LKW-Fuhrpark auf einem Speditionshof

Mangel an Lkw-Fahrern

— 06.12.2013

Laster sucht Lenker

Die Brummi-Branche fürchtet, dass ihr im nächsten Boom die Fahrer ausgehen. Spediteure suchen nach Bewerbern. Lkw-Hersteller planen etwas anderes.

"Das ist ja kein Traumberuf", sagt Adolf Zobel. "Die Freiheit, die Fernfahrer früher hatten, gibt es nicht mehr." Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Ent­sorgung (BGL) macht sich kurz vor dem Jahresende 2013 wieder Gedanken über sein Gewerbe. Denn die für 2014 prognostizierte gute Wirtschaftsentwicklung in Deutschland könnte den Transportboom wiederbeleben – und damit ein altes Problem: "In manchen Regionen finden Spediteure schon heute nicht mehr genug gute Fahrer. Das wird noch viel schlimmer, und die Auswirkungen spüren wir dann alle."

AUTO BILD bei den Fernfahrern

AUTO BILD bei den Fernfahrern
Seit Jahren schon kratzt das Trans­portgewerbe noch den letzten Lkw-Führerschein-Besitzer aus den Winkeln des Landes, um seine Laster bewegt zu bekommen. Dass dabei nicht nur die guten Fahrer hinters Steuer kom­men, kann jeder Autofahrer aus eigener Erfahrung bestätigen. Doch es bleibt ihnen nichts anderes übrig. Einer vom Technikzulieferer ZF Friedrichshafen und der Zeitschrift "Fernfahrer" in Auftrag gegebenen Untersuchung zufolge starten jährlich 15.000 neue Lkw-Fahrer in den Job – doch benötigt würde die doppelte Zahl, um Renteneintritt, Fluktuation und wachsende Transportmengen auszugleichen.

Abstandsradar, Lenk- und Bremsassistenten sind die Voraussetzungen für WLAN-gekoppelte Kolonnen.

In wachstums­schwachen Jahren lässt sich die Diffe­renz ausgleichen. "Aber die Nachfrage kommt, wenn die Wirtschaft wächst", sagt Zobel. Im Sommer hatte der Ei­gentümer der Großspedition Dachser, Bernhard Simon, ähnliche Warnungen ausgesprochen. Denn nach dem Weg­fall der Wehrpflicht machen immer weniger junge Männer in der Bundeswehr-Fahrschule ihren Lkw-Führer­schein. Folge: Immer öfter unterstützen Spediteure neue Fahrer beim Erwerb der bis zu 8000 Euro teuren Lizenz.

Lesen Sie auch: Fahren per Autopilot

Volvo testet mit dem SARTRE-Project die Zukunft des WLAN-gesteuerten Fernverkehrs.

Derweil forscht die Lkw-Industrie an Systemen, die irgendwann den Fahrer überflüssig machen sollen: Die RWTH Aachen testet mit MAN das Verbund­projekt KONVOI, Volvo macht Ver­suche mit SARTRE (siehe Grafik weiter oben). Beide kop­peln Fahrzeuge per WLAN aneinan­der. Nur der erste Fahrer lenkt und bremst, die folgenden schalten auf Autopilot und können das tun, was sonst vom Fahren ablenkt: telefonieren, essen, Zeitung lesen. So lassen sich Sicherheitsabstände verringern – die Transportkapazität der Autobahnen wird größer. Ein erster Schritt in Rich­tung autonomes Fahren. Doch bis Lkw wirklich führerlos über unsere Auto­bahnen rollten, sei noch viel Forschung nötig, sagt Adrian Zlocki von der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen in Aachen. In den nächsten Jahren werden Trucker also noch gebraucht.

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