Mansory Carbonado: Fahrbericht

— 05.02.2013

Carbon-Aventador mit 754 PS!

Der Lamborghini Aventador ist ein extremes Auto, Mansory ein ebensolcher Tuner. Wir fahren das Ergebnis ihres gemeinsamen Schaffens: den 597.000 Euro teuren Carbonado.



Er ist keiner, der Kompromisse macht. Der Lamborghini Aventador pfeift auf Konventionen. Dieser scharfe Keil ist eine extreme Fahrmaschine für solvente Vollgasfanatiker. Ein bisschen extrovertiert sollten Interessenten auch sein, denn der Italiener garantiert maximale Aufmerksamkeit. Die 312.970-Euro-Basis ist eine auffällige Synthese aus einem federleichten Carbon-Monocoque, 700 PS starkem V12 und sequenziellem Schaltgetriebe. Wenn Letzteres in nur 50 Millisekunden von einem Gang zum nächsten knallt, geht das durch Mark und Bein. Der Kopf nickt, Dauerzustand. Der Vortrieb ist gigantisch. 100 km/h schafft er in 2,9 Sekunden, 200 in 8,9. Einzig der Sound will nicht recht dazu passen. Unter Volllast schreit der Zwölfender herrlich höllisch, im Teillastbereich tönt er aber eher zahm.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Für den Aventador LP 700-4 hat Mansory ein auf sechs Exemplare limitiertes "Carbonado"-Paket geschnürt.

Hier kommt Edeltuner Mansory ins Spiel. Seit 1989 sorgt Inhaber und Namensgeber Kourosh Mansory mit seinen gewagten Umbauideen für Aufsehen. Mansorys Fokus lag dabei schon immer auf bärenstarken Supersportlern und sündhaft teuren Nobelkarossen. Stangenware überlässt er anderen. Für den Aventador LP 700-4 hat der in Brand ansässige Veredler ein auf sechs Exemplare limitiertes "Carbonado"-Paket geschnürt. Das beinhaltet wie der Name schon verrät noch viel mehr Carbon, mehr Leistung per Elektronikeingriff und mehr Sound dank einer neuen Abgasanlage. Optisch hat Lamborghini eigentlich ganze Arbeit geleistet. Doch der Tuner vollendet dieses Kunstwerk auf seine ganz persönliche Weise. Die schon ab Werk sehr aggressiv gezeichnete Frontschürze würzt er mit Splittern und einem Flip im Mittelteil sowie Aufsätzen für die Kühllufteinlässe nach. Dazu bringt Mansory eine neue, mit Luftauslässen bestückte Motorhaube für das Original und reichert die Oberseite der Kotflügel mit feinen Kühlrippen an. Der leichte Werkstoff findet sich auch beim Blick auf die Seitenlinie wieder.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Das zusätzliche Leitwerk am Heck soll bei bis zu 355 km/h Topspeed zusätzlichen Abtrieb generieren.

So optimiert der Tuner die originalen Lufteinlässe vor den Hinterrädern mit einem fächerartigen Schlund. Auch die Schweller und den Kühlluftauslass des Motors verziert Mansory mit dem edlen Gewebe. Das Heck erinnert an einen Jet. Die Leuchten glühen wie der Nachbrenner einer Turbine. Die darunter montierten Lüfter deckt ein Carbongitter ab. Optischer Clou: Mansory hat es an das Propellerdesign der Rückleuchten angelehnt. Flugzeugtauglich mutet auch der Heckspoiler an. Diverse Finnen und Zwischenspoiler sollen das Heck bei höheren Geschwindigkeiten stabilisieren. Und mittendrin haust der ab Werk optisch schon so faszinierende Vier-in-eins-Auspuff. Mansory hat den Strang gegen eine selbst gefertigte Auspuffanlage getauscht. Lamborghini wartet noch bis zum Superveloce-Modell mit einem festen Flügel, bei Mansorys limitiertem Carbonado-Paket ist das Leitwerk bereits inklusive. Im 258.000 Euro teuren Tuning ist auch ein Power-Upgrade enthalten. 754 statt 700 PS verspricht der Tuner mit der zuvor erwähnten Sportauspuffanlage und geändertem Motormanagement. Ein Satz leichter Schmiederäder in 20 Zoll an der Vorder- und 21 Zoll an der Hinterachse übernimmt die Motorkraft.

Lamborghini-Tuning aus Japan

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Wie sich ein solcherart modifizierter Aventador fährt, probieren wir auf einem nahe gelegenen Flugfeld aus. Nachdem man sich unter den guillotinengleichen Türen hindurchgeschlängelt hat, kommt erst einmal der Wow-Effekt. Man bettet seinen Allerwertesten in noch feineres Leder, die Augen erspähen ein auf die weiß-schwarze Außenhaut abgestimmtes Interieur und Unmengen von Carbon. Der Starterknopf Starterknopf mit der roten Klappe, der an den Feuerschalter eines Bordschützen erinnert, befindet sich nun am Dachhimmel statt in der Mittelkonsole. Bereits im Stand klingt der gedopte V12 einen Tick lauter als die Serie. Per Tastendruck wechseln wir das Fahrdynamikprogramm vom komfortablen Modus "Strada" über "Sport" direkt in "Corsa". Die Regelelektronik hält sich jetzt zurück und lässt den wilden Stier seinen wahren Charakter ausleben. Der Mansory-Lambo schreit sich eine Hymne aus dem Leib, die ihresgleichen sucht. Ab 7000 Touren bebt der Brustkorb, die Mundwinkel ziehen sich in die Breite. Auf der feuchten Strecke beginnen alle vier Hankook-Gummis durchzudrehen, dann schießt der Keil per Launch-Control davon. 2,8 Sekunden auf 100 km/h (Serienauto 2,9 s) und 355 km/h Topspeed (Serie 350 km/h) sollen laut Tuner realistisch sein. Weitere Details zum Carbonado erfahren Sie in der Bildergalerie.

Autor: Guido Naumann

Stichworte:

Carbon

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