Lieferzeiten Neuwagen

— 18.01.2008

Bitte warten!

Klar, dass es seine Zeit braucht, bis ein Auto zusammengebaut ist. Doch bei einigen Modellen wartet der Käufer mehrere Monate, bis der Neue endlich in der Garage steht.



Wer ein neues Auto bestellt, will natürlich möglichst schnell damit fahren. Doch bei einigen Herstellern vergeht zwischen Bestellung und Schlüsselübergabe eine kleine Ewigkeit: Bei der Mercedes R-Klasse bis zu sieben Monate, beim VW Tiguan können sogar neun Monate verstreichen. Aber auch auf andere Autos müssen die Käufer drei bis vier Monate warten. Woran liegt das? Erster Grund: Der Hersteller wird manchmal von Bestellungen geradezu überrannt, kommt mit dem Produzieren nicht mehr hinterher, Beispiel VW Tiguan. Zweiter, ebenfalls naheliegender Grund: Viele Autos werden im Ausland gebaut und haben einfach einen weiten Transportweg.

Viel Sonderausstattung verzögert die Lieferung

Bis zu neun Monate müssen Tiguan-Käufer auf ihren Neuwagen warten.

Die Mercedes R-Klasse zum Beispiel kommt aus den USA. Das allein reicht als Erklärung für lange Lieferfristen aber nicht. Ein weiterer Grund ist deshalb die Aufpreispolitik vieler europäischer Hersteller. Die bauen zwar meist Autos von der Stange, mit identischen Motoren oder Plattformen für viele Modelle. Damit der Kunde später trotzdem ein Einzelstück fährt, kann er gegen Aufpreis Extras bestellen. Zudem sind Änderungen an der Ausstattung bis wenige Wochen vor Produktionsbeginn gratis möglich. Der Käufer zahlt nur den Aufpreis für das neue Extra. Werden viele davon bestellt, verzögert sich die Auslieferung weiter. Die asiatischen Importeure arbeiten da mit einem Trick: Sie schätzen den Absatz eines Modells anhand der Verkaufszahlen, bauen dann eine bestimmte Zahl an Fahrzeugen mit den beliebtesten Ausstattungsvarianten und schicken diese in mehreren Schiffsladungen in ihre europäischen Auslieferungslager. Nach der Bestellung muss das Auto nur noch dort abgeholt und an den Kunde übergeben werden. Das dauert rund zwei Wochen. Wünscht der Käufer weitere Extras, werden sie im Lager eingebaut. Nur wenn dort kein passender Wagen steht, muss der Kunde länger warten.

Kein Autokäufer muss ewig warten

Bis zu sieben Monate dauert es, bis Mercedes eine R-Klasse an die Kunden ausliefert.

Häufig wird beim Kauf ein unverbindlicher Liefertermin vereinbart. Wird der um sechs Wochen überschritten, kann der Kunde den Hersteller zur Lieferung innerhalb von zwei Wochen auffordern. Liefert der trotzdem nicht, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. Preisänderungen innerhalb einer vereinbarten Lieferfrist von bis zu vier Monaten muss der Kunde nicht hinnehmen und kann die Annahme des Autos ablehnen. Lässt die Lieferung noch länger auf sich warten, darf der Verkäufer den Mehrpreis nur weitergeben, wenn das im Vertrag vereinbart wurde. Der Kunde trägt jedoch das Risiko, dass der Hersteller das Modell während der Wartezeit ändert. Laut LG Hamburg muss der Kunde immer damit rechnen, dass auf einer Auto-Messe ein neuer Fahrzeugtyp herauskommt (Urteil vom 23.11.1960, BB 1961, 67). Wenn der Kunde dann das Vorgängermodell mit der von ihm bestellten Ausstattung erhält, kann er nicht einwenden, das bestellte Auto sei inzwischen veraltet.

Autos mit Fehlern

Wer ein Auto kauft, kann darauf bestehen, dass es so geliefert wird, wie er es bestellt hat. Ein Käufer kann die Abnahme verweigern, wenn der Wagen mit einem anderen Hubraum geliefert wird oder mit Stahl- statt Alurädern vorfährt (LG Stuttgart v. 28.01.1959). Das gilt auch, wenn die bestellte Sitzheizung fehlt, statt Leder nur Stoffbezüge auf den Sitzen sind oder der Wagen in einer Farbe kommt, die nicht geordert war. Etwa in grüner statt in blauer Lackierung (OLG Hamm vom 28.10.1982). Als nicht erheblich stufte der Bundesgerichtshof dagegen die Farbänderung von Taiga- auf Resedagrün ein (Urteil vom 19.03.1980). Und: Bei allem Ärger sollte der Kunde jedoch versuchen, über einen materiellen Ausgleich zu verhandeln. Vielleicht gibt es einen Satz Reifen oder Räder extra. Denn: Wer den Neuen nicht abnimmt, muss erst einmal mit seinem alten Auto weiterfahren. Bis das neue kommt, heißt es dann: Bitte warten!

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Stafan Syzch

Wer ein normales Auto ohne viele Extras kauft, kann meist recht schnell in seinen Neuwagen einsteigen. Fixer sind da nur die asiatischen Importeure, deren Autos oft voll ausgestattet in europäischen Zentrallagern auf Käufer warten.

Die ausführliche Tabelle mit den Lieferfristen und allen Daten können Sie gratis per PDF aus unserem Heftarchiv herunterladen.

Autor: Stefan Szych



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