Lincoln in Detroit 2009

Lincoln in Detroit 2009 Lincoln in Detroit 2009

Lincoln in Detroit 2009

— 14.01.2009

Dick und dünn

Die noble Ford-Tochter Lincoln zeigt in Detroit den 5,30 Meter langen Monster-Crossover "MKT". Doch die Amis können auch anders: Die Studie "C Concept" ist kompakt und sparsam.

So einen Lincoln hat die Welt noch nicht gesehen. Das "C Concept" steht auf der NAIAS 2009 wie ein Fahrzeug aus einer anderen Autowelt. Kompakt, glattgebügelt und futuristisch gestylt wie kein Modell aus dem Ford-Konzern zuvor. Ausgerechnet die Marke Lincoln, die mit dem Town Car die klassische Chauffeurs-Limousine baut. Dass es auch deutlich schlanker geht, beweist das "C Concept", das, wie schon der Name verrät, im kompakten C-Segment angesiedelt ist. Auch wenn Lincoln konkrete Abmessungen verschweigt, so dürfte sich das Raumschiff auf Rädern irgendwo zwischen 4,00 und 4,50 Meter Gesamtlänge einsortieren. Dabei stellt die Ford-Tochter das Concept Car unter das Motto "klein aber fein". "Die Kunden haben sich längst an den Gedanken gewöhnt, dass kleiner und leichter auch feiner bedeuten kann", erklärt Ford-Chefdesigner Peter Horbury. Das will der Autobauer jetzt auf die Marke Lincoln übertragen. Warum auch nicht, andere haben es längst vorgemacht: Mercedes mit dem Smart, BMW mit Mini oder Toyota mit dem iQ. Weitere werden folgen, z.B. Audi mit dem A1.

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Einen solchen Lincoln gab es noch nie. Das C Concept hat kompakte Abmessungen und wirkt absolut stimmig.

Optisch ist das "C Concept" dennoch klar als Lincoln zu erkennen. Der Grill ziert auch aktuelle Modelle wie den MKT (siehe unten), das gilt auch für die LED-Scheinwerfer. Dagegen betreten die Designer mit der sportlich-flachen Schulterlinie Neuland. Auf üppige Überhänge verzichtet Lincoln diesmal, auch die B-Säule fällt weg. Den Abschluss bilden eine äußerst pummelige C-Säule und ein Bürzelheck, das von einer durchlaufenden Rückleuchte mit LEDs dominiert wird. Das Ganze wird von Chrom eingerahmt. Überhaupt geizt Lincoln nicht mit Chrom, um den Showcharakter der Detroit-Studie zu steigern. Die gegenläufig angeschlagenen Türen sehen gut aus und erleichtern den Zugang zu den Designermöbeln im Innern des "C Concept".

Lenkrad ohne Nabe und extrem flache Sitze

Sehen wir hier das Cockpit der Zukunft oder die Inneneinrichtung eines Raumschiffs?

Innen geht es zu wie in einem Loft auf dem Raumschiff Enterprise: Die Designer mixen traditionelle Materialien wie Holz und Leder, Chrom und Metall fügen sich nahtlos ein. Im Alcantara-Dachhimmel sitzt eine integrierte Webcam für den Onboard-Internetzugang, genau wie Sitze, Tür- und Armaturenbrett-Verkleidungen bis hin zum Fußbodenbelag ist alles in Weiß gehalten. Das mag zwar nicht praktisch sein, sorgt aber in Verbindung mit dem großen Glasdach für eine extrem helle und freundliche Atmosphäre. Das Lenkrad mit Schaltpaddles verzichtet auf eine Nabe und gibt den Blick frei auf die Instrumente, die aus drei digitalen Displays bestehen. Die extrem flachen Sitze mit integrierten Kopfstützen scheinen wie Wellen den Innenraum zu fluten. Außerdem wurde das Gestühl noch mit Blumenmotiven verziert. Wer's mag.

Bei so viel Zukunftsmusik muss es auch unter der Haube zeitgemäß zugehen. Dort sitzt ein 1,6-Liter-Duratec-Vierzylinder mit umweltgerechter EcoBoost-Technologie inklusive Benzindirekteinspritzung und variabler Doppelnocken-Verstellung. Die Kraftübertragung erfolgt über das Doppelkupplungs-Schaltgetriebe PowerShift, das wir aus europäischen Ford- und Volvo-Modellen kennen, zusätzlich kommt eine Start-Stopp-Automatik zum Einsatz. Trotz der üppigen Leistung von 177 PS und 240 Nm Drehmoment soll die Studie mit 5,5 Litern auf 100 Kilometern auskommen.

Lincoln MKT soll zur Business Class auf Rädern werden

Das ist ein Auftritt: Überholprestige gehört im Lincoln MKT zur Serienausstattung.

Im Gegensatz zum "C Concept" wirkt der Lincoln MKT fast schon wie ein alter Hut. Dabei ist er die konkrete Umsetzung der Studie, die schon auf der NAIAS 2008 für Furore sorgte. Der Crossover soll die Business Class auf Rädern verkörpern. Dazu braucht es Platz – auf 5,30 Meter Länge und zwei Meter Breite sollte das kein Problem sein. Für ausreichend Kopffreiheit ragt der MTK immerhin 1,62 Meter in die Höhe. Lümmeln im Fond sollte auch dank drei Meter Radstand kein Problem sein, auf Wunsch gibt es eine dritte Sitzreihe. Für schöne Momente sorgen edle Materialien im Innenraum, über allem thront ein großes Glasdach. Optisch punkten der markante Hüftschwung der Schulterlinie kurz vor dem hinteren Radlauf, die Chromeinfassung des seitlichen Glashauses und die üppigen Rückleuchten, die sich als durchgehendes Band über die gesamte Breite der Heckklappe erstrecken.

355 PS und ein Care-Paket für die Passagiere

Der Mix aus Leder, Holz und Kunststoff wirkt gefällig und soll europäisches Oberklasse-Niveau erreichen.

In der Basis kommt bereits ein 3,7 Liter großer V6 zum Einsatz, der 268 PS bei 6500/min sowie ein maximales Drehmoment von 362 Newtonmetern bei 4250 Touren entwickelt. Dabei soll der Motor mit 9,8 Litern auf 100 Kilometern auskommen. Auf Wunsch ist der MKT mit Allrad erhältlich. Noch mal kräftiger ist der doppelt aufgeladene Duratec-EcoBoost-Sechszylinder mit Benzin-Direkteinspritzung und 3,5 Litern Hubraum, der 355 PS mobilisiert und und 475 Newtonmeter an alle vier Räder verteilt. Neben Luxus satt gibt es ein komplettes Care-Paket für die Passagiere: Neben ESP und sechs Airbags kommen eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnsystem und automatischer Abstandkontrolle, ein automatischer Fernlicht-Assistent und ein Regensensor, der seitliche Abstandswarner BLIS (Blind Spot Information System) und ein "Cross Traffic Alert"-System zum Einsatz, das beim Rückwärts-Ausparken vor nahendem Querverkehr warnt. 

Die Zukunft heißt EcoBoost, zumindest im Ford-Konzern

Das neue Zauberwort zum Sparen heißt bei Ford EcoBoost – eine neue Motortechnologie, die unter anderem im Ford Flex, Lincoln MKZ und MKT kurz vor der Serienreife steht. Sie steht für einen relativ kleinen Hubraum mit Benzindirekteinspritzung und je einem kleinen, früh ansprechenden Turbolader pro Zylinderreihe. So sollen in den Dickschiffen der Ford-Palette nicht mehr V8, sondern V6-Motoren für Vortrieb sorgen. Dazu kombiniert Ford die neue Motorengeneration mit einem DSG oder einer Start-Stopp-Automatik und einer Abschaltung der Benzinzufuhr beim Bremsen. 20 Prozent weniger Verbrauch sollen so möglich sein.

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