Londons Doppeldecker-Busse

Londons Doppeldecker-Busse

— 09.10.2002

Aus für die rollenden Wahrzeichen

Nach 104 Jahren Einsatz werden die roten Originale jetzt ersetzt – durch hochmoderne Ziehharmonika-Busse aus Deutschland.

Sie gehören zum Londoner Stadtbild wie Big Ben, Buckingham Palace oder der Bobby: die Doppeldeckerbusse. Doch die feuerroten, zweistöckigen Omnibusse sind jetzt vom Aussterben bedroht. Die Verkehrsbehörde der Themse-Metropole will sie durch moderne, von Mercedes gebaute Ziehharmonikabusse ersetzen.

Bereits im 19. Jahrhundert verkehrten auf Londons Straßen zweistöckige, von Pferden gezogene Sammeldroschken. Die London General Omnibus Company setzte 1898 den ersten Doppeldecker ein. Bereits damals galt der Doppeldecker als kostengünstiger als ein einstöckiger Bus. Erst mit der Gründung von London Transport wurden alle Londoner Busse einheitlich rot lackiert. Heute verkehren zwei verschiedene Doppeldeckermodelle: der RT-Typ mit der offenen Plattform und der einem Berliner Doppeldecker ähnliche, geschlossene Routemaster.

Doch das Ende der Doppeldeckerbusse ist besiegelt. "Die Zahl der Ziehharmonikabusse zu erhöhen ist unvermeidbar, weil wir immer mehr Fahrgäste transportieren müssen. Die Ziehharmonikabusse können auf 60 Prozent aller Routen eingesetzt werden", erklärt Peter Hendy von Transport for London. Alle rationalen Argumente sprechen ohnehin für den Ziehharmonikabus made in Germany. Ein RT-Doppeldecker bietet 80 Fahrgästen Platz, ein Ziehharmonikabus 140 Fahrgästen. Mit seinen drei Türen kann der Ziehharmonikabus Passagiere schneller aufnehmen, und ein Schaffner ist überflüssig.

Auf zwei Linien verkehren bereits Ziehharmonikabusse. Umfragen unter Benutzern zeugen von Zufriedenheit: Die Fahrt ist weicher, das Einsteigen leichter. So schlagend sind die Argumente für die neuen Busse aus Deutschland, dass es nicht einen Verein zum Schutz des Doppeldeckerbusses gibt. Schade eigentlich, denn nirgendwo hat man so sehr das Gefühl, zugleich im altmodischen England und in einer wirklichen Weltstadt zu Hause zu sein, wie im Aussichtssalon eines Doppeldeckers.

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