Lexus GS 450h: Fahrbericht — 23.11.2011
Der Halbvoll-Hybrid
Der neue Lexus GS 450h will vor allem Sparspaß bieten. Herausgekommen ist ein hübscher Kompromiss, denn der japanische E-Klasse-Konkurrent ist allenfalls rot-grün.
Mehr als sieben von zehn in Deutschland verkaufte Lexus-Modelle tragen das "h" im Namen. Hybrid also. Deshalb konzentrieren wir uns bei der vierten GS-Generation nicht auf den neuen GS 250 (ab etwa 45.000 Euro) oder den Allradler GS 350 (nur für Russland, Ukraine, Kasachstan), sondern fahren den GS 450h. Der japanische E-Klasse-Konkurrent startet ab Juni 2012 bei rund 53.000 Euro – doppelt so teuer wie der neue
Kia Optima, der auch ansehnlich ist und ebenfalls ein Vollhybrid.
Grün geht anders: Der GS 450h verbrauchte laut Bordcomputer im Test gut acht Liter statt der versprochenen 5,9.
Rein elektrisch soll der 450h zwei Kilometer weit kommen – und zwar bis zu 64 km/h schnell. Aber: Das ist praktisch nicht machbar. Und auf der Testrunde mit großem Landstraßenanteil verbrauchte der Hybrid laut Bordcomputer statt der versprochenen 5,9 gut acht Liter. Die Gleichung ist einfach: Sport + Hybrid = Sprit. Davon unbeeindruckt gibt
Lexus damit an, dass der GS-Hybrid satte 2,5 PS pro Gramm CO2 leistet – aber, wie gesagt, nur in der Theorie. Wir hätten den Verbrauch gesenkt, wären wir ständig im Eco-Mode gefahren, doch die Modi Sport und Sport+ passen besser zum GS. Wer sich die Sport-Version leistet, bei dem lenken die Hinterräder mit – bei geringem Tempo entgegen den Vorderrädern, bei höherem Tempo in dieselbe Richtung. Das Ganze soll für ein Gefühl des Wie-auf-Schienen-Fahrens sorgen. Wie sicher das Auto tatsächlich spurt, klärt erst ein späterer Test. Natürlich hat auch ein Hybrid einen Auspuff, bei Toyotas Luxus-Tochter versteckt man den Kleinen verschämt tief unterm Heck, während der GS 250 stolz ist auf seine zwei großen, chromgefassten Abgastrichter.
Grün sein will der Hybrid-Lexus eben auch im Detail. Das Holz des Lenkradkranzes ist im "Bambus-Echtholzfinish" verarbeitet, und das Audiosystem aus dem noblen Hause Mark Levinson verfügt über eine energieschonende Technologie. Die Klimaanlage funktioniert gar mit Nanotechnologie, die 20 bis 50 Nanometer kleine Ionen in den Innenraum pustet. Die Ionen sind auch noch von einer Hülle aus Wassermolekülen umgeben. Luxus ist eben manchmal winzig klein. Fehlender Platz nicht. Die nun aufrecht hinter der Rückbank verstauten, nicht mehr zeitgemäßen Nickel-Metallhydrid-Akkus sorgen dafür, dass das Kofferraumvolumen unverrückbar bei 482 Litern bleibt; immerhin 60 Prozent mehr als beim Hybrid-Vorgängermodell. Und ein Fünfsitzer ist der
Lexus GS 450h leider nur in der Theorie. Tatsächlich ist er ein Vier-Männer-und-ein-Baby-Sitzer.
Beim Vollhybriden kann das Auto über eine gewisse Distanz und Beschleunigung auch rein elektrisch angetrieben werden.
Vollhybrid vs. Mildhybrid
Bei einem Mildhybriden dagegen unterstützt der elektrische lediglich den klassischen Antrieb zur Leistungssteigerung oder Verbrauchsreduktion.
Technische Daten Lexus GS 450h: V6 • Hubraum 3456 cm3 • Drehmoment 345 Nm bei 4600/min • Elektromotor • Systemleistung 343 PS • Nickel-Metallhydrid-Akkus • Kapazität 1,87 kWh • Abmessungen L/B/H 4850/1840/1455 mm • 0–100 km/h in 5,9 s • Höchstgeschwindigkeit 250 km/h • Verbrauch 5,9 l Super/100 km • CO2-Emission 137 g/km • Preis: circa 53.000 Euro.
Hauke Schrieber
Fazit
Schön ist er ja, sportlich und edel auch. Wer rund 50.000 Euro übrig hat, macht nichts falsch. Doch der GS 450h ist allenfalls rot-grün, denn er ist in Wahrheit ein Halbvoll-Hybrid; rein elektrisch geht zu wenig. Und eines ist klar: Wer den kauft, liebt’s eher schnell als sparsam. Wertung: 3,5 von fünf Sternen.
Kommentare zum Artikel (255)
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Wieviel der neue GS 450h tatsächlich verbraucht weiss eh keiner und man erfährt es es nur wenn man ihn fährt. Also bitte unterlasst die Gerüchte.
Zitat von dem Komiker "nuhr": " wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten".
jeder der der Meinung ist der GS hybrid säuft wie ein loch sollte bitte doch mal einen selbst fahren bevor er das mitteilt was er gelesen oder gehört hat. Wo bleibt da nur unsere deutsche Gründlichkeit??? :)
Aber es ist natürlich auch nicht einfach für uns: von objektiven Fahrbericht der Auto Bild kann hier meiner Meinung nach nicht die rede sein.
Ich bin zwar kein Lexusfan, jedoch bin ich bei einem bekannten von berlin-Dortmund mitgefahren und bei konstanten 150 verbraucht der aktuelle/alte gs450 8 Liter.
die strecke konnten wir innerhalb von 3,5 Stunden absolvieren und es sind im Schnitt 9-10 Liter verbrauch entstanden. Vergleichbare Benziner von BMW BENZ oder Audi sind da deutlich durstiger, genauso wie mein 525d 177ps.
Der lexus kombiniert die Power eines modernen V6 mit dem Verbrauch eines 4-Zylinder eines Benziners. Jeder 3/3,5 Liter Benziner deutscher Hersteller verbraucht seine 12-20 Liter in der Stadt und das bei ein wenig geringerer Fahrleistung.
wieso vergleicht man hier den gs450h mit einem 200ps diesel? da vergleicht ihr äpfel mit birnen!!! :O
die 6-zylinder benziner deutscher autohersteller sieht man schon öfters in den Städten.
ein direkter vergleich vom gs450h mit einem 535i, E-350 usw. ist da eher passend.
und da wirds leider eindeutig nämlich dass der gs450h in sachen spritverbrauch deutlich sparsamer ist.