Lenkprobleme

Lenkprobleme Lenkprobleme

Lenkprobleme

— 07.05.2004

So kommt es wieder in die Spur

Natürlich ist die Erde rund, und ebene Flächen sind selten. Dennoch sollte das Auto stets gerade fahren. Andernfalls ist vermutlich die Lenkgeometrie verstellt.

Schiefe Lenkgeometrie bedeutet Unfallrisiko

Rums! Dann großes Staunen: Wer hätte gedacht, dass sich unter der kleinen Pfütze ein riesiges Schlagloch befindet? Und plötzlich steht das Lenkrad nicht mehr gerade – der Wagen zieht wie von Geisterhand auf ebener Fahrbahn zur Seite, kann nur mit deutlichem Lenkeingriff in der Spur gehalten werden.

Das gleiche Erlebnis wird garantiert jeder haben, der beim Einparken permanent die Bordsteinkanten hochrumpelt. Das danach schief stehende Lenkrad mag ja noch harmlos aussehen, für den Fachmann indes ist die Sache klar: Lenkgeometrie verstellt – der Sturz stimmt nicht mehr. Solch eine Diagnose allein bedeutet nicht automatisch den finanziellen Knock-out, denn verzogene Querlenker oder Spurstangen nach Kontakten der harten Gangart sind eher die Ausnahme. In den meisten Fällen kann die Lenkgeometrie nachjustiert werden.

ATU verlangt dafür, also für die Kontrolle von Spur, Sturz und Nachlauf, 46 Euro (Golf III), in einer Mercedes-Markenwerkstatt werden dem Fahrer einer C-Klasse zwischen 100 (nur Kontrolle) und 150 Euro (Kontrolle plus Einstellung) in Rechnung gestellt. Wer hier sparen will, fährt teuer. Nicht nur weil die Vorderreifen ungleich abnutzen und damit schnell ein Fall für den Müll werden: Zur Seite ziehende Fahrzeuge sind nicht verkehrssicher, der TÜV notiert dies im Rahmen der Hauptuntersuchung als erheblichen Mangel im Protokoll.

Reifenabnutzung verrät Einstellungsfehler

Etwa seit Ende der Achtziger verfügt so ziemlich jede Werkstatt über eine computergestützte Prüfanlage. Und die funktioniert so: An jedes Rad kommt ein Aufnehmer, der seine Daten an einen Computer meldet. Dessen Software kennt die Einstelldaten aller gängigen Marken und vergleicht diese mit den gemessenen Werten. Liegt eine Differenz nicht innerhalb der (relativ engen) Toleranz, muss nachgebessert werden. Dabei sind die gefühlvollen Finger des Mechanikers gefragt. denn hier werden Winkel in Grad und Minuten gemessen (1 Grad = 60 min).

Voraussetzung für präzise Ergebnisse ist neben korrektem Luftdruck in allen vier Reifen die richtige Raddimension. Für übergroße Felgen und Reifen liegen in der Regel keine Herstellerdaten vor – dann ist guter Rat teuer, gutes Rad sowieso. Der Einstellprozess selbst dauert je nach Aufwand bis zu einer Stunde, wobei festgerostete Schrauben auch hier dem Mechaniker das Leben schwer machen können.

Für den Laien ist eine verstellte Lenkgeometrie nur schwer festzustellen. Einfach auf topfebener Straße das Lenkrad loslassen und dann unbedingt beobachten, ob der Wagen auch wirklich weiter geradeaus fährt, ist zwar ein guter alter Gebrauchtwagen-Tipp. Er scheitert aber meist an der Realität unserer aktuellen Buckelpisten – und ist überdies verantwortungsbewussten Autofahrern nicht wirklich zu empfehlen. Wichtig (und ungefährlich) ist es, die Laufflächen der Reifen regelmäßig zu überprüfen oder überprüfen zu lassen: Ist der Reifen auf einer Seite mehr abgefahren, sollte unbedingt die Fachwerkstatt aufgesucht werden. Nur der Reifenprofi kann entscheiden, ob ein Tausch erforderlich ist oder nicht.

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