Lexus GS 300 (ab 1993)

Gebrauchtwagen Lexus GS 300 Gebrauchtwagen Lexus GS 300

Lexus GS 300 (ab 1993)

— 24.04.2003

Der macht neugierig

Lexus heißt Luxus. Und den gibt es gebraucht zum Schnäppchenpreis – in einer Qualität, die nicht viele bieten.

Qualität und Technik

Große Importautos haben es bei uns traditionell enorm schwer – zu wichtig sind Image und Prestige in der Klasse der Dienstwagen, Vernunft spielt meistens nur die zweite Geige. Diesem ungeschriebenen Gesetz musste sich auch Lexus beugen, als sie 1993 mit dem GS 300 die zweite Modellreihe nach dem großen LS 400 lancierten. Wobei "groß" relativ ist – auch der GS ist fast ein Fünf- Meter-Auto und damit über 22 Zentimeter länger als sein damaliger Hauptkonkurrent, der Mercedes W 124.

Drinnen ist davon wenig zu spüren, der Kofferraum ist mit 404 Litern geradezu lächerlich klein. Aber auch auf den Rücksitzen geht es vergleichsweise eng zu, vor allem die Kopffreiheit leidet unter der abfallenden Seitenlinie des GS. Vorne jedoch erreicht der Lexus echtes Oberklasse-Format, erst recht die auch heute noch – fast zehn Jahre nach dem Debüt – klapperfreie Qualität: Kein Knistern, kein Knacken dringt aus dem Armaturenträger, kein Sitz knarrt, und nirgendwo lassen vom Sonnenlicht geschrumpfte Kunststofffolien das Innenleben der Türverkleidungen sichtbar werden.

Auch die serienmäßigen Automatiken für Klimatisierung und Getriebe arbeiten einwandfrei. Wobei der Antrieb jedoch nie verheimlicht, dass ihm gelassene Fortbewegung lieber ist als die sportliche Tour. Hohe Drehzahlen gehen dem Dreiliter-Reihensechszylinder zwar leicht von der Kurbelwelle, aber der Geräuschpegel verlässt dann die Ruhezone – so samtig wie ein BMW dreht der Lexus nicht in die Rotlichtzone. Dafür scheint der 24-Ventiler das ewige Leben zu genießen, über Schäden konnten wir so gut wie nichts in Erfahrung bringen, und auch die sonst im Alter allgegenwärtige Inkontinenz der Dichtungen hält sich in sehr engen Grenzen.

Motor und Karosserie

Wenn Schäden bekannt werden, betreffen diese eher die Peripherie des Motors. So verfügt diese erste Generation des GS noch über einen Zündverteiler, also auch über Verteilerfinger und Verteilerkappe. Etwas Aufmerksamkeit an diesen Stellen hilft, den Zündfunken immer in rechte Bahnen zu lenken. Zumindest, solange die Zündkabel noch gut in Schuss sind. Brüchig oder porös bringen sie jedoch auch einen Lexus ins Stottern. Das kommt auch vor, wenn die Einspritz-Elektronik streikt. Als Ursache kommen neben nassen Steckverbindern oft auch korrodierte Masseanschlüsse des Steuergeräts in Frage.

Ansonsten hat Korrosion am Lexus jedoch Seltenheitswert, selbst an der Auspuffanlage – die ist ganz aus hochwertigen Stählen gefertigt. Allerdings zeigte der Unterboden unseres Foto-Exemplars einige leichte Ansätze, die eine weitere Beobachtung oder besser noch eine frische Konservierung nötig machen. Sein Fahrwerk allerdings gab sich straff und präzise. Abweichungen vom Soll deuten meist auf ausgeschlagene Führungsgelenke der Vorderachse hin – ein Teil, das bei allen schweren Fahrzeugen mal kaputtgeht.

Eine große Rolle spielt die Alterung auch an den Scheinwerfern: Deren Abblendlicht leuchtet aus Projektionslinsen, die irgendwann so eine Art Grauen Star bekommen und die ohnehin dürftige Leuchtkraft weiter einschränken. Erkennbar wird dies vor dem Schweinwerfer-Einstellgerät, wenn keine präzise Hell-Dunkel-Grenze mehr festzustellen ist. Doch unterm Strich dominiert beim Lexus GS 300 das Licht über den Schatten. Nur dass es bei uns – bis auf eingefleischte Fans – kaum jemand erkennen will.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/93 Markteinführung des GS 300 (Typ S1) in Deutschland. Komplettausstattung, Dreiliter-Reihensechszylinder mit 212 PS, serienmäßige Viergangautomatik 6/95 Vorstellung GS 300 T3 mit leicht getuntem Motor (219 PS) und 18-Zoll-Rädern 6/96 Einführung des Sondermodells Edition 11/97 Modellüberarbeitung (Typ 16), erkennbar am Vier-Scheinwerfer-Design. Motor leistet nun 222 PS 11/00 Einführung zweites GS-Modell 430 mit V8-Motor (283 PS), GS 300 wieder mit 219 PS

Schwachstellen • Schwenklager der Vorderachse verschleißen abhängig von Laufleistung und Beanspruchung. Ab 80.000 Kilometern auf Klopfgeräusche achten • Bremsanlage zeigte im ersten Test (45/93) zwar ausgezeichnete Leistung, aber in der Praxis auch hohen Verschleiß. Sportliche Fahrweise bringt die Bremse zum Rubbeln • Korrosion ist noch nicht der Rede wert, aber die von uns untersuchten älteren GS zeigten alle erste Ansätze. Wer sich einen Youngtimer heranzüchten will, sollte unbedingt nachkonservieren • Elektronik kann in seltenen Fällen spinnen, oft sind die Störungen auch auf Unterspannung infolge einer ungenügend geladenen Batterie zurückzuführen. In jedem Fall auf korrodierte Masseanschlüsse achten

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Lexus GS 300, 156 kW/212 PS, Baujahr 94. Die Preise liegen auf dem Niveau von BMW Fünfer und Mercedes E-Klasse – andernfalls hätten Fuhrparkverwalter den Lexus abblitzen lassen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Keine Frage, der Lexus GS 300 ist ein Exot auf deutschen Straßen. Allerdings im Gegensatz zu anderen Vertretern dieser Sparte ein sehr solider. Das weitmaschige Werkstattnetz ist deswegen kein Hinderungsgrund, da nur sehr selten etwas kaputtgeht. Alle von uns befragten Besitzer waren voll des Lobes über ihr Auto, nur ein paar Kilometerfresser notierten nachlassende Präzision des Fahrverhaltens und zunehmende Poltergeräusche im Fahrwerk. Also nichts, was nicht einfach zu reparieren wäre." Hendrik Dieckmann, AUTO BILD-Autor und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Lexus GS 300 (156 kW/212 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 325 Euro im Jahr/Euro 1 Testverbrauch: Werksangabe 10,4 Liter, im Test 13,5 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (33/1000 Euro SB): 3314 Euro. Teilkasko (38/300 Euro SB): 701 Euro. Haftpflicht (21): 1103 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 300 bis 500 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 40 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1900 Euro Verlust.

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