Mans Vorschau Michelin

Le Mans: Vorschau Michelin Teil 1

— 13.06.2016

Den 25. Gesamtsieg im Visier

Diesem Ereignis fiebern Motorsport-Fans auf der ganzen aller Welt entgegen: Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gehen insgesamt 180 Piloten und 60 Fahrzeuge an den Start, ein Groteil auf Reifen von Michelin. Die franzsische Premiummarke peilt ihren 25. Gesamtsieg an, den 19. in Folge.

Der Kampf verspricht Hochspannung pur: Beim offiziellen Vortest lagen die heiesten Favoriten die Michelin bereiften LMP1-Hybridrennwagen der Werksteams von Audi, Porsche und Toyota in Schlagdistanz. Auch die brigen Klassen sind hart umkmpft. In der LMGTE-Pro feiert Ford 50 Jahre nach dem legendren Le Mans-Dreifachsieg sein Comeback mit dem Ford GT. Die perfekte Ausgangslage fr ein Motorsportfest der Extraklasse. Mehr als 200.000 Zuschauer entlang der Strecke, Millionen Fans vor den Bildschirmen rund um den Globus, packende Duelle auf fahrerisch und technologisch hchstem Niveau, Nervenkitzel pur: Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist eines der Highlights im internationalen Motorsport. 2015 spulten die Gesamtsieger Nico Hlkenberg, Earl Bamber und Nick Tandy im Porsche 919 Hybrid auf Reifen von Michelin insgesamt 395 Runden und eine Gesamtdistanz von 5.382,82 Kilometer ab. Durchschnittsgeschwindigkeit damals: 224,2 km/h. Wie bereits in den Jahren zuvor bildet Le Mans den Saisonhhepunkt der FIA Langstrecken-Meisterschaft (WEC). Selten war die Ausgangslage so spannend wie am kommenden Wochenende.

Favoriten liefern sich beim Vortest engen Schlagabtausch

Amtierende Weltmeister: Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley wollen mit ihrem Michelin bereiften Porsche 919 Hybrid nach Platz zwei im Vorjahr endlich den ersehnten Le Mans-Sieg.

In der Topkategorie LMP1 schicken Audi, Toyota und Vorjahressieger Porsche sechs Hybridprototypen an den Start. Die gut 900 PS starken Boliden rollen allesamt auf 18-Zoll-Rennreifen von Michelin. Bei den offiziellen Vortests Anfang Juni hatte Audi die Nase vorn: Der R18 mit der Startnummer 8 von Lucas di Grassi, Loc Duval und Oliver Jarvis brannte auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit de la Sarthe die Bestzeit von 3.21,375 Minuten in den franzsischen Asphalt. Dahinter folgten der Porsche 919 Hybrid der amtierenden Weltmeister Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley mit 3.22,270 Minuten sowie das Schwesterauto mit Romain Dumas, Neel Jani und Mark Lieb (3.22,334 Minuten). Die zweite Audi-Besatzung bestehend aus Marcel Fssler, Andr Lotterer und Benot Trluyer lie sich mit 3.22,588 Minuten die viertschnellste Zeit gutschreiben. Der beste Toyota TS050 Hybrid von Anthony Davidson, Sbastien Buemi und Kazuki Nakajima landete mit 3.23,197 Minuten auf Rang fnf. Die Teamkollegen Stphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi wurden Sechste. Insgesamt lagen die sechs Michelin bereiften Autos der drei Topteams innerhalb von nur 2,3 Sekunden  nicht viel angesichts der enormen Rundenlnge.
Besonders interessant: Gem Reglement mssen die LMP1-H-Protoypen im Vergleich zum Vorjahr pro Runde mit acht Prozent weniger Kraftstoff auskommen. Dadurch sinkt die Leistung der Fahrzeuge ebenfalls um rund acht Prozent. Dennoch waren die Rennwagen beim erstem Showdown an der Sarthe fast genauso schnell wie noch 2015 was auch auf die neuen Pneus von Reifenpartner Michelin zurckzufhren ist. Denn neben den Teams haben auch die Ingenieure der franzsischen Premiummarke ber den Winter intensiv an Verbesserungen gearbeitet.

Mehr als die Hlfte der Teilnehmer setzt auf Michelin-Reifen

Seriensieger: Michelin ist in Le Mans seit 1998 ungeschlagen. Die Mehrheit des Starterfeldes vertraut auf die Reifen aus Clermont-Ferrand.

Bei den 24 Stunden von Le Mans gehen insgesamt 33 Fahrzeuge auf Pneus von Michelin ins Rennen. Sie alle profitieren von der hohen Zuverlssigkeit, der vorbildlichen Langlebigkeit sowie der bekannten Top-Performance der Rennreifen aus Clermont-Ferrand, die in der Geschichte des Langstreckenklassikers bereits 43 Fahrern und neun unterschiedlichen Marken zum Gesamtsieg verholfen haben. Im Vorjahr spulten die LMP1-Partnerteams der Marke bis zu fnf Stints mit ein und demselben Reifensatz ab das entspricht einer Distanz von 750 Kilometern. Am Ende sicherte sich Porsche auf Pneus von Michelin den 17. Triumph.
Bei der diesjhrigen Ausgabe umfasst das Feld der Michelin bereiften Boliden alle sechs LMP1-Hybridprototypen, drei LMP2-Fahrzeuge, zwlf Autos aus der LMGTE Pro- sowie elf Rennwagen in der LMGTE-Am-Kategorie. Hinzu kommt das sogenannte "Innovative Car", das traditionell die Box Nummer 56 erhlt: Der Morgan Nissan SRT41 des Teams OAK Racing ist ein speziell an die Bedrfnisse des Piloten Frdric Sausset angepasstes LMP2-Fahrzeug. Dem Franzosen mussten infolge einer bakteriellen Infektion alle vier Gliedmaen amputiert werden.

LMP1: Drei Hersteller, drei unterschiedliche Antriebskonzepte

Rundum neu: Audi greift in dieser Saison mit dem komplett neu entwickelten R18 an. Wie alle LMP1-Topteams setzen die Ingolstdter auf Pneus von Michelin

In der Topkategorie setzen die drei Werksteams bei ihren Le Mans-Rennwagen auf unterschiedliche Antriebskonzepte. Daher stellt Michelin seinen Partnerteams fr jedes Fahrzeug mageschneiderte Pneus zur Verfgung.
Vorjahres- und Rekordsieger Porsche reist als Fhrender in der Hersteller- und der Fahrerwertung der Langstrecken-Weltmeisterschaft nach Le Mans. In Sachen Antrieb bleiben die Schwaben ihrer Erfolgskombination treu, mit der sie im vergangenen Jahr auf Reifen von Michelin den Doppelsieg eroberten. Als Verbrennungsmotor fungiert ein 2,0 Liter groer V4-Turbobenziner. Der Porsche ist das einzige Fahrzeug im Feld, das sowohl die Brems- als auch die Abgasenergie nutzt. Das Rekuperieren erfolgt mithilfe eines kinetischen Generatormotors an der Vorderachse sowie dank eines thermodynamischen Systems im Bereich des Laders. Beide geben ihre Energie ausschlielich an die Vorderrder ab, whrend der Benzinmotor die Hinterachse antreibt. Der Porsche 919 Hybrid wird also beim Beschleunigen zum Allradler. Mit dem weiterentwickelten Klasse-1-Prototypen erzielte das Weltmeisterteam sowohl in Sachen Effizienz als auch im Bereich der Aerodynamik deutliche Fortschritte. Wie bereits im Vorjahr starten die Schwaben in der sogenannten 8-Megajoule-Klasse, das Hybridsystem kann also die vom Reglement zulssige Maximalenergie zurckgewinnen und reinvestieren.

Viele umfangreiche berarbeitungen und Neuentwicklungen

Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb fhren die WM-Wertung im Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 2 nach zwei Lufen an. Die amtierenden Champions Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley waren in den ersten beiden Saisonlufen vom Pech verfolgt und verbuchten zwei Ausflle. Beim Audi R18 handelt es sich im Vergleich zum Vorgnger um ein komplett neues Auto. Neben dem Vierliter-V6-Turbodiesel wurde vor allem das Hybridsystem umfangreich berarbeitet. Gleiches gilt fr Aerodynamik und Fahrwerk. Im Gegensatz zur Saison 2015 speichert der R18 die beim Bremsen an der Vorderachse gewonnene Energie jetzt auch in Lithium-Ionen-Batterien im Vorjahr kam noch ein Schwungmassenrad zum Einsatz. Zudem stiegen die Ingolstdter von der 4- in die 6 Megajoule-Klasse auf. Bester Audi im Zwischenklassement ist der R18 mit der Startnummer 8 von Loic Duval, Lucas di Grassi und Oliver Jarvis. Das Trio rangiert nach dem aberkannten Sieg beim 6-Stunden-Rennen von Spa auf Position drei. Die Besatzung des zweiten Audi Marcel Fssler, Andr Lotterer und Benot Trluyer liegt derzeit mit nur elf Zhlern auf dem achten WM-Rang.

Der Toyota TS050 Hybrid verfgt ber einen komplett neuen Antriebsstrang. Der V8-Saugbenziner wich einem 2,4-Liter-V6-Biturbo mit Direkteinspritzung. Auch das Hybridsystem ist im Vergleich zum letztjhrigen Renner eine komplette Neuentwicklung. Wie bei der Konkurrenz von Porsche und Audi dienen auch hier Lithium-Ionen-Batterien als Energiespeicher im Vorjahr setzte das in Kln-Marsdorf angesiedelte Werksteam noch auf einen sogenannten Superkondensator. In Sachen Energierckgewinnung schlgt Toyota eigene Wege ein: Der TS050 rekuperiert sowohl an den Vorder- als auch an den Hinterrdern. Die so gewonnene Energie treibt die beiden Elektromotoren an beiden Achsen an. Ebenso wie Porsche startet Toyota in diesem Jahr in der 8 Megajoule-Klasse.
Die Japaner lieen beim Saisonauftakt in Silverstone mit Platz zwei fr Stphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi aufhorchen. Das Trio rangiert in der WM-Wertung derzeit auf Platz fnf. Die Teamkollegen Anthony Davidson, Sbastien Buemi und Kazuki Nakajima blieben bislang noch glck- und bis auf einen Zhler auch punktlos.

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