Lexus IS 300h (2013): Fahrbericht

— 23.05.2013

Teuflisch gut?

Mit seinem "Diabolo-Grill" macht der neue Lexus IS optisch einen teuflisch guten Eindruck. Aber fährt er sich auch so? Wir haben die Hybrid-Version getestet.



Lexus riskiert mit dem "Diabolo"-Kühlergrill eine ganz schön große Klappe.

Lexus riskiert mit dem neuen IS eine große Klappe: Neues Stilmerkmal ist eine riesig weit aufgerissene Kühlermaske, der Lexus den Namen "Diabolo-Grill" gegeben hat. Zum ersten Mal beim großen GS zu sehen, startet Ende Juni 2013 als zweites Modell dieser neuen Philosophie der kleine Bruder IS. autobild.de war bereits mit dem IS 300h auf Tour.

Zumindest außen hat Lexus den IS zum Blutdruck-Steigerer entwickelt. Athletisch duckt sich der knapp 4,70 Meter lange IS auf die Straße, zeigt an der Seite klare Kanten, hat ein knackiges Heck und vorn einen so bösen Blick, dass die anderen die linke Spur beinahe freiwillig räumen. Drinnen ist der Japaner vor allem im Fond spürbar gewachsen. Das Cockpit allerdings wirkt – bei aller Fahrerorientierung – noch immer ein wenig zerklüftet: Der Blick stolpert über ein halbes Dutzend verschiedener Kunststoffoberflächen, der Fuß bleibt an einer für so ein Hightech-Auto ziemlich antiquierten Feststellbremse hängen.

Hybrid und Co.: Alles zum Thema Greencars

Das Cockpit wirkt immer noch etwas zerklüftet.

Auch das Fahrwerk hat Lexus mit der ausgeglichenen Achslastverteilung, dem auf 2,80 Meter gestreckten Radstand, der scharfen Lenkung und der variablen Kennung für die etwas lustvolleren Modellvarianten ganz gut hinbekommen. Außerdem sitzt man in den angenehm konturierten, sehr bequemen Sesseln etwas tiefer hinter einem steiler montierten Lenkrad und hat die Limousine so buchstäblich besser im Griff. Direkt, präzise, knackig und kernig – selten hat eine Limousine von Lexus deshalb auf einer kurvigen Straße so viel Spaß gemacht wie der neue IS.

Doch kurz danach hat die Entwickler offenbar der Mut verlassen. Vor allem, wenn man in der mindestens 36.700 Euro teuren Hybrid-Version Platz nimmt, die für den IS erstmals angeboten wird. Sie fährt mit dem ersten Lexus-Vierzylinder diesseits des vornehmen Prius-Ablegers CT 200h und kommt auf eine Systemleistung von 223 PS. Mit ganz sanftem Gasfuß oder nach Druck der EV-Taste stromert die Limousine mit dem 143 PS starken E-Motor auch mal rein elektrisch durch die Stadt. Arbeiten beide Motoren mit vereinten Kräften, wuchten sie den 1,8-Toner binnen 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und drücken den Verbrauch auf Werte, wie man sie sonst nur vom Diesel kennt.

Lexus GS 300h: Shanghai Auto Show 2013

Lexus GS 300h Lexus GS 300h Lexus GS 300h

Mit Hybridantrieb ist der neue IS leider recht lahm unterwegs.

Aber so sehr der Teilzeit-Stromer auch knausert, so enttäuschend ist sein Elan. Denn irgendwo müssen auf dem Weg durch das CVT-Getriebe zur Hinterachse die Hälfte der 300 elektrischen und 221 thermischen Newtonmeter verloren gehen. Und wer auf die glorreiche Idee kam, den Wagen bei 200 km/h abzuregeln, der gehört noch heute geohrfeigt.

Was die Sache nicht besser macht, ist der Soundsymposer, mit dem die Japaner das nervige Drehzahlkreischen der CVT-Automatik kompensieren wollen. Im Prinzip ist es ja keine schlechte Idee, dem Fahrer mit virtuellem Motorbrummen aus den Boxen ein wenig mehr Elan vorzugaukeln. Doch wenn der Computersound so künstlich klingt wie bei einem Telespiel aus den Achtzigern, ist man froh, wenn man endlich den Knopf zum Abschalten gefunden hat. Gut gemeint ist halt nicht automatisch gut gemacht.

Alle News und Tests zu Lexus

Deshalb ist es sicher kein Schaden, dass Lexus nicht allein auf die Segnungen des Hybrid-Antriebs setzt und auch wieder einen klassischen Verbrenner anbietet. Das ist ein V6, der genau wie der Vierzylinder im IS 300h auf 2,5 Liter Hubraum kommt. Allerdings leistet er auch ohne elektrische Hilfe 208 PS, hat 225 Nm und steht mit 8,6 Litern in der Liste. Dieser IS 250 ist mit seinen maximal 225 km/h nicht nur deutlich schneller als der Hybrid. Er kostet mit 34.200 Euro auch 2500 Euro weniger als der IS 300h – und er verkneift sich den nervigen Soundsimulator, weil er ein klassisches Automatik-Getriebe hat.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Hybrid



Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige
Adventskalender 2014

Adventskalender 2014

Im autobild.de-Adventskalender 2014 gibt es Preise im Gesamtwert von über 250.000 Euro.

Jetzt mitmachen und gewinnen!

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote