Lexus LF-Ch auf der IAA 2009 — 10.09.2009
Der Prius von Lexus
Auf der IAA steht Toyota voll unter Strom: Prius Plug-in, Auris Hybrid und jetzt auch noch ein Vollhybrid der Edel-Tochter Lexus. Der LF-Ch soll ab 2010 gegen Audi und BMW antreten.
Es hat lange gedauert. 19 Jahre nach dem ersten Lexus-Modell in Deutschland (LS 400) wollen die Japaner jetzt auch in der Golf-Klasse mitmischen – mit einem technischen Knüller. Auf der
IAA zeigt die Luxus-Marke von
Toyota ein aufregend gestyltes Hybrid-Modell, das schon im nächsten Jahr zu kaufen sein soll. Das könnte der Sparer werden, der deutsche Autobauer mächtig in Zugzwang bringt. Denn einheimische Kompakte mit moderner Doppelherz-Technik sind weit und breit nicht zu sehen.
VW hat seinen
Golf Twin Drive nur als Prototyp vorgestellt. Mercedes zeigt auf der IAA eine A-Klasse als reines Elektromobil, das 2011 in den Verkauf geht. Beim
Audi A3 und
1er-BMW dürfte es noch länger dauern, bis ihr Benziner von einem E-Motor unterstützt wird. Da ist Toyota weiter: Der
Lexus LF-Ch steht als Serienauto auf dem Genfer Salon Anfang 2010, der Verkauf könnte ab Sommer beginnen.
Die Schokoladenseite des Lexus. Er wirkt wie ein viertüriges Coupé, die Seitenfenster sind rahmenlos.
Details zum Antrieb verraten die Japaner noch nicht. Sie werden sich aus ihrem reichhaltigen Hybrid-Baukasten bedienen. Einfach dem
Prius eine andere Hülle zu verpassen, das wäre zu wenig. So verwendet der LF-Ch angeblich auch Technik von den größeren RX-Typen. Klar ist: Es wird ein Vollhybrid, Benziner wie E-Motor können das Auto allein antreiben. Rein elektrisches Fahren in der Stadt ist möglich, die Reichweite soll gegenüber dem Prius (zwei Kilometer) weiter wachsen. Die System-Leistung wird bei knapp 150
PS liegen. Der Lexus-Hybrid bekommt Frontantrieb, auch wenn die Japaner damit von ihrer Lexus-Philosophie der heckgetriebenen Limousinen abrücken. Der Grund: Der Hinterradantrieb kostet Platz und ist in der Golf-Klasse zu teuer.
Schick: Lenkrad mit Schaltwippen, der große Info-Monitor wird über Einhand-Bedienung auf der Mittelkonsole gesteuert.
Doch der Hybrid allein reicht nicht, der Lexus soll mit modernem Design punkten. Der Japan-Golf duckt sich breit und tief auf den Asphalt, kurze Überhänge lassen ihn kräftig und dynamisch wirken. Die Dachkante fungiert als integrierter Heckspoiler, stark modellierte Radhäuser mit großen 20-Zöllern gehören zur üblichen Show-Übertreibung. Vorn trägt der Lexus ein neues Familiengesicht. Die Kühlluft-Öffnung ist nur angedeutet. Dazu seitlich tiefe Löcher für Tagfahrlicht. Rahmenlose Seitenscheiben ergänzen den schicken Auftritt – der Kompakte wirkt fast wie ein viertüriges Coupé. Von schräg hinten wird deutlich, wen die Japaner im Visier haben: den
BMW 1er.
So verwundert es kaum, dass die Abmessungen das Münchener Vorbild imitieren: mit 4,30 Metern zwar etwas länger (plus sechs cm), etwas breiter (plus vier) und etwas flacher (minus zwei), insgesamt knackig geschnitten. Steigen wir ein. Die Studie ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Im Cockpit zwei große Rundinstrumente mit Energieanzeige wie im großen Bruder
RX 450h. Die Mittelkonsole schmiegt sich um den Fahrer, der Monitor sitzt weit oben gut im Blickfeld. Die Sitze mit Leder bespannt, dazu poliertes Aluminium, Holz und mit edlem Stoff kaschierte Türtafeln. Durchaus geschmackvoll, eher coole Lounge-Atmosphäre als bayerischer Barock. Und hinten? Da geht es ähnlich eng zu wie im 1er-BMW. Da sollten die Japaner bis zum Serienauto noch ein wenig Platz rausschlagen ...
Jürgen von Gosen
Fazit
Glückwunsch, Lexus! Der Kompakte setzt ein Signal – dass Hybrid nicht gleich Stützstrumpf-Design bedeutet, sondern rassig sein kann. Das wird für Unruhe bei deutschen Autobauern sorgen. Sie laufen beim Hybrid-Antrieb dieser Form weit hinterher.
Kommentare zum Artikel (37)
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es tut mir leid - Geschmack ist immer subjektiv, aber ich finde hier waren wirklich Designer am Werk und keine Schmiede die wie z. B. bei VW Stahl in Langeweile pressen! Mit einem dt. Marken-Logo würden die Lobeshymnen nicht verstummen! Ich selbe fahre einen IS 250 und kann nur sagen, mit einem Lexus erwirbt man nicht nur ein Auto, sondern drückt auch ein Lebensgefühl aus ... ich finde es schön, wenn von meinem Auto nicht 50 Stück auf dem Supermarkt-Parkplatz stehen (und nach meinem Auto wird sich immer noch umgedreht)! Wenn das Auto so ähnlich kommt, würde ich sogar eine Klasse "absteigen"!!!
also ich find das auto echt genial, sieht hammer aus und dann macht lexus noch den sprung das teil 2010 zu veröffentlichen in der klasse und mit hybrid? ich kauf ihn wenn der preis passt und er fast so rauskommt wie er da steht.
Aus einem Avensis mittig nen Meter rausgeschnitten. Da hat sich Lexus echt was einfallen lassen...
Eine sehr gelungene Design Studie mit einigen ansprechenden Details .
Man kann nur hoffen das die Studie so etwa auf den Markt kommt .
Ein Vollhybrid ist auch eine feine Sache für die Stadt .
An die Vorschreiber, wer will denn schon Golf fahren , eher vielleicht Golf Spielen .
Kommt da vielleicht ein wenig Neid auf weil da schon 20zöller drauf sind und das doch mal ein Designvorsprung ist ? ? ?
Der unterschied ist schon beim Golf sind hochwertige Plastik verarbeitet und wo ist der
unterschied ??? Plastik ist Plastik setzt mal die VW Brille ab und Beurteilt mal objektiv .
Erstmal zur Studie von Lexus: Das Design finde ich einfach extraklasse! Habe mir immer schon gewünscht das einer der Autobauer auf die Idee kommt einen Hybrid mit 120-150PS auf den Markt bringt, wo das Design noch dazu passt! Wenn das Auto in Serie gehen würde auch wenn etwas verändert, und dann noch halbwegs zu bezahlen ist, würde ich mich sofort für einen Kauf entscheiden!!
Würde mich lieber für ein deutsches entscheider aber:
BMW: gut, aber so gut wie null serienausstattung -- zu teuer
AUDI: Bsp: A3 tolles Design, aber sowieso zu teuer
ich hoffe das der LEXUS so in Serie geht!!