Lexus GS F (2015): Fahrbericht

Lexus GS F (2015): Fahrbericht

— 14.10.2015

So fährt der 477 PS starke Lexus GS F

Der neue Lexus GS F ist optisch eher unauffällig. Trotzdem weiß er mit seinen 477 PS aus einem V8-Sauger zu beeindrucken. Hier unser Fahrbericht.

Video: Lexus GS F (2016)

GS F - Speerspitze einer Baureihe

Seine mächtig bollernden 477 PS sieht man dem Lexus GS F beim besten Willen nicht an. Gut, der kleinen Carbon-Heckspoiler will nicht so recht ins Understatement-Gesamtbild passen. Zudem fallen beim genauen Hinschauen die orangen Bremssättel mit dem markanten F darauf und die vier, zwar sehr kleinen, aber immerhin zahlenmäßig Eindruck schindenden Auspuffendrohre schon etwas deutlicher ins Auge. Doch alles in allem würde selbst der konservativsten Schwiegermutter nicht sofort in den Sinn kommen, dass diese 4,92 Meter lange Lexus-Limousine das Tempo eines startenden Düsenflugzeugs erreichen kann. Mit seinen auf dem Prüfstand erreichten 270 Kilometern pro Stunde fährt er theoretisch der deutschen Konkurrenz davon.
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Der Fünfliter-V8 im GS F leistet stolze 477 PS – die müssen aber auch mit einem Zweitonner fertig werden.

Realistisch sind allerdings 240 Sachen auf der Autobahn. Der Sprint des vierten F-Models der Marke Lexus dauert unter optimalen Bedingungen 4,6 Sekunden, denn der 99.750 Euro teure Japaner ist ein ganz schöner Wonneproppen. 1940 Kilogramm wollen erstmal bewegt werden, und das kann behäbig ausfallen – zumindest bis der Fahrprogramm-Druck-Drehknopf aus seiner Normal- beziehungsweise Eco-Stellung Richtung Sport S oder Sport Plus gedreht wird. Eine Drehung, die die Wirkung des Dornröschen-Kusses hat. Im Nu erwacht der Sumo und wird zum Sprinter. Zwar steckt ihm im unteren Drehzahlbereich, sprich am Anfang der Beschleunigung, noch immer der Schlaf in den scharf geschnittenen Frontscheinwerfern. Sobald sich die Drehzahl der 4800-Markierung nähert, geht es aber mächtig vorwärts.

Lexus RC-F: Fahrbericht

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Die sehr bequemen und komfortablen Sportsitze bieten leider etwas zu wenig Seitenhalt.

Besonders im Sport-Plus-Modus bekommen nicht nur die Hinterreifen richtig was zu tun, sondern der Fahrer und seine bis zu vier Passagiere auch endlich mal was auf die Ohren. Ein V8-Saugmotor will schließlich mit allen Sinnen genossen werden. Dass das Achtender-Konzert durch die 17-Lautsprecher-Soundanlage ein recht synthetisches Timbre erhält, macht dabei ausnahmsweise mal nichts. Gleichzeitig bietet der fünf Liter große Klangkörper unter der Motorhaube ein nicht zu lautes Spektakel, so dass das kleine, aber sehr hilfreiche akustische Schaltpunkt-Signal noch gut zu hören ist. Natürlich könnte der Fahrer sich dank der sehr gut arbeitenden Achtgang-Automatik auch einfach nur auf das Lenken, Gasgeben und Bremsen konzentrieren. So richtig viel Spaß auf kurvigen Landstraßen oder gar auf einer Rennstrecke kommt aber eigentlich erst mit dem Malträtieren der Schaltwippen am Lenkrad auf – auch wenn das von anderen Sportwagen bekannte Rotzen beim Herunterschalten leider fehlt. Dieser Spaß potenziert sich, wird das Torque Vectoring Differenzial, kurz TVD, auf das jeweilige Streckenprofil hin eingestellt. Es verteilt die Antriebsmomente gezielt auf die Hinterachse. Besonders spürbar ist seine Wirkung im Slalom-Modus und den dementsprechend engen Kurven. Sie können noch enger genommen und es darf noch früher aus ihnen herausbeschleunigt werden.

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Vier Endrohre, spannend angeordnet: Das Heck des GS F fällt besonders durch die Abgasanlage auf.

Neben dem TVD sorgt noch das Vehicle Dynamic Integrated Management, sprich der VDMI Sport Modus, für ein Extra an Spaß. Denn die Zusammenfassung der Fahrdynamik-Einrichtungen, wie ABS, VSC und TRC, lässt im Expert-Modus Drifts bis zu einem gewissen Winkel zu, ohne aktiv einzugreifen. Wird ein Drift-Winkel überschritten, holt es das Fahrer-Fahrzeug-Team wieder in die korrekte Bahn zurück. Die Traktionskontrolle ist sportwagengemäß aber auch komplett deaktivierbar. Da die 275er-Breitreifen nicht zu den günstigsten gehören, sollte von dieser Einstellung jedoch Abstand genommen werden. Zu ausbruchsfreudig ist das Heck im hohen Drehzahlbereich. Für kontrollierte Drifts ist der Zweitonner dank seiner Kraft zwar geeignet. Seine Lenkung ist dafür aber leider etwas zu indirekt. Hinzu kommt eine Federung, die nicht zu verstellen und einer Luxus-Limousine angemessen sehr komfortabel abgestimmt ist. Gleiches gilt für seine Sitze, deren Seitenwangen nicht gerade für eine solch starke Querbeschleunigung ausgelegt sind. Langstreckentauglich sind sie hingegen dank der Belüftungs- und Heizmöglichkeit in jedem Falle. Nur schade, dass der Fahrersitz alle 500 Kilometer verlassen werden muss. Denn mit einem Normverbrauch von 11,2 Litern Super Plus auf 100 Kilometern und einem Tank von nur 66 Litern Fassungsvermögen steht auch bei ruhigster Fahrweise spätestens dann der nächste Tankstopp an. Der GS F kommt Ende Januar 2016 auf den Markt.

Autor: Marcel Sommer

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