Die fünf Schlüsselfiguren im VW-Machtkampf

Martin Winterkorn

Machtkampf bei Volkswagen

— 25.04.2015

Ferdinand Piëch ist zurückgetreten

Ferdinand Piëch legt sein Amt als VW-Aufsichtsratschef mit sofortiger Wirkung nieder. Damit hat der Patriarch den Machtkampf mit Konzern-Boss Martin Winterkorn bei Volkswagen verloren.

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'Ist Ferdinand Piëch als Aufsichtsratschef noch tragbar?'

(dpa) Ende einer Ära: Nach wochenlanger Führungskrise bei Volkswagen ist Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch als Verlierer des beispiellosen Machtkampfs zurückgetreten. Dies bedeutet eine historische Zäsur bei Europas größtem Autokonzern. Der 78-jährige Piëch gab am 25. April 2015 überraschend mit sofortiger Wirkung sein Amt auf, wie VW mitteilte. Begründet wurde dies mit einem zerrütteten Verhältnis zu den anderen Mitgliedern des innersten VW-Machtzirkels – dem Betriebsrat, dem Land Niedersachsen und der Familie Porsche.
Nach Piëchs Rücktritt: Wie geht es weiter bei Volkswagen?

VW-Patriarch Ferdinand Piëch wird 78

Keine gemeinsame Zukunft mehr: Der Streit mit Winterkorn (r.) endet mit Piëchs (l.) Rücktritt

Mit der Kür eines Nachfolgers will sich VW Zeit lassen. In dieser Woche rückt der Fokus daher zunächst wieder auf das Alltagsgeschäft: Am 28. April eröffnet der Vorstand in Berlin die Neuauflage des "Automobil Forums Unter den Linden". Dort präsentiert VW alle zwölf Marken und die VW-Finanztochter unter einem Dach. Erwartet wird neben Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel der gesamte Vorstand um seinen Chef Martin Winterkorn. Tags darauf veröffentlicht der Konzern seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2015.
Breitseite gegen Piëch: VW kommt nicht zur Ruhe

Auch Ursula Piëch gibt ihr Aufsichtsrats-Mandat ab

Piëch war vor zwei Wochen von VW-Vorstandschef Winterkorn abgerückt. Dies hatte einen Machtkampf ausgelöst, der auch zu einem Konflikt zwischen den Familien Porsche und Piëch führte. Sie halten die Stimmenmehrheit an VW. Der frühere IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber übernimmt im Aufsichtsrat kommissarisch den Vorsitz. Auch Piëchs Ehefrau Ursula gibt ihr Mandat im Aufsichtsrat ab.

Die fünf Schlüsselfiguren im VW-Machtkampf

"Die Mitglieder des Präsidiums haben einvernehmlich festgestellt, dass vor dem Hintergrund der vergangenen Wochen das für eine erfolgreiche Zusammenarbeit notwendige wechselseitige Vertrauen nicht mehr gegeben ist", hieß es in einer Erklärung des sechsköpfigen VW-Aufsichtsratspräsidiums nach einem Krisentreffen am 25. April in Braunschweig.

Es wurde immer einsamer um Ferdinand Piëch

Machtkampf bei Volkswagen: Noch ist unklar, wie es bei VW nun genau weitergeht

Piëch, der Enkel des legendären Autokonstrukteurs Ferdinand Porsche, war von 1993 bis 2002 VW-Chef und überwachte den Konzern anschließend als Aufsichtsratschef. Er galt lange Zeit als das VW-Machtzentrum und hatte zahlreiche Konflikte für sich entschieden. Nach der Demontage seines langjährigen Wegbegleiters Winterkorn aber stand Piëch zunehmend auf verlorenem Posten. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und auch Piëch-Cousin und VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche stärkten Winterkorn den Rücken.

Zitate von Ferdinand Piëch

"Die Diskussion der vergangenen zwei Wochen ist schädlich gewesen für Volkswagen", sagte Weil am Samstag in Hannover. Das Land Niedersachsen ist VW-Großaktionär. Das Präsidium des Aufsichtsrates habe deshalb die "notwendige Klarheit" schaffen müssen. Huber sprach von einem Vertrauensverlust zwischen Piëch und dem Rest des Präsidiums, "der sich in den letzten Tagen als nicht mehr lösbar erwiesen hat".
Die Führungskrise bei VW: Volkswagen um Ruhe bemüht

"Zeit, dass Winterkorn den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt"

Der Rückzug Piëchs bietet nach Ansicht von Aktionärsschützern die Chance für einen Generationswechsel im Vorstand von Volkswagen. "Jetzt wäre es an der Zeit, dass Martin Winterkorn den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt und in der Geschäftsführung ein Generationswechsel stattfindet", sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, der Deutschen Presse-Agentur. Winterkorn besitze mit seinen Erfahrungen und seinem Ansehen über die nötigen Voraussetzungen, um Chefkontrolleur zu werden. "Er passt zu VW."

Die fünf Schlüsselfiguren im VW-Machtkampf

Piëch hatte vor zwei Wochen ein internes Ringen um die Zukunft der VW-Spitze öffentlich gemacht, indem er dem "Spiegel" sagte, er sei "auf Distanz" zu Winterkorn. Hinter Piëchs Kritik stand auch die Frage, wie VW seine Probleme etwa im angeschlagenen US-Geschäft oder bei der renditeschwachen Kernmarke VW lösen will. Bis zu der Attacke war der 67-jährige Winterkorn als Piëch-Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrates gehandelt worden. Mit Piëchs Äußerung stand plötzlich ein Fragezeichen vor Winterkorns Zukunft.
Sieg im VW-Machtkampf: Winterkorn bleibt im Amt

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