Lewis Hamilton: "König von Spanien"

Lewis Hamilton: "König von Spanien" Lewis Hamilton: "König von Spanien"

Lewis Hamilton: "König von Spanien"

— 15.05.2007

Von null auf eins

Senkrechtstarter Lewis Hamilton hat als jüngster Pilot in der Formel-1-Geschichte die Führung in der WM-Wertung übernommen.

Manöver-Kritik in Spanien, Helden-Verehrung in England: Während Fernando Alonsos gescheiterte Attacke kurz nach dem Start des Großen Preises von Spanien in seiner Heimat relativ gelassen kommentiert wurde, erntete sein Teamkollege Lewis Hamilton auf der Insel Lobeshymnen. "König von Spanien - Lewis Hamilton erteilte seinem Kumpel Fernando Alonso eine Lektion in dessen eigenem spanischen Wohnzimmer", schrieb das Boulevard-Blatt "The Sun" am Montag, nachdem der britische McLaren-Mercedes-Mann als jüngster Pilot überhaupt die Führung in der Formel-1- Weltmeisterschaft übernommen hatte.

Die Saison der Unvorhersehbarkeit

Super Auftakt: Nach Platz drei Downunder in Melbourne, schon Platz zwei in Sepang und Bahrain.


"In einer Saison von wunderbarer Unvorhersehbarkeit, strahlt Lewis Hamiltons Stern weiter ganz hell", schwärmte die "Daily Mail". Hamilton schoss am Sonntag mit 22 Jahren, vier Monaten und sechs Tagen an die Spitze vor. Das Prädikat als jüngster WM-Primus hatte bis dato McLaren-Gründer Bruce McLaren inne, der damals 22 Jahre, fünf Monate und acht Tage alt gewesen war. Für Hamilton reichte Platz zwei in Barcelona hinter dem strahlenden Sieger Felipe Massa im Ferrari, um mit 30 Punkten den Platz an der Sonne vom zweimaligen Weltmeister Alonso (28) zu erobern. Mit dem vierten Podestrang im vierten Rennen sorgte das Phänomen für ein weiteres Novum.

Hamilton macht Alonso am wenigsten Sorgen

Das Risiko-Manöver von Alonso beschert dem Engländer zum dritten Mal den 2. Platz auf dem Podest.


Alonso bereitet der Rivale im eigenen Rennstall das geringste Kopfzerbrechen, auch wenn er ihn ebenso als Titelkonkurrenten wie Massa (27 Punkte) und den wegen eines technischen Defekts vorzeitig ausgeschiedenen Kimi Räikkönen (22) im zweiten Ferrari einordnet. "Ich muss alle schlagen, um zu gewinnen, aber Lewis macht mir am wenigsten Sorgen, weil er mein Teamkollege ist und wir hier sind, um uns zu helfen", gab der zweimalige Champion zu Protokoll. "Ich bin eher beunruhigt wegen der Geschwindigkeit von Ferrari." Wohl auch deswegen hatte Alonso Sekunden nach dem Start alles auf eine Karte gesetzt und zu einem waghalsigen Überholmanöver angesetzt. Doch Massa blieb cool und konterte in bester Schumi-Manier. "Die erste Kurve hat wahrscheinlich das Rennen gegen uns entschieden. Das war unglücklich", meinte McLaren-Teamchef Ron Dennis.

Bringt Monaco den ersten Sieg?

Den Siegesjubel hat Hamilton in Monaco schon geübt. 2006 siegte er hier vor Perera und Prémat in der GP-2.


Für die spanische Zeitung "El Pais" stand fest: "Alonso ging ein zu hohes Risiko ein." Alonso selbst vermied es weitgehend, den Brasilianer für die Berührung verantwortlich zu machen. Nein, Massa habe sich nicht unkorrekt verhalten, sagte der Spanier. Nicht einmal die spanischen Medien verurteilten den Ferrari-Piloten ernsthaft. "Was Massa bei Alonsos Überholversuch machte, war nicht die feine Art, aber auch nicht illegal", schrieb "El Mundo" und "Marca" befand: "Massa fährt die Ellbogen aus und drängt Alonso von der Piste. Das waren die heißesten 500 Meter der Rennsaison." Doch bereits in zwei Wochen kommt es in den Straßen von Monte Carlo zum nächsten Showdown. Dort hat Hamilton seine beiden GP-2-Rennen gewonnen. Nun könnte er im Fürstentum im fünften WM-Start den ersten Triumph in der Königsklasse des Motorsports feiern. "Eine Wiederholung der Herrlichkeit kann nicht ausgeschlossen werden", philosophierte "Daily Mail".

Autor: Sven-Jörg Buslau

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