Marken-Vergleich — 02.02.2010
VW attackiert Mercedes
Premium für alle – mit dieser Strategie nimmt VW nicht nur die angestammte Konkurrenz ins Visier, sondern sogar Mercedes. Ein Erfolgsrezept oder Größenwahn? AUTO BILD analysiert die Situation.
Überblick: News und Tests zu allen Automarken
Auch wirtschaftlich standen VW und Mercedes sich schon sehr nahe. 2005 hatten die damaligen Lenker Bernd Pischetsrieder und Jürgen Schrempp eine Überkreuzbeteiligung von zehn bis 15 Prozent angeschoben: In einem ersten Schritt wollte man den Golf und die A-Klasse auf eine gemeinsame Plattform stellen. Im Gegenzug hätte VW für den US-Markt an Chrysler andocken dürfen. Als Ferdinand Piëch von der Sache Wind bekam, waren Bernd Pischetsrieders Tage an der Konzernspitze gezählt. Inzwischen plant Mercedes-Chef Dieter Zetsche die gemeinsame Zukunft mit Renault-Nissan. Eine solide Allianz gilt nämlich als Grundvoraussetzung, um im Kräftemessen bestehen zu können. Denn während VW seine Stärke aus den Synergieeffekten der Markengruppe zieht, müssen sich die Schwaben mühsam mit einzelnen, modellbezogenen Kooperationen absichern. Die Partnerschaft mit Renault betrifft erst einmal nur die nächste Smart-Generation, doch später will auch Mercedes mit dem französisch-japanischen Multi zusammenarbeiten.Die Plattformstrategie zaubert immer neue Modelle aus dem VW-Baukasten
VW zaubert immer mehr neue Modelle aus seinem immer mehr einheitlichen Baukasten: • Nur noch zwei Module statt fünf verschiedene Plattformen für quer und längs eingebaute Motoren • Doppelkupplungsgetriebe ersetzt Automatik • Nur noch Drei- und Vierzylinder als TDI und TFSI • Hybridbaukasten mit Mildhybrid, Plug-in-Hybrid und Range Extender • Kooperation mit Suzuki. Auch Mercedes ist dabei, die Zügel zu straffen: • Statt sechs verschiedener Baureihen nur noch drei Module für Fronttriebler, Hecktriebler und Sportwagen • Drei neue Getriebe-Generationen (Doppelkupplung, Automatik, Handschalter) • Neue Vier-, Sechs-, Achtzylinder als CDI und CGI • Hybridbaukasten mit Mildhybrid, Plug-in-Hybrid und Range Extender • Kooperation mit Renault (gesichert) und BMW (in Diskussion).Während VW mit verbesserter Qualität in Richtung Premium strebt, braucht Mercedes Erfolg bei den Kleinen: Der Smart kommt mithilfe des neuen Partners auch als Viersitzer, doch auch die up-Familie von VW hat Verbündete – sie heißen Seat, Skoda und bald auch Suzuki. Von den Japanern erwartet man, dass sie den up in Drittmärkten zu besonders niedrigen Kosten produzieren. VW plant vom up mindestens fünf verschiedene Varianten inklusive Zwei-Liter-Auto und Kleinbus. Mit den Nachfolgern von A- und B-Klasse macht der Stern aus Stuttgart einen überzeugenden Neuanfang. Doch Vorsicht – vier Varianten bedeuten kleine Stückzahlen und hohe Kosten. Mercedes wird bei jungen Kunden punkten, doch Geld verdient wird auch in Zukunft vor allem mit der E-Klasse, S-Klasse und M-Klasse samt deren Derivaten. Aber weil gerade die Nachfrage nach teuren Fahrzeugen rückläufig ist, wird es immer schwieriger, damit den technischen Fortschritt zu finanzieren.
Nachholbedarf hat VW vor allem am oberen Ende der Skala. Der Phaeton ist ein Flop, der Touareg hat Terrain verloren, der sträflich vernachlässigte Sharan hat sich selbst sein Grab geschaufelt. Keine Frage: Spätestens auf E-Klasse-Niveau stoppt der VW-Höhenflug. Doch das muss nicht so bleiben. 2013 kommt der Phaeton-Nachfolger – und der ist nur der Auftakt einer Produktoffensive, die bis 2017 nicht weniger als sechs neue Mittel- und Oberklassemodelle vorsieht. VW gegen Mercedes? Das direkte Duell rückt näher. Welche Marke zurzeit besser aufgestellt ist und welche Modelle in Zukunft den Markt aufmischen sollen, zeigt die große Gegenüberstellung in der Bildergalerie.
Kommentar verfassen







































Kommentare zum Artikel (204)
Erstellt
Inhalt
Funktion
Vw hat in sachen qualität kanns schön zugelegt, ist jetzt fast auf audi niveau!
Na beim letzten Passat hat VW schon von Premium gesprochen. Mein Passat TDI Highline hatte Mängel wie ich bis anhin noch nie erlebt habe. Aber das schlimmste ist das VW so gut wie nichts unternimmt diese bei einem bestehenden Kunden zu beheben.
Auto mit vielen Mängel übernommen und mit fast gleich vielen nach 150000km wieder abgegeben, mit dabei vielmal von VW vertröstet. Jetzt Volvo XC 60 gekauft und nun weis ich was Premium ist. Sorry VW , aber es war mein letzter.
Mercedes,Premium? Ja im Preis! Vor allem die Klein- und Mittelklassewagen unterscheiden sich punkto Qualität und Ausstattung nicht mehr von anderen Herstellern (Toyota, Skoda, BMW, Audi etc.) Interessant wäre nämlich zu wissen, woher Mercedes die Bestandteile produzieren lässt. Spätestens da sieht man, dass nur noch der Name Premium ist!!!
Richtig zuhören und lesen. VW attackiert Mercedes, nicht die eigene Tochter Audi. Denn der Qualitätssprung vom VW zum Audi ist ja so viel grösser als zum Mercedes. Aber nicht zu früh freuen bei VW, der VW ist nicht plötzlich so viel besser geworden, der Mercedes halt in seiner Qualität sehr stark nachgelassen. Auf einer ganz anderen Ebene ist da, uneinholbar, der BMW.
@ Patrick von was Träumst du nachts? Audi deutlich vor BMW !? sollen wir alle mal laut Lachen, BWM zählt mit zu den wertvollsten Marken auf unserem Erdball bei den Automarken sogar auf Platz 1, Vw und Audi landen irgendwo auf platz 10. Audi möchte gerne ist aber noch lange nicht Premium. Audi kaufen ist zur zeit eher ein Trend genauso wie die Farbe Weiß dies wird aber auch bald zuende sein. Welche Rostprobleme gibt es bei BMW bitte????? Lieber hab ich ein bissel Rost als wenn mein VW/Audi Motor im Winter eingefroren ist. :-O