Lightweight BMW M235iR im Test

Lightweight BMW M235iR: Test

— 17.03.2016

Zweier hoch zwei

Mit dem M4 holte sich Lightweight die BMW-Krone am Sachsenring. Der 235iR soll nun auch schnellster 2er werden. Wir haben den Sportler getestet.

Kürzlich feierte das Lightweight-Team den Sachsenring-Rundenrekord "schnellster BMW". Und weil man einmal in Feierlaune war, schmiedeten Marc Müller und sein Team kurzerhand einen neuen Rekordplan. Es galt, die M235i-Armada in Grund und Boden zu fahren. Bislang rühmt sich hier AC Schnitzer mit seinem ACS2 und einer Zeit von 1:36,48 Minuten als Spitzenreiter. Nur mit mehr Power und noch klebrigeren Reifen dürfte die sensationelle Zeit der Aachener nicht zu knacken sein, darüber war man sich einig. Der Weg konnte nur über das Gewicht gehen.

Die neue Abstimmung kostet einige Zehntel beim Standardsprint

Langsamer als die Serie: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Lightweight-2er 4,9 Sekunden.

Doch ehe man nun einen M235i ausräumt, bedient man sich doch lieber des Cupautos M235i Racing. Mit kleinen Modifikationen wurde der Renner inklusive Nummernschild und TÜV-Segen straßentauglich gemacht. Viele Teile des Cupautos stammen vom M4, etwa der fliehkraftresistente Ölkreislauf mit optimierter Ölwanne. Die Mehrleistung von 52 PS (Cupauto: 333 PS) steuert Lightweight in Form von Downpipe, 200-Zellen-Kat und einer angepassten Software bei. Der Achtstufenautomat wurde in Cup-Abstimmung belassen, die rüden Schaltkicks des Seriengetriebes sind etwas weicheren Fahrstufenwechseln gewichen. Von den Fahrprogrammen D, S und M hat nur der manuelle Modus überlebt. Und hier liegt auch der Grund für die bescheidene Längsdynamik. Die Auslegung auf eine höhere Haltbarkeit kostet im 0-auf-100-Sprint ein paar Zehntel; der Lightweight 2er erledigt diese Übung in 4,9 Sekunden (Serie 4,6 s).
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Fahrwerk und Reifen könnten noch mal 100 PS mehr vertragen

Kurvenkleber: Der Lightweight M235iR rast präzise an der Ideallinie entlang – und knackt den Rekord.

Erst auf 200 km/h wirken Mehrleistung und Gewichtsreduzierung um 141 Kilogramm; hier nimmt der 235iR dem Cupauto 1,3 Sekunden ab. Die Bremsprüfung ist dann wieder nicht das Metier des Ex-Rennwagens: PFC-Bremse und Dunlops brauchen zu viel Zeit, bis sie auf Temperatur sind. Doch Lightweight strebt keinen Sprintrekord an, sondern die Bestzeit auf dem Ring. Der Raum in den breiten Radhäusern erhielt etwas Feinschliff, dann zogen 18-zöllige 285er-Semislicks und ein Bilstein-MDS-Gewindefahrwerk ein. Diese unterstützen ein einstellbarer Stabi vorn, hinten sperrt ein Diff aus dem M Performance-Zubehör, das Renn-ABS sorgt für späte Bremspunkte. So gerüstet, geht es auf Zeitenjagd. Das Mindergewicht spürt man ab dem ersten Meter. Die Dunlops kleben heftig, der 2er zuckt nicht aus der Reihe. Übersteuern unmöglich, der 235iR kurvt wie auf Schienen. Das Auto könnte locker noch 100 PS mehr vertragen. Mit Bestzeiten in allen Sektoren nimmt es dem Schnitzer ACS2 1,49 Sekunden ab. Am Ende notieren wir eine 1:34,99 min – neuer Rekord in der BMW-2er-Liga.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Mit dem Rennwagen durch die Stadt und über die Autobahn? Ein wahrhaft ungefiltertes Vergnügen. Da nimmt man auch gern den Abgasgeruch in Kauf, der durch die luftige Karosse ins Innere strömt. Im Alltagsbetrieb ist der Lightweight-2er jedoch ein Totalausfall: riesiger Wendekreis, null Rundumsicht, Reifen, die im Regen nur 80 km/h zulassen. Auch die über 90.000 Euro für ein 2er Coupé sind sicher grenzwertig! Zieht man jedoch in Betracht, zu welchen Leistungen der 235iR auf der Rennstrecke in der Lage ist, dann geht der Preis in Ordnung.
Fahrzeugdaten Lightweight BMW M235iR
Motorbauart R6, Turbo
Einbaulage vorn längs
Hubraum 2979 cm³
kW (PS) bei 1/min 284 (385)/5800
Literleistung 129 PS/l
Nm bei 1/min 520/2950
Antrieb Hinterrad
Getriebe 8-Stufen-Automatik
Bremsen vorn 380 mm/innenbelüftet/gelocht
Bremsen hinten 345 mm/innenbelüftet/gelocht
Reifengröße vorn 285/30 R 18
Reifengröße hinten 285/30 R 18
Maße L/B/H 4468/1934/1390
Messwerte
0-100 km/h 4,9 s
0-200 km/h 16,2 s
Vmax 280 km/h
Testwagenpreis 91.064 Euro
Autor:

Guido Naumann

Fazit

Mehr BMW 2er geht nicht! Und einen Schnelleren sollte es in Zukunft auch nicht geben, zumindest auf dem Sachsenring. Dort ist der 235iR über fünf Sekunden schneller als die Serie. Lightweight hat das Cupauto legalisiert und fein nachgeschärft. Leider auf Kosten der Längsdynamik – und ins Geld geht's natürlich auch.

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