M-racing GTR 500

M-racing GTR 500 M-racing GTR 500

M-racing GTR 500

— 23.03.2007

Das Beste aus zwei Welten

Musik in unseren Ohren: V8, 540 PS und 386 km/h – unter der englischen Fahrzeughülle der M-racing-Flunder rockt bayerische Motorentechnik.

Was Erdgas-Pipelines und Autos gemein haben? Eine ganze Menge. Behauptet zumindest Markus Fahlke. Der verdient sein Geld mit der Automatisierung von Pipelines. "Apparaturen wie CNC-Fräsmaschinen oder Schweißgeräte finden in beiden Branchen Verwendung", erklärt der 42-Jährige. Deshalb baut er zusätzlich Autos. Dahinter steckt allerdings kein Spleen, sondern der feste Wille, eine weitere Einnahmequelle zu erschließen.

M-racing GTR 500: schwarz, martialisch, windschnittig und leicht.

1999 wagt Fahlke die ersten Gehversuche in der Automobilbranche: Er beginnt, den Ultima-Sportwagen aus England zu importieren. Amerikanische V8-Motoren dienen als Antrieb. Bald stellt Perfektionist Fahlke Defizite fest: "Getriebe und Motoren weigerten sich zu harmonieren, die Endgeschwindigkeit war zu niedrig, die Technik zu anfällig." 2003 beschließt Fahlke, sein eigenes Auto zu bauen – die Geburtsstunde des M-racing GTR 500. Der hat mit dem Ultima-Ausgangsprodukt nur noch die Außenhülle gemein. "Es ist sehr teuer, eine Karosserie zu entwickeln und zu fertigen. Deshalb präsentieren wir frühestens 2008 eine eigenständige." Unseres Erachtens spricht nichts gegen die Zwischenlösung: Das Auto sieht – in düsterem Schwarz lackiert und mit martialischem Heckflügel versehen – gebührend grimmig aus. Auch Fahlke ist zufrieden "Die Karosserie genügt unseren Ansprüchen vollauf: Sie ist windschnittig und leicht."

Kein Gramm fett zu viel – und diese Rennsemmel darf auf die Straße!

Unter der englischen Hülle beginnt deutsches Terrain – in Gestalt eines von Fahlke entwickelten Gitterrohrrahmens samt Fahrwerk. Dabei macht Fahlke keine halben Sachen: Die Fahrgastzelle besteht aus Kohlefaser, die Einzelradaufhängungen sind rundum voll einstellbar. Angesichts eines Leergewichts von 920 Kilogramm würde der Ultima bereits mit 200 PS jeder Elise Konkurrenz machen. Fahlke will jedoch in anderen Regionen wildern. Weshalb er sein Fahrzeug mit Großkaliber-Geschossen aus dem Hause BMW bestückt. Mit diesem Konzept hatte bereits Kleinserienhersteller Wiesmann Erfolg. "Der hat für uns Vorbildfunktion", erklärt Fahlke. "Während Wiesmann Leistung jedoch mit Luxus kombiniert, wollen wir kompromisslose Straßenrennwagen bauen. Die sollen zwar alltagstauglich, aber puristisch bis ins Mark sein." Deshalb fehlen Airbags und ABS. Selbst ein Radio baut Fahlke nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch ein.

M5-Motor als Basis: "Wir wollten eine Maschine mit ordentlich Hubraum."

Wir hatten die Gelegenheit, mit einem leistungsgesteigerten GTR 500 mitzufahren. Dessen ursprünglich 400 PS starker Saugmotor aus dem alten M5 leistet dank umfangreichem Feintuning 540 PS. "Wir wollten eine Maschine mit ordentlich Hubraum – Porsche-Komponenten fielen deshalb flach," unterstreicht Fahlke seine Entscheidung, sich aus dem BMW-Regal zu bedienen. Das Vorführfahrzeug ist ein Rechtslenker. Eine von drei Optionen: Neben einer linksgelenkten Variante kann der M-racing auch mit mittiger Lenkung ausgerüstet werden – in alter McLaren-Tradition. Das Testfahrzeug macht einen sauber gearbeiteten Eindruck und hat überhaupt nichts von Kleinserien-Bastelbude. Der Vortrieb ist mindestens so infernalisch wie der Lärm, der an Bord herrscht. Wann wir einen ausführlichen M-racing-Test bringen, können wir noch nicht endgültig sagen. Vorab nur so viel: Es ist was in der Pipeline.

Kurzinterview mit Markus Fahlke (42), Inhaber M-racing


AUTO BILD SPORTSCARS: Wer braucht einen M-racing? Fahlke: M-racing-Kunden sind kostenbewusste Sportfahrer jüngeren Alters, die sich weigern, in ihr Auto eine halbe Million Euro zu investieren. Sie bestehen auf volle Alltags- bei hundertprozentiger Rennstreckentauglichkeit.

Wie viele M-racing verlassen aktuell die Hallen? In unserer Fertigungsstätte im norddeutschen Buchholz bauen sechs Mann zehn Fahrzeuge pro Jahr.

Welchen Herstellern wollen Sie mit Ihrem Auto Konkurrenz machen? Wir treten gegen Ferrari Enzo und Maserati MC12 an. Ein Carrera GT-Besitzer wird feststellen, dass er unserem GTR hinterherfährt. Und das tut er – spätestens, wenn wir die nächste Ausbaustufe zünden.

Sind die aktuellen 540 PS etwa erst der Anfang? Dank Kompressoraufladung sind demnächst 620 PS realisierbar– auf Basis des alten M5-Motors. Auch der aktuelle M5-Zehnzylinder wäre denkbar. Aber auch damit sind die Grenzen unseres Autos noch lange nicht ausgelotet: Unser Gitterrohrahmen ist für bis zu 1100 PS zugelassen.

Technische Daten (Herstellerangaben) M-racing GTR 500 V8, Mittelmotor längs • 4 Ventile pro Zylinder • Hubraum 4941 cm³ • Leistung 397 kW (540 PS) bei 6500/min • Literleistung 108 PS/Liter • max. Drehmoment 630 Nm bei 3000/min • Hinterradantrieb • 6-Gang manuell • innenbelüftete, gelochte Scheibenbremsen • Reifen 235/35 v., 335/30 ZR 18 h. • Länge/Breite/ Höhe 4110/1880/1070 mm • Radstand 2570 mm • Leergewicht 920 kg • Leistungsgewicht 1,7 kg/PS • Zuladung 310 kg • Tankinhalt 70l • Verbrauch 14,2l Super Plus • Beschleunigung 0–100 km/h in 3,0s, 0–200 km/h 7,5s • Höchstgeschwindigkeit 307–386 km/h (je nach Übersetzung) Preis: 168.000 Euro

Kontakt M-racing, Tel. 04181/ 93 47 15, www.m-racing.info

Autor: Ben Arnold

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