LKW-Versicherung

LKW-Versicherung

— 20.05.2016

Schwere Jungs ganz sicher

Jeder, der einen Führerschein der Klasse B hat, darf einen Kleinlaster fahren. Doch wie schaut es mit der Versicherung aus? Welche Stolperfallen lauern und was gilt es bei einer gewerblichen Nutzung zu beachten?

Wenn es um die Basis-Kfz-Versicherung geht, unterscheiden sich Lkw bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen im Grunde nicht von einem Pkw. Bevor sich die schwereren Jungs unter das Blechvolk mischen können, müssen auch sie mindestens eine Haftpflichtversicherung nachweisen. Nicht umsonst dürfen die Sprinter und Caddys mit einem ganz normalen Führerschein der Klasse B gefahren werden. Dementsprechend werden diese Fahrzeuge, sofern sie privat genutzt werden, von den Versicherungen genauso behandelt, wie gewöhnliche Pkws. Neben der obligatorischen Haftpflicht, sind die Teilkasko und Vollkasko optional. Wer noch einen Führerschein der Klasse 3 hat, kann sich freuen, denn der erlaubt auch das Führen von Lkws mit einem Höchstgewicht von 7,5 Tonnen.
Mehr zum Thema: Kfz-Versicherung

Achtung bei den Schadensfreiheitsklassen

Die Schadenfreiheitsklasse des Halters kann auf den Klein-Lastwagen übertragen werden, wenn er den Pkw dafür abmeldet. Wenn der Lkw als Zweitwagen versichert wird, beginnt man in der Regel bei SF 0 (circa 100 Prozent). Allerdings ist es bei den privat genutzten Lieferwagen durchaus ratsam, einen Blick auf die Klauseln des Vertrages zu werfen: Einige Versicherungen kennen nur Schadenfreiheitsklassen, die maximal bis SF zehn reichen. Bei der Übertragung wird dann die Schadenfreiheitsklasse angewendet, nicht die die Prozente. Schon daraus resultieren Unterschiede bei der Einstufung der verschiedenen Fahrzeuge. Im Schadensfall kann man schnell in eine niedrigere Schadensfreiheitsklasse rutschen, was sich in einer höheren Versicherungsprämie unangenehm  bemerkbar macht. Hier unbedingt bei der Versicherung nachfragen, wie das Prozedere genau durchgeführt wird. Manchmal sind auch Rabatte drin, wenn man sein Auto bei dem selben Anbieter versichert hat.

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Dass ein Pkw und ein Lkw von Versicherungen unterschiedlich gehandhabt werden, wird schon beim Stellen eines Antrags deutlich. Will man einen Lkw versichern, braucht man keinen Typ-Schlüssel, wie beim Pkw; entscheidende Parameter sind die Stärke des Motors, die Art des Aufbaus (zum Beispiel geschlossener Kasten, offener Kasten, Plane und Spriegel oder Kipper). Dann interessiert die Versicherung auch noch, ob Gefahrengut transportiert wird, die jährliche Kilometerleistung und die Art der Nutzung. Bei einem großen Versicherer kostete ein 110 kW/150 PS starker Lkw mit maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht samt geschlossenen Kasten und Teilkasko in der Haftpflicht SF 0 (110 Prozent) 1910,80 Euro im Jahr.

Die 3,5-Tonnen-Grenze bezieht sich auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Komplizierter wird es, wenn es um den Nutzungszweck von Lkws geht. Wird der Lkw gewerblich genutzt, erhöht sich nicht selten der Versicherungsbeitrag. Wie tief der Besitzer des Lkws in die Tasche greifen muss, hängt von der Art der Nutzung ab.

Wichtig Unterscheidung: Werkverkehr/Güterverkehr

Beim gewerblichen Einsatz muss man zwischen Werkverkehr und Güterverkehr unterscheiden. Werkverkehr ist der Transport von Waren für eigene Zwecke. Holt also ein Obsthändler jeden Morgen Früchte aus dem Großmarkt und fährt sie in den eigenen Laden, um sie dort zu verkaufen, fällt dies unter den Werkverkehr. Ganz wichtig ist, dass die Sachen Eigentum des Unternehmens beziehungsweise des Versicherungsnehmers sind.

Güterverkehr ist die gewerbliche Beförderung von Waren. Dazu gehören Paket- und, Kurierdienste. Hier hilft eine einfache Faustregel: Wenn für den Transport eines Gegenstands eine Rechnung gestellt wird, handelt es sich um einen Güterverkehr. Wer in der Versicherungspolice falsche Angaben über die Art des Transports macht, läuft Gefahr den Versicherungsschutz zu verlieren. Prinzipiell scheuen sich die Versicherungen eher, ein Fahrzeug zu versichern, dass im Güterverkehr eingesetzt wird. Zu groß das Risiko und zu hoch die Zahlungen im Falle eines Unfalls. Manche Versicherungen nehmen solche Fahrzeuge erst unter Vertrag, wenn eine Fahrzeug-Flotte versichert wird.

Was ist bei den Kasko-Versicherungen zu beachten?

Bei Lkw bis 3,5 Tonnen entsprechen die Versicherungs-Module grundsätzlich den bekannten aus der Pkw-Versicherung: also Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Allerdings werden die berüchtigten 3,5-Tonner, die locker Geschwindigkeiten jenseits der 180 km/h erreichen, oft von den Versicherungen mit höheren Kasko-Prämien belegt, als Pkws. Bei der bereits erwähnten Fuhrpark-Versicherung hat der Versicherungsnehmer bessere Karten, wenn die Flotte zehn oder mehr Fahrzeuge umfasst. Diese wird dann in der Regel mit einer pauschalen Prämie belegt. Während bei den Lkws bis 3,5 Tonnen die Varianten und die Versicherungen relativ überschaubar sind, wird es bei den echten Dickschiffen, schon deutlich unübersichtlicher. Hier empfiehlt es sich, verschiedene Versicherungen zu vergleichen.

Wie kommt man zur eVB-Nummer für Lkw?

Genauso, wie bei den Pkws, braucht auch der Lkw-Besitzer eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB), die die traditionelle Doppelkarte abgelöst hat. Die ist nötig bei der Neuzulassung, Ummeldung oder Wieder-Zulassung eines Lkws. Die Vorgehensweise entspricht der bei einer Pkw-Versicherung: Nachdem man mehrere Versicherungs-Angebote verglichen und sich für eines entschieden hat, beantragt man die siebenstellige eVB-Nummer und kann sein Fahrzeug zulassen.
Beispiel Lkw bis 3.5 Tonnen (150 PS)*
Haftpflicht Teilkasko (150 Euro SB) Vollkasko (300 Euro SB)
1735,16 Euro 175,64 Euro 1120,66 Euro
*Aufbau: geschlossener Kasten; SF-Klassen: Haftpflicht SF 0 (110 %), Vollkasko SF 0 (60 %); jährliche Fahrleistung: 25.000 km; kein eigener Stellplatz, keine gewerbliche Personen- oder Güterbeförderung; kein Transport von Gefahrgut.

Autor: Wolfgang Gomoll

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