Magna bekommt Konkurrenz — 18.06.2009

Chinesen prüfen Opel

War sich Magna bei der Opel-Übernahme zu sicher? Jetzt kommt späte Konkrrrenz aus China. Die staatliche Beijing Automotive Industry Corporation prüft die Bücher von Opel und plant eine Offerte.

Magna bekommt möglicherweise doch noch ernsthafte Konkurrenz bei der Übernahme von Opel. Der staatliche chinesische Autohersteller Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC) habe die Erlaubnis zur Prüfung der Bücher erhalten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" heute (18. Juni) unter Berufung auf Kreise der insolventen bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM). Das Unternehmen aus Peking wolle schon in den kommenden Tagen mit der sogenannten Due Diligence im elektronischen Datenraum beginnen. Der nächste Schritt wäre eine verbindliche Offerte an die mit dem Verkauf beauftragte Bank Dresdner Kleinwort.

Delegation aus China erwartet

Laut "FAZ" ist für die nächsten zwei Wochen der Besuch einer Delegation aus China geplant. BAIC-Chairman Xu Heyi wolle dann bei Betriebsräten, Gewerkschaften und Politikern um Vertrauen für seinen Plan werben. In einem ersten Grobkonzept von Ende Mai hätten die Chinesen in allen relevanten Punkten etwas größere Zugeständnisse gemacht als Mitbewerber Magna. Das Angebot sei aber sehr spät eingegangen. Für die Bundesregierung und für GM sei der Einstieg der Chinesen in den Bieterprozess ein willkommenes Mittel, den Druck in den Verhandlungen mit Magna zu erhöhen. Derzeit gehört Opel noch zu 65 Prozent einer vom deutschen Staat kontrollierten Treuhandgesellschaft und zu 35 Prozent GM. Mit dieser Lösung war Opel vor dem Strudel der Insolvenz seines Mutterkonzerns geschützt worden.

Magna will hohe Staatshilfen

Magna will zusammen mit der staatlichen russischen Sberbank 55 Prozent an Opel übernehmen, hat dafür aber hohe Staatshilfen gefordert. Momentan wird an den Details des Verkaufs gefeilt. Laut  Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gibt es parallel Kontakt zu mehreren anderen Interessenten. Im Bieterverfahren waren neben Magna und BAIC noch der US-Finanzinvestor Ripplewood und Fiat aufgetreten.

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Paul
19.06.2009, 14:11Uhr

Wer um alles in der Welt wird sich ohne Aussicht auf Staatsunterstützung um eine solch marode und verzwickte Geldvernichtungsmaschinerie bewerben? Obwohl die Sozialdemokratie bereits seit Jahren tot ist, wollen noch immer deren letzte Mohikaner die Gelder der Steuerzahler auf's Spiel setzen. Aber Achtung: das deutsche Volk ist so blöd nun auch wieder nicht. Inzwischen verlieren mittelständische Unternehmen mehr Arbeitsplätze als Opel je hatte. Das interessiert aus populistischen Gründen wohl nicht. Der Wähler wird es honorieren.

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